Brookmerlander unter Verdacht Osteeler Brandserie geklärt
Zwei der drei beschuldigten Männer waren Mitglieder der Feuerwehr. Was ihnen zur Last gelegt wird und wie ihnen die Ermittler auf die Spur kamen.
Osteel - Müllbehälter, Schuttcontainer, Rundballen und ein Carport – in Osteel brannte Ende vergangenen und Anfang dieses Jahres einiges. Immer wieder mussten Brookmerlander Löschteams ausrücken. Meist brannte es nachts. Ein Rundballen im Osteeler Windpark plötzlich auch tagsüber. Schnell war klar: Die Feuer wurden mindestens fahrlässig, wenn nicht gar vorsätzlich verursacht.
Inzwischen ist die Brandserie offenbar geklärt. Die Polizei hat drei Tatverdächtige ermittelt. Wie die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Aurich, Martina Singer, in dieser Woche auf Anfrage bestätigte, würden zwei Heranwachsende und ein Jugendlicher beschuldigt, die Feuer gelegt zu haben. Ihnen werden mehrere Fälle zur Last gelegt. Anklage sei noch nicht erhoben, heißt es. Vieles spricht aber dafür, dass die Beschuldigten sich demnächst vor Gericht verantworten müssen. Laut Singer sind die Ermittlungsakten an das Amtsgericht Aurich verschickt worden. Dieses soll Pflichtverteidiger für die Beschuldigten bestellen.
Tatverdächtige sollen sechsmal gezündelt haben
Insgesamt sollen sie im Zeitraum zwischen dem 8. November 2023 und dem 19. Januar 2024 sechsmal gezündelt haben. Zunächst brannten Rundballen am Wirdeweg und Reithammer Weg. Später brannten in der Fabriciusstraße am Rande des Osteeler Friedhofs ein Müllcontainer und eine Mülltonne. Nächte später gingen im Einmündungsbereich Alter Postweg/Fabriciusstraße zwei Biomülltonnen in Flammen auf. Zwischenzeitlich kokelte auch ein Müllhaufen in Leezdorf.
Höhepunkt der Brandserie war ein mitternächtliches Feuer Anfang Dezember vergangenen Jahres in einem Schuppen an der früheren Gaststätte Müller an der Bundesstraße 72. Als die Feuerwehrleute am Brandort eintrafen, schlugen bereits meterhohe Flammen aus dem Carport. Schnell breitete sich das Feuer aus. Nur mit Mühe gelang es den Einsatzkräften ein Übergreifen auf das Wohngebäude und die Räume der Pizzeria zu verhindern.
Tatverdächtiger meldete Brand selbst
Bei den Löscharbeiten verletzte sich ein Feuerwehrmann leicht. Auch hier sollen die drei Brookmerlander die Brandstifter gewesen sein. Auf die Spur kamen die Ermittler ihnen, weil einer in mindestens einem Fall das Feuer selbst gemeldet haben soll. Zudem engagierten sich nach ON-Information zwei der drei Verdächtigen noch bis vor Kurzem in der Feuerwehr Osteel/Leezdorf. Einer soll, wie so oft in solchen Fällen, dadurch aufgefallen sein, dass er wiederholt als einer der ersten Einsatzkräfte zur Stelle gewesen sein soll.
Der 21-Jährige, der der aktiven Feuerwehr Osteel angehörte, und sein jüngerer Bruder, der Mitglied der Jugendfeuerwehr war, haben inzwischen ihren Dienst quittiert. Wie Brookmerlands Gemeindebrandmeister Klaus-Dieter Cassens und Osteels Gemeindebrandmeister Erhard Tammen auf Anfrage bestätigten, seien die Brüder freiwillig aus der Feuerwehr ausgetreten, nachdem man ihnen dies nahegelegt hatte.
Weitere Brände bisher nicht geklärt
Nicht bestätigen konnten die Sprecherinnen von Staatsanwaltschaft, Martina Singer, und der Polizei Aurich-Wittmund, Wiebke Baden, dass die drei Verdächtigen auch mit dem Feuer in einer Lagerhalle auf dem Hof Klein Buschhaus in Upgant-Schott Ende Januar und dem Brand von rund 300 Strohrundballen in Siegelsum Mitte Oktober zu tun haben. Auch diese Brände wurden, wie berichtet, vorsätzlich verursacht. Der Fall Klein Buschhaus wurde laut Singer eingestellt, weil bisher kein Täter ermittelt werden konnte. Im Fall Siegelsum dauern die Ermittlungen laut Baden an.