Hamburg  Traurig, aber bequem: Niemand schützt die Cybermobbing-Opfer, denn Forderungen reichen ja

Marie Busse
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Von Marie Busse
| 23.10.2024 15:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Mehr als zwei Millionen Kinder und Jugendliche hierzulande sind von Cybermobbing betroffen. Meist ist der Tatort die Schule. Foto: IMAGO / Panthermedia
Mehr als zwei Millionen Kinder und Jugendliche hierzulande sind von Cybermobbing betroffen. Meist ist der Tatort die Schule. Foto: IMAGO / Panthermedia
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Fast jeder fünfte Schüler wurde bereits online gemobbt. Oft ist der Tatort die Schule, online gehen die Demütigungen und Beleidigungen weiter. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, ist Hilfe für die Betroffene nicht in Sicht.

Die Ergebnisse der aktuellen Studie sind erschreckend: Fast jeder fünfte Jugendliche ist von Cybermobbing betroffen. Überraschen können die Zahlen allerdings kaum jemanden. Wenn Schulen zögerlich reagieren und Eltern überfordert sind, lernen Jugendliche, dass sie online andere fertig machen können, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Die verheerende Botschaft, die Mobber aus dem digitalen Raum mitnehmen, ist klar: „Ich kann weitermachen“.

Für die Opfer ist die Erkenntnis dagegen bitter: „Mir wird nicht geholfen“. Die meisten wissen genau, wer sie ausgrenzt und beleidigt. Sie sitzen im Klassenraum mit den Tätern und fürchten bei jedem Blick auf das Handy neue Schikanen.

Natürlich kann man jetzt ein Handyverbot fordern, um Mobbing in der Schule einzudämmen. Aber mal ehrlich: Das verkürzt vielleicht die Bildschirmzeit, löst das Problem aber nicht. Dann verschicken die Mobber ihre Schmähungen eben an der Bushaltestelle.

Die Innenminister der Länder hätten am liebsten einen neuen Straftatbestand für Cybermobbing. Aber auch das geht an der Realität vorbei, denn es gibt bereits entsprechende Regeln: Beleidigungen und Bedrohungen sind strafbar. Das Problem liegt nicht in fehlenden Gesetzen, sondern in der mangelnden Durchsetzung.

Es reicht nicht, mit Symbolpolitik und leeren Maßnahmen so zu tun, als würden wir das Problem in den Griff bekommen. Die Lösung liegt darin, dass Eltern konsequenter handeln, Lehrkräfte endlich besser geschult werden und die bestehenden Gesetze konsequent durchgesetzt werden. Sonst bleibt die Realität bestehen: Mobben ist für Täter zu oft folgenlos.

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