Osnabrück  „Einfach bauen“ per Gesetz: Warum die Anzahl der Baugenehmigungen bald wieder steigen könnte

Hannah Petersohn
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Von Hannah Petersohn
| 18.11.2024 15:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Anzahl der Baugenehmigungen ist weiter zurückgegangen. Können beschlossene politische Maßnahmen eine Trendwende einleiten? Foto: IMAGO/photothek
Die Anzahl der Baugenehmigungen ist weiter zurückgegangen. Können beschlossene politische Maßnahmen eine Trendwende einleiten? Foto: IMAGO/photothek
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Erneut ist die Anzahl der Baugenehmigungen für Wohnungen zurückgegangen. Die Folgen sind dramatisch. Womöglich können bereits beschlossene Maßnahmen aber das Ruder rumreißen.

Die Baukrise hält an – das ist eine extrem schlechte Nachricht, sowohl ökonomisch als auch gesellschaftlich. Die Ampel-Regierung wollte 400.000 Wohnungen pro Jahr bauen und hat ihr Ziel eklatant verfehlt. 

Ein Grund dafür sind die gestiegenen Baukosten: Mittlerweile müssen durchschnittlich 5.100 Euro pro Quadratmeter, inklusive Neben-, Grundstücks- und Finanzierungskosten, für den Bau einer neuen Wohnung in einer Großstadt veranschlagt werden. Damit sich ein Neubau auch rentiert, müssen die Mieten in die Höhe geschraubt werden.

Eine Neubaumiete müsste nach Aussage der Wohnungswirtschaft bei 18 Euro pro Quadratmeter liegen. Eine 100-Quadratmeterwohnung müsste also 1800 Euro kosten, Nebenkosten nicht einberechnet. Bezahlbarer Wohnraum wird damit für die meisten Verbraucher zum Wunschtraum.

Ob die von der Ampel geplante Wohngemeinnützigkeit, die Anbieter von dauerhaft bezahlbarem Wohnraum steuerlich belohnen soll, etwas daran ändert, wird sich erst im kommenden Jahr zeigen.

Die gestiegenen Preise sind aber nur ein Teil der Wahrheit. Als Gift für den Neubau haben sich auch gesetzliche Anforderungen entpuppt. Das Baurecht listet mittlerweile rund 3.000 Vorgaben auf, die einzuhalten sind. Daran muss sich schleunigst etwas ändern. Die gute Nachricht: Genau das soll auch passieren.

Um das Bauen einfacher, günstiger und schneller zu machen, hat die Bundesregierung kürzlich das „Gesetz für einfaches Bauen“ beschlossen. „Gutes Wohnen hängt nicht davon ab, dass immer jede einzelne DIN-Norm eingehalten wird“, mahnte Noch-Bundesjustizminister Marco Buschmann berechtigterweise. Experten prognostizieren, dass sich mithilfe des Gesetzes über acht Milliarden Euro an Baukosten pro Jahr einsparen lassen.

Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Was es aber auch braucht, sind verlässliche Ansagen: Kaum jemand wird bauen, wenn eine neue Regierung bald wieder neue Auflagen fordert oder vereinbarte Gesetze aufgekündigt. Investitionsmut braucht Verlässlichkeit – über eine Legislaturperiode hinaus. 

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