Osnabrück  Gesund und vielseitig: Alles Wissenswerte über Kürbisse

Christian Satorius
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Von Christian Satorius
| 31.10.2024 14:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Ob als Salat, Suppe oder Kuchen: Kürbisse beeindrucken mit ihrer kulinarischen Vielfalt. Foto: Unsplash/Eric Prouzet
Ob als Salat, Suppe oder Kuchen: Kürbisse beeindrucken mit ihrer kulinarischen Vielfalt. Foto: Unsplash/Eric Prouzet
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Kalorienarm und nährstoffreich: Der Kürbis als Alleskönner in der Küche. Erfahren Sie, warum Winterkürbisse besonders lagerfähig sind und welche Kürbissorten sich für welche kulinarischen Kreationen eignen – vom Butternut-Püree bis zur Hokkaido-Suppe.

Kürbisse schmecken nicht nur lecker, sie sind auch kalorienarm und dazu noch gesund. Auf 100 Gramm Fruchtfleisch fallen im Schnitt nämlich gerade einmal 25 kcal an. Dafür gibt es aber jede Menge wichtige Nährstoffe: Vitamin C, Vitamin E und Beta-Carotin (Provitamin A), Mineralien wie Kalzium, Magnesium, Eisen, Phosphor, Zink, Selen und vor allem Kalium, dass mit durchschnittlich rund 300 mg vorhanden ist.

Kürbiskernöl ist reich an Vitamin E und enthält etwa zu 50 Prozent mehrfach ungesättigte Fettsäuren sowie zu ca. 25 Prozent einfach ungesättigte Fettsäuren. Das sagt natürlich wenig über den Geschmack aus, aber auch in der Beziehung kann der Kürbis punkten. Es gibt nämlich gleich eine ganze Reihe leckerer Sorten zu entdecken.

Grundsätzlich lassen sich Sommerkürbisse und Winterkürbisse unterscheiden, und zwar nicht nur vom Erntezeitpunkt her, sondern auch vom Geschmack. Sommerkürbisse werden im unreifen Zustand geerntet und haben oft ein festeres Fruchtfleisch, dafür aber eine weichere Schale.

Deshalb sind sie zumeist nicht so lange lagerfähig wie die Winterkürbisse, von denen sich einige durchaus mehrere Monate lang halten. Typische Sommerkürbisse sind zum Beispiel die Zucchini, aber auch der Spaghettikürbis, der Patisson und der Halloweenkürbis, der sich hervorragend zum Schnitzen von Kürbislaternen eignet.

Die Winterkürbisse können richtig groß werden. 50 Kilogramm Gewicht und mehr sind durchaus drin. Ihre Schale ist oft dicker und fester als die der Sommerkürbisse. Dadurch lassen sie sich im ausgereiften Zustand auch relativ lange lagern. Zu den Winterkürbissen können der Gelbe Zentner, der Rote Zentner, aber auch Butternut, Turbankürbisse und der Hokkaido gezählt werden.

Im Gegensatz zu diesen Speisekürbissen sind die reinen Zierkürbisse aufgrund ihrer Bitterstoffe (Cucurbitacine) ungenießbar und nicht für den menschlichen Verzehr vorgesehen. Dafür eignen sie sich aber aufgrund ihres schönen Aussehens sehr gut für Dekorationszwecke. Die Cucurbitacine sind übrigens giftig und lassen sich auch durch Erhitzen nicht unschädlich machen.

Beim Einkauf von Kürbissen sollte man darauf achten, dass die Schale nicht beschädigt ist und keine Risse aufweist. Zudem muss noch ein kleines Stückchen vom Stiel vorhanden sein. Nur so ist der Kürbis optimal gegen das Eindringen von Keimen geschützt.

Während sich Sommerkürbisse im Gemüsefach des Kühlschranks manchmal nur eine Woche lang halten, sind einige Winterkürbisse im ausgereiften Zustand, wenn die Schale gut ausgehärtet ist, an einem dunklen und kühlen Ort (10 Grad Celsius bis 15 Grad Celsius) durchaus mehrere Monate lang lagerfähig.

