Sozialer Wohnungsbau  Stadt Aurich geht das nächste Projekt an

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 01.11.2024 12:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In den 1930er Jahren wurden die Häuser am Schlehdornweg und Hohegaster Weg gebaut. Sie sollen nun durch Neubauten ersetzt werden. Foto: Heino Hermanns
In den 1930er Jahren wurden die Häuser am Schlehdornweg und Hohegaster Weg gebaut. Sie sollen nun durch Neubauten ersetzt werden. Foto: Heino Hermanns
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Seit Jahren wird über den bezahlbaren Wohnraum diskutiert. Passiert ist nicht viel. Nun aber soll es auf einen Schlag 48 neue Wohnungen geben. Offen ist, wer diese bauen wird.

Aurich - Acht Jahre ist es mittlerweile her, dass die Stadt Aurich sich aufmachte, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Im Jahr 2016 wurden vom Rat zwölf Millionen Euro bereitgestellt. Damit sollten 100 Wohnungen gebaut werden, die dann günstig vermietet werden sollten. Geblieben ist davon bislang nicht viel: In der Norderstraße wurden elf Wohnungen gebaut. Das zweite städtische Projekt im Krähennestergang wurde schließlich an einen Investor abgegeben. Dort werden derzeit 16 Wohnungen gebaut.

Als drittes Projekt war seinerzeit das Gebiet Hohegaster Weg/Schlehdornweg vorgesehen. Dort besitzt die Stadt Aurich 13 alte Doppelhäuser, die bereits teilweise leer stehen – die Bausubstanz ist mittlerweile einfach zu schlecht. Insgesamt sind noch 15 der 28 Wohneinheiten vermietet.

Erstes Projekt für Stadtwerke Aurich?

Nun soll es endlich weitergehen in dem Bereich. Der Bauausschuss hat sich am Dienstag dafür ausgesprochen, den Bebauungsplan auszulegen, mit dem der Abriss der Häuser aus den 1930er Jahren sowie Ersatzbauten möglich werden. Entstehen könnten, so ein Beispielkonzept der Auricher Stadtverwaltung, zum Beispiel 48 Wohnungen in vier Häuserriegeln mit je zwölf Wohnungen. Was genau dort entstehen werde, so Stadtbaurat Mirko Wento, werde sich entscheiden, wenn feststehe, wer das Gebiet erschließen werde.

Ein Nebensatz, der Hendrik Siebolds (Linke) hellhörig werden lies. „Ich war davon ausgegangen, dass die Stadt das selbst macht.“ Denn Mitte August hatte die Politik in seltener Einigkeit beschlossen, dass künftig alle städtischen Wohnungen von den Stadtwerken Aurich betreut werden sollen.

Stadtwerke betreuen seit August städtische Wohnungen

Allerdings bleiben die rund 150 Wohnungen im Eigentum der Stadt, weil eine Übertragung an die Stadtwerke Aurich zu teuer wäre. Die Stadtwerke erhalten lediglich die Überschüsse aus den Mieteinnahmen. Dabei handelt es sich um jährlich bis zu 250.000 Euro. Die Tochtergesellschaft der Stadt ist dafür für Vermietung und Verwaltung der Wohnungen zuständig.

Noch nicht entschieden wurde bislang darüber, ob die Stadtwerke auch Wohnungen bauen sollen. Festgeschrieben wurde im August zwar, dass Verkaufserlöse aus Immobiliengeschäften, Fördergelder und die Überschüsse aus den Mieteinnahmen ausschließlich für die Schaffung und Erhaltung guten und bezahlbaren Wohnraums genutzt werden sollen. Das aber war noch keine konkrete Entscheidung darüber, dass nun auch schnell etwas selbst gebaut wird. Grüne und Linke hätten sich daher auch lieber eine eigene Wohnungsbaugesellschaft gewünscht, statt die Stadtwerke damit zu betrauen.

Zwei Investoren stehen parat

Auch Gunnar Ott (Grüne) sagte, dass eine Wohnungsbaugesellschaft für den Schlehdornweg der erste Schritt gewesen wäre. Er kritisierte zudem, dass sich in dem Bereich künftig 48 statt 28 Wohnungen befinden werden. „Warum diese Verdichtung?“ Das würde nur mehr Verkehr auf den Straßen nach sich ziehen. Ursprünglich waren sogar bis zu 60 Wohnungen an der Stelle vorgesehen. Im neuesten Konzept der Verwaltung wird auf einen Riegel verzichtet.

Anfang dieses Jahres gab es mit der Niedersächsischen Landgesellschaft (NLG) und der Wallinghausenerin Karin Wilmes zwei Interessenten, die zwischen Schlehdornweg und Hohegaster Weg bauen wollten. Ob der Bereich nun doch das erste Projekt der Stadtwerke Aurich für sozialen Wohnungsbau wird, muss am Ende der Rat entscheiden. Zunächst wird nur der Bebauungsplan öffentlich ausgelegt, ehe er als Satzung beschlossen werden kann. Und erst danach muss die Frage entschieden werden, wer tatsächlich dort bauen wird.

Klar ist laut Wento bislang, dass das Baufeld über das Kasernengelände erschlossen werden soll. So müssten Baufahrzeuge nicht durch die engen Siedlungsstraßen fahren. Klar sei auch, dass „von oben nach unten“ gebaut werde. Allen verbliebenen 15 Mietern in den Altbauten würden Angebote für die neuen Wohnungen gemacht.

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