Politischer Streit Neue Ideen für Leezdorfer Dorfplatz-Namen
In der Gemeinde Leezdorf erhält die Debatte über eine Umbenennung des Ortsmittelpunktes neuen Schub. Worum es dabei geht.
Leezdorf - In der Debatte um eine Umbenennung des Dorfplatzes in Leezdorf hat Bürgermeisterin Gisela Riesebeck (SPD) einen neuen Namensvorschlag unterbreitet. Denkbar sei, den Platz nach dem früheren Leezdorfer Müller Johann Barling zu benennen, sagt sie. Und auch zur geplanten Bürgerbeteilung an der Namensgebung hat sie eine neue Idee ins Spiel gebracht. Zur Erinnerung: Das neue aus Heinrich Ubben (Wählergruppe „Moin“) und SPD-Rebellin Heidi Schmidt bestehende Bündnis „Moin, Frau Schmidt“ hatte den Vorschlag gemacht, den Leezdorfer Dorfplatz nach dem bekannten plattdeutschen Liedermacher und Journalisten Hannes Flesner zu benennen. Der gebürtige Auricher, der ab den frühen 1970er Jahren als „fröhlicher Ostfriese“ mit seinen plattdeutschen „Schgangsongs“ überregionale Popularität erlangte und bis zu seinem Tod 1984 in Leezdorf lebte, solle so posthum gewürdigt werden.
Während CDU und BWG den Vorschlag von Ubben und Schmidt etwas abgewinnen können, tun sich SPD und Grüne mit Blick auf die Ideengeber schwer damit. In seiner Sitzung Ende Juni sprach sich der Leezdorfer Gemeinderat einstimmig dafür aus, die Entscheidung darüber, ob der Dorfplatz der Gemeinde Leezdorf nach Flesner benannt wird oder nicht, den Einwohnern des Ortes zu überlassen. Ubben und enthielten sich.
„Die Leezdorfer sollen abstimmen“
Heiner Kuske, Sprecher der SPD/Grüne-Gruppe, rang sich in der Sitzung immerhin ein „Das ist Eure Idee. Wir sind grundsätzlich bei Euch“ ab, forderte dann aber einen „offenen Bürgerdialog“. „Die Leezdorfer sollen abstimmen“, verlangte Kuske. Ähnlich äußerte sich der Sprecher der BWG/CDU-Gruppe, Mario Toben. „Eine Top-Idee. Wenn es einer verdient hat, dann Hannes Flesner. Der hat die Nase vorn. Kein Leezdorfer ist bekannter als er“, stellte Toben fest, sprach sich aber ebenfalls dafür aus, die Bürger in die Entscheidung einzubinden.
Das war im Juni. In welcher Form und wann das geschehen soll, ist bis heute offen. Beobachter vermuten, SPD und Grüne spielten auf Zeit. Diesem Eindruck widersprachen jetzt auf Nachfrage sowohl Kuske als auch Riesebeck. Das Thema Bürgerbeteiligung sei noch in Planung, man selbst in einer „Findungsphase“. „Es soll auf jeden Fall gemacht werden. Wir gucken noch, wie das realisiert werden kann“, betonte Kuske.
Ideenwettbewerb
Ähnlich äußerte sich Riesebeck. „Das Thema steht nicht ganz oben auf der Agenda, ist aber nicht vergessen“, sagte sie. Derzeit werde überlegt, wie man an das Votum der Einwohnerschaft komme. Eine Bürgerbefragung nach dem Kommunalverfassungsgesetz sei mit erheblichen Kosten verbunden, gab die Ratsvorsitzende zu bedenken, da jeder Leezdorfer ab 14 Jahren angeschrieben werden müsse. Eine andere Möglichkeit wäre eine Bürgerversammlung. Deren Teilnehmerkreis sei meist aber nicht repräsentativ. Alternativ schlug Riesebeck einen Ideenwettbewerb vor, bei dem Bürger Namensvorschläge einreichen könnten. So war 2016 bei der Findung eines Namens für die Grundschule Leezdorf, die seither „Leezder Dörpschool“ heißt. Sie kündigte an, darüber mit ihren Ratskollegen interfraktionell reden zu wollen.
Ubben sagte, er gehe davon aus, dass das Thema spätestens in der letzten Ratssitzung dieses Jahres wieder auf die Tagesordnung komme. Mit ihm und seiner Fraktionskollegin habe bisher niemand das Gespräch gesucht. Durch viele positive Reaktionen sähe sich die Fraktion „Moin, Frau Schmidt“ in ihrem Vorschlag bestätigt. Ubben bekräftigte seinen Vorschlag aus der Juni-Ratssitzung, zusätzlich zur Benennung des Platzes nach Flesner auf einer Tafel diejenigen Leezdorfer namentlich zu erwähnen, die sich um den Dorfplatz verdient gemacht hätten. Schön wäre es, wenn eine Entscheidung zeitnah gefasst und die Umbenennung noch in diesen Jahr vorbereitet werde könne, sagte er. Kuske sagte, der zeitliche Rahmen lasse sich noch nicht abschätzen.