Die Speisekürbisse sind in ihrer Verwendung übrigens überaus vielfältig. Sie eignen sich als Beilagen ebenso wie für Salate, Suppen, Pastasaucen, Pürees, Süßspeisen, Kuchen und vieles andere mehr. Als Gewürze harmonieren Curry, Chili, Knoblauch, Paprika, Ingwer sehr gut. Wer es süßer mag, greift zu Honig, Zimt, Likören, Apfel, Ananas, Erdbeeren oder auch Himbeeren.

Kürbiskerne machen sich in rohem oder gerösteten Zustand ausgezeichnet in Salaten, Broten, Müsli oder süßen Backwaren. Das Öl der Kürbiskerne hat einen nussigen Geschmack und passt gut zu Salaten, Saucen, aber auch zu Süßspeisen. Allerdings darf es nicht zu stark erhitzt werden, da darunter die wertvollen Inhaltsstoffe leiden.

Der beliebteste aller Speisekürbisse ist wohl der aromatische Hokkaido, der, wie der Name schon vermuten lässt, ursprünglich aus Asien stammt, genauer gesagt: aus Japan. Das Besondere am Hokkaido ist, dass die Schale des Kürbisses mitgegessen werden kann. Da sie Beta-Carotin beinhaltet, lohnt sich das natürlich gleich doppelt.

Dieser Kürbis kann auch sehr schön roh gegessen werden, was praktisch ist, wenn es mal schnell gehen muss. So eignet sich der Hokkaido natürlich auch ganz hervorragend für Salate. Mit seinem Gewicht von ein bis zwei Kilogramm fällt das Portionieren besonders leicht.

Ebenfalls sehr beliebt ist der Butternusskürbis, auch als Butternut bekannt. Im Handel werden verschiedene Sorten wie Argenta, Orom, Sunset und andere unter diesem Namen zusammengefasst, sodass es hier durchaus zu Geschmacksunterschieden kommen kann.

Er hat relativ wenig Kerne und sein Fruchtfleisch ist weich wie Butter und süß wie eine Nuss, daher auch der Name. Somit eignet er sich natürlich besonders gut zum Backen, für Pürees, Suppen, Salate und Kompott. Auch der Butternusskürbis schmeckt roh übrigens sehr lecker. Da die Schale sehr dünn ist, lässt er sich mit dem Spargelschäler schälen.

Etwas ausgefallener ist der Spaghettikürbis. Er macht seinem Namen alle Ehre, denn die langen Fasern seines Fruchtfleischs sehen nicht nur aus wie Spaghetti, sie lassen sich auch ebenso essen. Wer will, kann sogar Tomatensauce und Parmesankäse dazu servieren.

Wer es würziger mag, der sollte zu Muskatkürbissen greifen. Die können durchaus 30 Kilogramm und mehr auf die Waage bringen und überzeugen mit einem ganz besonderen Aroma. Dieses eignet sich sehr schön für Suppen und Pürees, aber auch Braten, Backen und für Salate. Besonders beliebt ist die Sorte Muscade de Provence.

Ein optischer Hingucker ist die Bischofsmütze, aufgrund ihrer Form auch Turbankürbis genannt. Auch dieses sind wieder Sammelbezeichnungen für unterschiedliche Sorten wie Aladdin oder auch Mini Red Turban. Die Bischofsmütze lässt sich nur schwer zerschneiden, da der Kürbis eine sehr harte Schale hat. Dabei sollte man also unbedingt auf die Finger achten. Der Kürbis lässt sich übrigens sehr schön aushöhlen und mit Kürbissuppe befüllen. Optisch macht das richtig was her und der süßliche aromatische Geschmack macht Lust auf mehr. Sehr schön anzuschauen ist auch der Patissonkürbis, der aussieht wie ein Ufo. Auch dies ist wieder eine Sammelbezeichnung für verschiedene Sorten wie Flying Saucer, Orange oder Disco. Der Kürbis schmeckt roh lecker und ist somit natürlich für Salate eine gute Wahl. Je kleiner die Kürbisse sind, desto intensiver ist übrigens ihr Geschmack. Aufgrund seiner Optik eignet er sich aber natürlich auch ganz hervorragend für Dekorationszwecke.  

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