Uetersen Giersch: Was Sie im Herbst tun können, um ihn nächstes Jahr erfolgreich zu bekämpfen
Schon im Herbst können Hobbygärtner gegen Giersch vorgehen. Wie, das erklärt ein Gärtnermeister.
Wie den Giersch im eigenen Garten nachhaltig bekämpfen? Diese Frage stellen sich vermutlich viele, egal zu welcher Jahreszeit. Auch wenn insbesondere junge Blätter würzig schmecken und sich daher bestens als Salatzutat eignen – es will einfach nicht gelingen, die Pflanze in Gänze wegzufuttern.
Stattdessen setzt der Gartenexperte auf alte Erkenntnisse und weiß daher, dass der Giersch zunächst einmal sehr viele Nährstoffe benötigt, um insbesondere sein unterirdisches Wurzelgeflecht (die Rhizome) ausbilden zu können. Die braucht es, damit es dem Giersch abschließend gelingt, genug Kraft zu entfalten, um plötzlich überall aus dem Boden zu schießen. Gerade diese jungen Blätter benötigen jede Menge Sonnenlicht.
In der floralen Welt gibt es Pflanzen, die ähnlich wie der Giersch um jeden Nährstoff im Boden kämpfen. Und sie gewinnen diesen Kampf, wie zum Beispiel die Kartoffel. Da, wo viel Giersch wächst, kann der Gartenfreund also den Nährstoffverzehrer Kartoffel pflanzen. Erstes Ziel ist es dabei, dem Giersch die Kraft zu nehmen und ihn bereits bei seiner Wurzelausbildung zu behindern.
Rechtzeitig, je nach Sorte und vorgekeimt, Ende März oder spätestens im April in die Erde gebracht, gelingt es wenige Wochen später sogar, die zarten Blätter des Unkrauts, sollten sie den Weg nach oben in Richtung Sonne gefunden haben, mithilfe des Blätterdachs der Kartoffelpflanze vom Sonnenlicht abzuschirmen.
Gärtnermeister Nils Scharrel vom Grünen Zentrum aus Heist empfiehlt, grundsätzlich je Quadratmeter etwa 10 Kartoffeln zu setzen. Schmackhafter Nebeneffekt im frühen darauffolgenden Herbst: Wenn das Kartoffelkraut abgestorben ist, können die Knollen aus dem Erdboden herausgewühlt werden und bilden die Grundlage zum Beispiel für einen schmackhaften Grünkohl, ein paar Monate später.
Nicht ohne Grund wird der Giersch von manchen Gartenfreunden auch als die Nacktschnecke im Pflanzenreich bezeichnet. Wie gut, dass nicht nur die Speisekartoffel als Waffe eingesetzt werden kann. Der Gärtner kennt auch noch andere Pflanzen, die den Giersch verdrängen können.
Da ist zum Beispiel der Storchschnabel. Scharrel sagt, dass er schon jetzt gepflanzt werden könne. Dafür eigneten sich insbesondere kräftige Pflanzen. Aber auch im Frühjahr (März bis April) ist Pflanzzeit. Zehn kräftige Pflanzen auf den Quadratmeter machen dem Giersch den Garaus.
Egal, ob es der Prachtstorchschnabel, Balkan-Storchschnabel oder der Waldstorchschnabel ist – jede (und noch weitere) dieser Pflanzen sei geeignet, dem Giersch seinen Lebensraum zu nehmen und ist als Blühpflanze sogar noch attraktiv.
Und was ist mit dem Kerzenknöterich? Wer es mächtig mag, wer pompöse Blüten liebt, der greift auf diesen Giersch-Feind zurück. Beste Pflanzzeit ist im Frühjahr.
Das wilde Kraut einzuschüchtern, vermag zudem die Staudenclematis. Tipp von Gärtnermeister Nils Scharrel: das Hochbinden der Pflanze vermeiden, dann breitet sie sich bodendeckend aus und nimmt dem Giersch quasi die Luft zum Atmen. Als die beste Pflanzzeit gilt aber erst der Spätsommer.
Grundsätzlich gilt: Die Fläche sollte vor dem Setzen der Gegenspieler mit der Grabeforke gesäubert werden, um den Giersch über den Verlust seiner Rhizome (so weit möglich) zu schwächen. Scharrel sagt, dass Gärtner, aber auch Gartenfreunde fortlaufend beobachten sollten, wie weit geschwächt werden muss, um dem Giersch mit Kartoffel, Storchschnabel und Co wirksam zu begegnen. Eventuell müsse im kommenden Jahr nachjustiert werden.
„Es sollte stets Freude machen, zu beobachten, welche Problemlöser ihre Arbeit am besten verrichten“, sagt Scharrel. „Man sollte daher nicht von Gartenarbeit, sondern von Gärtnern sprechen.“