Boßel-Landesliga Spektakulärer Friesensport in Pfalzdorf
Der Landesliga-Meister wirft gegen Westeraccum Saisonbestleistung und geht fast als Verlierer von der Straße. Auch in der Bezirksliga ging es hoch her.
Aurich - Dramatik in Pfalzdorf: Der Landesligameister musste sich im Heimwettkampf gegen Westeraccum schon gewaltig strecken, um den knappen Sieg ins Ziel zu retten. Weil Reepsholt in Leerhafe nur ein Unentschieden holte, führt Pfalzdorf die Tabelle in der Boßel-Landesliga nun alleine an.
In der Verfolgerposition liegt auch Schirumer Leegmoor, die auf eigener Strecke souverän gegen Südarle gewannen.
Schirumer Leegmoor - Südarle 14:0
3,120/3,008/-0,123/7,077
Die Leegmoorer Friesensportler warfen fast genauso gut wie am ersten Spieltag. Elferrunden und eine 10/3-Runde in der zweiten Gummigruppe bescherten Mannschaftsführer Jannes Koch einen ruhigen Nachmittag. „Zu Hause sind wir eine Macht“, sagte Koch. Wie gut die Leegmoorer drauf waren, belegte auch die Statistik von Fabian Schiffmann. Der EM-Teilnehmer des Gegners sprach laut Koch davon, dass Südarle in der Vergangenheit mit derselben Anzahl an Würfen auch schon mal ganz knapp verloren hatte.
Wie gut, dass die Leegmoorer am kommenden Wochenende gleich noch einen Heimwettkampf austragen dürfen. Gegner ist dann Aufsteiger Leerhafe. „Sie sind sehr gut in die Saison gestartet und haben Reepsholt einen Punkt abgeknöpft. Der wird ihnen vielleicht noch einmal im Saisonverlauf weh tun“, glaubt Leegmoors Mannschaftsführer Koch.
Pfalzdorf - Westeraccum 7:6
4,006/-6,015/3,056/0,048
Spektakulärer Friesensport in Pfalzdorf: Der Meister benötigte nur 183 Würfe für die Strecke und hätte dennoch fast verloren. „Wir sind gegen einen bärenstarken Gegner mit einem blauen Auge davongekommen, sagte Pfalzdorfs Mannschaftsführer Mathias Cremer. Der Verlauf des Wettkampfes hätte spannender nicht sein können.
Nur die zweiten Gummigruppen waren noch nicht im Ziel und Pfalzdorf lag mit einem Wurf im Gesamtergebnis zurück. „Kurz vor dem Ziel sind wir dann noch mal rangekommen und haben das entscheidende Stück des Vorsprungs abgeknabbert“, so Cremer.
Besonders in der zweiten Holzgruppe zauberte der Gegner aus Westeraccum einige weite Würfe auf die Straße, der Vorsprung in dieser Detailgruppe wuchs bis ins Ziel auf sechs Würfe an. „Die haben wirklich alles getroffen“, staunte auch der Pfalzdorfer Mannschaftsführer. In der ersten Holzgruppe diktierte der Meister das Geschehen und lag den ganzen Wettkampf über vorne. Im Ziel lag Pfalzdorf mit vier Würfen vorne. „Schon zur Wende haben wir gemerkt, dass wir ordentlich Gas geben müssen“, sagte Cremer.
Die erste Gummigruppe der Pfalzdorfer warf furios und kam nach einer 11/1-Runde mit drei Würfen Vorsprung im Zielbereich an.
Pfalzdorf ist nach dem überraschenden Unentschieden von Reepsholt in Leerhafe mit 6:0-Punkten alleine an der Tabellenspitze der Landesliga. In der kommenden Woche wartet auf die Mannschaft von Mathias Cremer eine Pflichtaufgabe. „In Ardorf müssen wir die beiden Punkte holen, dann können wir uns eine sehr gute Ausgangsposition für die beiden Topwettkämpfe schaffen und stehen nicht so unter Druck“, sagte Cremer.
