Gorleben Drei Jahre nach dem Auftrag zur Schließung soll der Salzstock in Gorleben verfüllt werden
Seit langem liegt der Auftrag vor, das Bergwerk in Gorleben zu schließen. Verzögerungen bei der Umsetzung sorgen für Unmut in der Bevölkerung. Jetzt kommt das Verfahren entscheidend voran.
Als atomares Endlager ist er ungeeignet: Nun kann der Salzstock Gorleben verfüllt werden. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat am Freitag den neuen Hauptbetriebsplan für das Erkundungsbergwerk Gorleben (Landkreis Lüchow-Dannenberg) zugelassen. „Damit ist der Weg frei für die geplante Verfüllung der Grubenbaue“, erklärte LBEG-Präsident Carsten Mühlenmeier.
Betreiberin des Bergwerks ist die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) in Peine. Sie hatte im September 2020 mitgeteilt, dass Gorleben bei der bundesweiten Suche nach einem Endlager für hoch radioaktive Abfälle ausscheidet.
Ein Jahr später erteilte das Bundesumweltministerium der BGE den Auftrag zur Schließung und Verfüllung der Schachtanlage Gorleben. Dafür hatte die Gesellschaft einen „Sonderbetriebsplan“ eingereicht. Allerdings müsse ein solches Vorhaben auch Gegenstand eines Hauptbetriebsplanes sein, erläuterte Mühlenmeier.
Da der aktuelle Betriebsplan zum Jahresende ausläuft, hatte die BGE die endgültige Fassung des Hauptbetriebsplans am 10. Oktober beim LBEG eingereicht. Das sorgte jetzt für die Genehmigung. „Wir haben damit unseren Beitrag für einen zügigen Prozess geleistet“, so Mühlenmeier.
Der Rückbau des Salzstocks hätte schon längst beginnen sollen, erklärten Atomgegner beim Besuch von Landesumweltminister Christian Meyer (Grüne) Anfang Oktober in Gorleben. Meyer forderte, dass spätestens Anfang 2025 der Rückbau der Anlage beginnt.
Die Offenhaltung der Schachtanlage verursacht nach Angaben der Bürgerinitiative (BI) Lüchow-Dannenberg jährliche Kosten von 20 Millionen Euro. Das Misstrauen der Bevölkerung ist sehr groß, erklärte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.
Im Zwischenlager Gorleben stehen 113 Castorbehälter mit hochradioaktivem Atommüll aus den deutschen Kernkraftwerken. Die Suche zur dauerhaften Lagerung dauert an. Ende 2027 will die BGE sogenannte Standortregionen benennen, die zunächst oberirdisch erkundet werden sollen.