Nicht mehr einsatzbereit  Brookmerlander Feuerwehrfahrzeuge aus dem Verkehr gezogen

| | 22.10.2024 18:26 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Bis auf Weiteres außer Dienst gestellt ist das 33 Jahre alte Löschfahrzeug LF 8 der Feuerwehr Upgant-Schott. Foto: Feuerwehr
Bis auf Weiteres außer Dienst gestellt ist das 33 Jahre alte Löschfahrzeug LF 8 der Feuerwehr Upgant-Schott. Foto: Feuerwehr
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Gleich zwei Feuerwehrfahrzeuge wurden wegen technischer Mängel stillgelegt. Wie es jetzt weitergeht.

Brookmerland - Erneut muss die Feuerwehr im Brookmerland auf Teile ihres Fuhrparks verzichten. Dieses Mal traf es die Mitglieder der Löschteams in Leezdorf und zum wiederholten Mal in Upgant-Schott. Das dort stationierte Löschfahrzeug, Modell LF 8, wurde wegen technischer Mängel aus dem Verkehr gezogen und darf bis auf Weiteres nicht mehr eingesetzt werden.

In Leezdorf hat das Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF-W) einen Defekt. Nach ON-Informationen hat der rund 700 Liter Wasser fassende Tank an Bord des TSF-W ein Leck. Am Schottjer Löschgruppenfahrzeug sollen abermals gravierende Mängel an der Karosserie festgestellt worden sein.

Änderungen bei der Stationierung

Offiziell bestätigen ließen sich diese Informationen bisher nicht. Von der Samtgemeindeverwaltung war dazu nichts zu erfahren. Eine schriftliche Anfrage blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Brookmerlands Gemeindebrandmeister Klaus-Dieter Cassens bestätigte auf Anfrage, dass er Änderungen bei der Stationierung von Fahrzeugen innerhalb der Brookmerlander Feuerwehren vornehmen lassen habe. So fällt auf, dass das Tragkraftspritzenfahrzeug der Feuerwehr Osteel derzeit in Upgant-Schott steht und dafür ein Tragkraftspritzenfahrzeug nach Osteel beordert wurde.

Zu möglichen Auswirkungen auf die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr und den Brandschutz in der Samtgemeinde könne er nichts sagen, so Cassens. Die Gespräche darüber mit der Verwaltung liefen, ließ er wissen.

Fraglich ist, wann und ob überhaupt die Fahrzeuge wieder einsatzbereit sein werden. Nach ON-Informationen wird das wohl am ehesten in Leezdorf der Fall sein.

Tank soll provisorischgeklebt werden

Dem Vernehmen nach versucht man dort, den gerissenen Kunststofftank des TSF-W provisorisch zu kleben, um das Fahrzeug zumindest vorübergehend wieder flottzumachen. Eine Reparatur soll angeblich rund 18.000 Euro kosten und sich nicht mehr lohnen, heißt es. Hinzu kommt, dass ohnehin geplant ist, für die künftige am Standort Nord vereinigte Feuerwehr Osteel-Leezdorf ein neues Fahrzeug zu kaufen.

Wohl nicht mehr zu reparieren sein soll das 1991 gebaute LF 8 in Upgant-Schott. An ihm waren in der Vergangenheit immer wieder Mängel festgestellt worden, deretwegen es vorübergehend nicht mehr eingesetzt werden durfte (wir berichteten). Entdeckt wurden die Mängel meist bei technischen Überprüfungen in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Georgsheil. Bisher konnten sie noch behoben und das Fahrzeug nach Werkstattaufenthalten wieder eingesetzt werden.

Endgültiges Aus fürFeuerwehr-Dino

Dieses Mal aber scheint das endgültige Aus für den Feuerwehr-Dino gekommen. „Das Ding ist Schrott“, heißt es aus Feuerwehrkreisen. Ein LF 8 transportiert bis zu neun Einsatzkräfte und ist daher für den Brandschutz von Bedeutung. Eine Reparatur wäre aus wirtschaftlicher Sicht demnach nicht mehr zu rechtfertigen.

Die Hiobsbotschaft von den Defekten an den Feuerwehrfahrzeugen in Leezdorf und Upgant-Schott trifft die Samtgemeinde in einer Zeit angespannter Haushaltslage. Wie im September berichtet, ist für die Feuerwehren für den Rest dieses Jahres kein Geld mehr vorhanden. Das ging aus einer Mitteilung des Ordnungsamtes der Samtgemeinde an die Führungskräfte der fünf Ortsfeuerwehren hervor. In der E-Mail heißt es, dass das Budget für das Feuerwehrwesen für 2024 ausgeschöpft sei und weitere Beschaffungen nicht vorgenommen werden könnten.

Beunruhigte Feuerwehrmitglieder meldeten sich zu Wort. Ihre Sorge: Die „Haushaltssperre“ könnte Auswirkungen auf die Sicherheit haben. In der jüngsten Sitzung des Samtgemeinderats sprach Kämmerer Stephan Weers von „gängiger Praxis“. Es müsse niemand Angst haben. „Die Feuerwehr wird einsatzfähig sein“, versuchte er zu beruhigen. Für große Anschaffungen allerdings sei kein Geld mehr vorhanden.

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