Osnabrück  13 Siege in Serie: Trotz Eversburger Mega-Start bleibt eine Sorge bestehen

Lukas Münch
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Von Lukas Münch
| 04.11.2024 15:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Ballsports Gelano Kaiser beim Torschussversuch, wird dabei aber gestört von Damian Plank vom SV Hellern II. Foto: Jörn Martens
Ballsports Gelano Kaiser beim Torschussversuch, wird dabei aber gestört von Damian Plank vom SV Hellern II. Foto: Jörn Martens
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Bis dato schießen die Kicker von Ballsport Eversburg die 1. Fußball-Kreisklasse in Osnabrück auseinander. Jedes ihrer 13 Saisonspiele konnten sie bislang siegreich gestalten, 39 von 39 möglichen Punkten einfahren. Aber weshalb blickt man trotz des Traumstarts ein wenig angespannt in die Zukunft? Der sportliche Leiter, Yannik Kaiser, gewährt Einblicke.

58:8 lautet das Torverhältnis der Fußballer von Ballsport Eversburg in der 1. Kreisklasse Osnabrück. Damit sind sie mit weitem Abstand die beste Offensive der Liga. Schließlich sind das 13 Treffer mehr, als die Spielvereinigung Hasbergen-Gaste – der zweitbeste Angriff der Liga – auf dem Konto hat. Für den sportlichen Leiter der Eversburger, Yannik Kaiser, sind die guten Leistungen, aber weder zufällig noch unerwartet. „Unser Saisonziel ist und war ganz klar, die Meisterschaft zu holen und damit aufzusteigen in die Kreisliga – wir wussten um unsere Stärke“, sagt der 33-Jährige.

Aber wie erklärt er sich den aktuellen Erfolg in der 1. Kreisklasse? „Die Chemie zwischen dem Trainer und der Mannschaft stimmt total. Jacek Schmidt (Trainer der Eversburger, d. Red.) ist ein freundschaftlicher Typ und kann in den richtigen Momenten auch streng werden“, sagt der sportliche Leiter. Der außerordentliche Mannschafts-Zusammenhalt sei das, was die Eversburger so stark mache, sagt Kaiser. „Wir haben hier so viele Ur-Eversburger. Irgendwann wechselten nach und nach viele Spieler, die auch schon höher gespielt haben, zu uns, weil sie privat verbunden waren mit der Mannschaft und der Großteil von ihnen ebenfalls aus Eversburg stammt“, sagt er.

Nico Schwegmann ist dafür wohl das Paradebeispiel. Mittlerweile ist er 36 Jahre alt. In der Saison 2016/2017 noch spielte er in der Oberliga für den TuS Bersenbrück. „Wir profitieren enorm von seiner Erfahrung“, sagt Trainer Schmidt über den Mann, der in der laufenden Spielzeit neun Tore und neun Assists in zehn Einsätzen beisteuern konnte. Vor Schmidts Amtszeit als Trainer war er Spielertrainer und coachte Ballsport von der 2. in die 1. Kreisklasse. „Durch diesen Aufstieg, hat er einen super hohen Stellenwert im Verein, über das Fußballerische auf dem Platz brauchen wir gar nicht zu sprechen. Da ist er auf dem Niveau unangreifbar“, sagt Kaiser. In dieser Spielzeit komme nun endlich alles zusammen, was man sich über die vergangenen Jahre aufgebaut habe und erstmal in Gang kommen musste, so sagt er.

Aber der Zusammenhalt und die Heimkehr von Ü30-Spielern hat auch eine Kehrseite. Was, wenn es in naher Zukunft bei vielen alterstechnisch nicht mehr für Herrenfußball reicht? Könnte dann die Mannschaft auseinanderbrechen? „Das Problem ist uns sehr bewusst und es wird – sollte das passieren – auch schwer für uns werden, das Niveau zu halten, das wissen wir“, sagt er. Man versuche allerdings junge Spieler schon jetzt für sich zu gewinnen und man setze weiter auf den Faktor Freundschaft am Standort Eversburg. „Wir zahlen kein Geld, das heißt wir können nur mit dem locken, was schon da ist“, sagt Kaiser.

Die Jugendarbeit ist aktuell noch nicht auf dem Stand, dass sie zuverlässig einen Kader mit Kreisliga-Ambitionen unterfüttern könnte. Der älteste Jahrgang ist aktuell die B-Jugend, die in der 2. Kreisklasse antritt – keine der weiteren Jugendmannschaften spielt klassenhöher. Das könnte zum Problem werden. Verlass sei darauf auf jeden Fall noch nicht, daher müsse man in der Lösungssuche variabel sein. „Unser Netzwerk funktioniert und wir hoffen, dass jüngere Spieler auch in Zukunft von unserer freundschaftlichen Atmosphäre im Verein überzeugt werden können“, zeigt sich Kaiser zuversichtlich hinsichtlich der Perspektive des Herrenteams.

Geklappt hat diese Strategie unter anderem bei Tejan Fofana. Der 26-Jährige wechselte im Sommer 2023 zu Ballsport. Gekommen ist er von SF Lotte II. Bei den Sportfreunden stand er in der Saison 2021/2022 sogar im Regionalliga-Kader der ersten Mannschaft der Blau-Weißen, kam aber nicht zum Einsatz und hatte in der Folge mit Knieproblemen zu kämpfen. „Das sind Spieler, wie wir sie für eine erfolgreiche Zukunft brauchen“, sagt der sportliche Leiter der Eversburger. Auch er kam wegen freundschaftlicher Verbindungen ins Team. „Diese Personalie gibt uns Hoffnung, dass wir das Nachwuchsproblem langfristig lösen werden“, sagt Kaiser.

Die nahe Zukunft hingegen will Ballsport schon am kommenden Wochenende abermals erfolgreich gestalten. Am Sonntag (10. November) geht es um 15 Uhr im Auswärtsspiel gegen den SV Harderberg um die nächsten drei Punkte.

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