Das Programm hat es in sich: Erst geht es gegen den ewigen Rivalen Reepsholt und nur eine Woche später geht es zum Derby nach Schirumer Leegmoor. „Danach wissen wir, wo die Reise hingeht in dieser Saison“, so der Pfalzdorfer Mannschaftsführer.
Absteiger Rahe bleibt auch nach dem dritten Spieltag in der Boßel-Bezirksliga ohne Verlustpunkt. Die Mannschaft um Max Wilts gewann den ersten Auswärtswettkampf der Saison in Uttel. Dietrichsfeld holte einen Punkt in Upschört.
Ludwigsdorf verlor etwas überraschend auf eigener Strecke gegen Ostermoordorf, Aufsteiger Sandhorst wartet nach der Niederlage in Holtgast noch auf den ersten Punktgewinn in der neuen Liga.
Holtgast - Sandhorst 8:2
3,007/4,147/0,090/-2,059
Eigentlich hatte sich der Aufsteiger etwas Zählbares versprochen. „Das war ein Gegner mit unserer Kragenweite, aber sie haben wirklich gut performt“, sagte Mannschaftsführer Dirk-Christian Saathoff. Besonders in den Holzgruppen zeigte Holtgast einen starken Wettkampf und führte schon zur Wende in beiden Gruppen mit acht Würfen. „Da ist es dann schon schwer, noch etwas mitzunehmen. Wir haben uns aber gut wieder zurückgekämpft“, sagte Saathoff. Die Sandhorster Gummigruppen lagen zwischenzeitlich mit vier Würfen vorne. „In den Kurven haben wir dann noch etwas verloren“, so Saathoff.
Am kommenden Wochenende geht es für Sandhorst auf eigener Strecke im Kellerduell gegen Utarp-Schweindorf. „Da müssen wir gewinnen, sonst mache ich mir Sorgen“, so Dirk-Christian Saathoff.
Uttel - Rahe 4:9
2,119/1,146/-5,040/-3,126
Mit 193 Würfen warf Rahe einen ordentlichen Auswärtskampf. Die Gummi I verpasste kurz vor dem Ziel eine 10er-Runde. Mit 11/0 ging man schließlich über das Ziel und gewann mit fünf Schööt. Nicht viel schlechter kam die zweite Gummigruppe über die Ziellinie. Mit einer Rundenweite von 11/3 schlug man die Gastgeber mit mehr als drei Würfen. Trotz dieser Dominanz in den Gummigruppen wurde es am Ende noch etwas spannend.
Beide Holzgruppen lagen zurück. Hätten die Gastgeber aus Uttel konzentrierter weitergeworfen, hätten mehr als sieben Schööt dabei rumkommen können. Aber mit den letzten Würfen reduzierten die Werfer vom Kukelorum den Rückstand auf insgesamt vier Würfe.
Upschört - Dietrichsfeld 2:1 (u)
0,130/-1,103/1,009/0,082
Dietrichsfelds Mannschaftsführer Matthias Niendieker wusste nach dem Wettkampf nicht, ob er sich über das Unentschieden freuen sollte. „Im Vorfeld hätte ich einen Punkt sofort unterschrieben. Danach muss ich sagen, dass wir den Sieg eigentlich verschenkt haben. Wir haben fast den gesamten Wettkampf über geführt“, sagte der Dietrichsfelder. Am Ende hatten die Auricher sogar noch Glück. Mit dem Schlusswurf sicherte sich Dietrichsfeld den hart erkämpften Punkt in Upschört.
Elf Jahre hatten die Auricher nicht mehr auf der schmalen Strecke in Upschört geboßelt. Der zweiten Holzgruppe und Werfer Roman Wübbenhorst sprach Teamkapitän Niendieker ein Sonderlob aus. „Roman war einfach in Topform.“ Am kommenden Spieltag geht es gegen Theener. Allerdings steht noch nicht fest, ob in Dietrichsfeld geboßelt werden kann, ein Tausch des Heimrechts ist durchaus möglich.