Hannover  Sanierungsstau in Milliardenhöhe: Verfallen Niedersachsens Unis?

Stefan Idel
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Von Stefan Idel
| 05.11.2024 14:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Allein die Leibniz Universität Hannover geht von einem Sanierungsstau von mindestens 600 Millionen Euro aus. Foto: IMAGO/blickwinkel
Allein die Leibniz Universität Hannover geht von einem Sanierungsstau von mindestens 600 Millionen Euro aus. Foto: IMAGO/blickwinkel
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Die Hochschulen in Niedersachsen schlagen Alarm und fordern Milliardenbeträge zur Sanierung maroder Gebäude. Der Verfall könnte Forschung und Lehre lahmlegen, warnt die Landeshochschulkonferenz. Ein nötiges Investitionsprogramm steht bislang aus.

Niedersachsens Hochschulen fordern mehr Geld vom Land, um den Verfall vieler Uni-Gebäude zu stoppen. Die Landeshochschulkonferenz (LHK) mahnt dringend Schritte an, um Forschung und Lehre leistungsfähig zu halten.

„Wir brauchen eine Lösung, denn wenn wir weitere vier oder acht Jahre nicht reagieren, dann werden wir die bauliche Situation nicht mehr lösen können“, sagte die LHK-Vorsitzende und Präsidentin der Universität Osnabrück, Susanne Menzel-Riedl, der HAZ.

Einem Gutachten der Landeshochschulkonferenz von 2020 zufolge werden 4,3 Milliarden Euro für die Sanierung und Modernisierung der Hochschulen benötigt. Eine aktualisierte Schätzung gibt es dem Bericht zufolge nicht. „Es ist aber davon auszugehen, dass der Betrag deutlich angestiegen ist“, erklärte Menzel-Riedl.

Allein die Leibniz Universität Hannover geht nach den Worten von Uni-Präsident Volker Epping von einem Sanierungsstau von mindestens 600 Millionen Euro aus. 50 von 180 Hochschulgebäuden seien sanierungsbedürftig.

Im Nordwesten sind die Probleme kaum geringer: Die Universität Oldenburg beziffert den Sanierungsbedarf auf 241 Mio. Euro. Allein 40 Mio. Euro entfallen auf den Turm mit dem blauen Logo der Hochschule sowie die Tragwerkssanierung, sagte Uni-Sprecherin Corinna Dahm-Brey. Die Sanierung der Tiefgarage im Bibliotheksgebäude soll kommendes Jahr beginnen. Dafür sind 18 Mio. Euro im Landeshaushalt eingeplant.

Auch an der Hochschule Emden/Leer gibt es „einigen Sanierungsbedarf“, den die Akademie bereits aktiv angehe. „So wurde unter anderem die Emder Hochschulbibliothek umfangreich modernisiert“, sagte Sprecherin Katrin Hellwig dieser Redaktion.

Ergänzt würden diese Maßnahmen durch Neubauten wie das Hörsaalgebäude und das Maritime Technikum. Zahlen nannte die Sprecherin nicht. Die Jade-Hochschule Oldenburg/Wilhelmshaven/Elsfleth sowie die Universität Vechta konnten zunächst keine Angaben machen.

Thorben Peters, Landesvorsitzender der Linken in Niedersachsen, forderte ein Investitionsprogramm des Landes, um die Hochschulen systematisch zu sanieren. Etwas Derartiges schwebt auch Hannovers Uni-Präsident Epping vor. In Hessen seien bis 2035 rund 5,5 Milliarden Euro für die Hochschulen vorgesehen.

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