Verkehr in Aurich Kaufleute und Gastronomen fordern stärkere Kontrollen von E-Scootern
In Aurich regt sich in der Kaufmannschaft Unmut über rücksichtslose E-Scooter-Piloten. Was die Kaufleute und Gastronomen fordern und welche Regeln gelten.
Aurich – Sie sind schnell, wendig, trendy und sie werden mehr. E-Scooter gehören auch in Aurich inzwischen zum Stadtbild. Doch für Kaufleute und Gastronomen in der Fußgängerzone werden sie zunehmend zum Problem. „Die Kunden, die in die Innenstadt kommen, wissen, dass dies hier eine Fußgängerzone ist und fühlen sich sicher. Sie schalten in den Schlendermodus“, sagt Udo Hippen, Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins Aurich (KV). Beim Schaufensterbummel mache man schon mal spontan einen Schritt nach links oder rechts. Wenn dann ein E-Scooter im hohen Tempo und nahezu geräuschlos von hinten diesen Weg kreuze, könne es zu gefährlichen Situationen kommen.
Gastronom in Sorge um seine Gäste
Auch Arno Fecht, Vorsitzender der Auricher Altstadtgastronomie, kennt solche Situationen. Sein Betrieb „Pinte“ liegt im Carolinengang, einer der Lohnen zwischen Fußgängerzone und Georgswall. „Zwischen den Häusern sind maximal sechs Meter Platz“, sagt Fecht. An der Einmündung zur Fußgängerzone betrage der Abstand zwischen den Hausmauern sogar nur zweieinhalb Meter. Für Fußgänger, Gäste von gastronomischen Betrieben wie Pinte und Hirsch auf der gegenüberliegenden Seite des Gangs, sowie andere Verkehrsteilnehmer bedeutet das: Es wird eng.
Der Gastronom habe in den vergangenen Monaten neben E-Bikes vor allem die Zunahme von E-Scootern beobachtet. Rücksichtslos und schnell würden sie durch die enge Gasse fahren. Fecht berichtet von angefahrenen Gästen und Scooter-Fahrern, die bei Regen auf der feuchten Mittelrinne ausgerutscht seien. Er ist genervt und besorgt um die Sicherheit seiner Gäste, gerade in den Abendstunden. Denn von 18 Uhr abends bis 10 Uhr morgens ist das Befahren der Fußgängerzone Fahrradfahrern erlaubt. Aus diesem Grund hat der FDP-Ratsherr gemeinsam mit der CDU/FDP-Gruppe einen Antrag bei der Stadt eingereicht.
Politiker wollen Zweiräder aus Lohnen verbannen
Darin fordern die Politiker ein absolutes Fahrverbot für Räder, Roller und E-Roller im Carolinengang und der Marktpassage. Zur Begründung heißt es im Antrag: „In den beiden gastronomiegeprägten Straßen wird eine generelle Verpflichtung zum Schieben von Fahrrädern, E-Rollern und anderen ähnlichen Fahrzeugen eingeführt werden müssen, wenn Unfälle vermieden werden sollen“. Neben der erhöhten Unfallgefahr und der Vermeidung von Konflikten zwischen Fahrern und Gästen, nimmt die CDU/FDP-Gruppe auch die jüngsten Auricher in den Fokus. So solle der vor einigen Wochen fertiggestellte Spielplatz am Carolinengang einen sicheren Ort für Kinder bieten.
Konfrontiert mit den Anliegen von KV und der CDU/FDP-Gruppe reagiert die Stadt mit Verständnis, aber auch klaren Informationen. Das Thema sei bei der Stadt Aurich bekannt und der Vorschlag der Politik werde demnächst in den städtischen Gremien beraten, heißt es seitens der Stadt. Ein Teilbereich des Antrages dürfte sich aber bereits erledigt haben. Denn Ordnungsamtsleiter Helmut Lücht weist darauf hin, dass E-Scooter als „Tretroller mit einem Elektroantrieb“ unter die Verordnung für Elektrokleinfahrzeuge fallen und somit nicht dem Fahrrad gleichgestellt seien. „E-Scooter dürfen aufgrund der derzeitigen Rechtslage grundsätzlich nicht in der Fußgängerzone fahren“, so Lücht.
Das bestätigt auch Hartmut Detmers, Sachgebietsleiter Verkehr bei der Polizeiinspektion Aurich. Laut Detmers sei die Problematik der zu schnell und unsicher fahrenden E-Scooter mit einiger Verzögerung auch in Aurich angekommen. „Viele Fahrer wissen gar nicht, dass das Befahren der Fußgängerzone generell verboten ist“, sagt der Polizeibeamte und appelliert an die Fahrer, sich über die geltenden Regeln und Vorschriften zu informieren.
Kaufleute fordern verstärkte Kontrollen
Die Rechtslage ist klar, auch und vor allem was die beiden Lohnen Marktpassage und Carolinengang angeht. Was bleibt ist die Forderung nach verstärkten Kontrollen von Radfahrern, Scootern und E-Bikes, die Udo Hippen vom Kaufmännischen Verein vonseiten der Ordnungsbehörden fordert. „Unser Wunsch ist es, dass die Ordnungsbehörden der Stadt das Problem verstärkt auf den Schirm nehmen“, sagt der KV-Vorsitzende.
Auf Nachfrage heißt es dazu von der Stadt: „Die Zuständigkeit für die Kontrollen liegt bei der Polizei.“ Hartmut Detmers von der PI Aurich berichtet, dass die Kontaktbeamten, die in der Innenstadt Streife gehen, das Geschehen im Blick haben. Auch habe man bereits Sonderkontrollen mit verstärkter Präsenz in den Abendstunden und auch tagsüber in der Innenstadt durchgeführt, um Verstöße gezielt in Angriff zu nehmen.