Berlin  Verspätungen bei der Deutschen Bahn: Was die Ansagen wirklich bedeuten

Marlene Schwäbisch
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Von Marlene Schwäbisch
| 31.10.2024 14:46 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Begründungen der Deutschen Bahn für Verspätungen werden oft eher vage benannt. Foto: IMAGO/Future Image/C. Hardt
Die Begründungen der Deutschen Bahn für Verspätungen werden oft eher vage benannt. Foto: IMAGO/Future Image/C. Hardt
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Jeder kennt sie und niemand hört sie gerne: die Ansagen der Deutschen Bahn bei Verspätungen. Oft werden die Begründungen eher allgemein gehalten. Was hinter „Technischer Störung“ und „Personen im Gleis“ wirklich steckt.

Der Zug hat mal wieder Verspätung. Warum, das weiß niemand so genau. Vertröstet werden Fahrgäste am Bahnsteig meist mit einer eher vagen Begründung, die vielen oft wie eine faule Ausrede erscheint. Hinter den Ansagen steckt aber häufig eine Vielzahl von Ursachen, die unter bestimmten Obergriffen zusammengefasst werden.

Diese sogenannten Kundentexte werden von der Deutschen Bahn, genauer vom Tochterunternehmen „DB InfraGo“, immer wieder neu angepasst, um den Kunden möglichst verständlich den Verspätungsgrund mitzuteilen. Das funktioniert mal mehr und mal weniger gut.

So wurde beispielsweise aus „Technischer Störung am Zug“ kurzzeitig „Reparatur am Zug“, um kurz darauf wieder in „Technische Störung am Zug“ zurück benannt zu werden. Die neue Ansage hatte für Verwirrung und Unsicherheit gesorgt, da ein Zug nicht während der Fahrt repariert werden kann.

Eine solche Meldung können unterschiedliche Fehlfunktionen bedeuten, zum Beispiel, dass eine Tür defekt ist und sich nicht schließen lässt. Eine Bahnsprecherin erklärt dem Magazin „Travelbook“, dass das Bahnsystem aus verschiedenen technischen Einrichtungen besteht. Störungen können daher nicht nur den Zug, sondern auch die Strecke betreffen. In solchen Fällen wird die Verspätung dann mit einer „Reparatur an der Strecke“ oder einer „Reparatur an der Oberleitung“ begründet.

Wenn der Verspätungsgrund mit einer Signalstörung angegeben wird, handelt es sich meist um ein Problem der dahinter liegenden Anlagen der Leit- und Sicherungstechnik, wie das Magazin der S-Bahn Hamburg berichtet. Es könne sich aber beispielsweise auch ein Stein in einer Weiche verkeilt haben, sodass das Fahrtsignal nicht mehr übermittelt werden kann. Manchmal sei auch nur eine LED-Lampe im Signal kaputt – auch dann spreche man von einer Signalstörung.

Wenn der Zug bereits nicht pünktlich vom Startbahnhof losfährt, ist der Unmut meist groß. Die Begründung, dass es eine „verspätete Bereitstellung des Zuges“ gibt, ist für viele unverständlich. Die Ursachen werden oft nicht genauer erläutert. Die Bahnsprecherin erklärt „Travelbook“, was dahinter stecken kann. Es könne beispielsweise sein, dass ein Zug erst später als eigentlich vorgesehen aus den Instandhaltungswerken freigegeben wird, weil sich Reparaturen oder Wartungsarbeiten verzögert haben.

Die Durchsage „Personen im Gleis“ oder auch „unbefugte Personen auf der Strecke“ ist immer häufiger zu hören. Die Deutsche Bahn schreibt dazu auf ihrer Facebook-Seite: „Die Zahl der Gleissperrungen steigt, vor allem aufgrund von sinkendem Gefahrenbewusstsein.“ Da die Gleise erst wieder freigegeben werden, wenn sicher ist, dass niemand gefährdet ist, können so erhebliche Verspätungen entstehen.

Inzwischen gibt es daher Forderungen, die Gleise nicht mehr direkt zu sperren, sondern die Züge langsam weiterfahren zu lassen. Der Grünen-Abgeordnete, Matthias Gastel, begründet die Forderung gegenüber der Mediengruppe Bayern damit, dass es sich oft nur um Leute handele, die an der Böschung nach Pilzen suchen oder Müll aufsammeln. Auch seien Menschen, die die Gleise überquerten, meist wieder weg, wenn der Alarm ausgelöst wird.

Mit Material von AFP

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