Hannover  Nach Farbattacke auf Landtag: Abschluss der Reinigung und Sanierung wohl erst im Frühjahr

Lars Laue
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Von Lars Laue
| 18.10.2024 14:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Noch immer zeugen Spuren an den Landtagssäulen von der Farbattacke auf das Gebäude Mitte September. Foto: Stefan Idel
Noch immer zeugen Spuren an den Landtagssäulen von der Farbattacke auf das Gebäude Mitte September. Foto: Stefan Idel
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Islamistische Schmiererei in Hannover: Die Reinigung des Landtags verzögert sich bis ins Frühjahr. Die Kosten dürften sechsstellige Beträge erreichen. Während die Suche nach den Tätern weiterläuft, prüft die Politik verbesserte Sicherheitsvorkehrungen.

Die Beseitigung der Schmierereien am Landtagsgebäude in Hannover erweist sich als zeitaufwändig und teuer. Wie die Landtagsverwaltung auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte, wird die Sanierung der Fassade voraussichtlich erst im Frühjahr abgeschlossen werden können. Da bereits jetzt Kosten in Höhe von rund 40.000 Euro angefallen seien, geht die Landtagsverwaltung nach Angaben eines Sprechers davon aus, dass sich die Aufwendungen für die Reinigung und Sanierung „insgesamt sicher im sechsstelligen Bereich“, also bei mehr als 100.000 Euro, bewegen dürften.

Die Schmierereien, darunter die Parole „Free Gaza“ und rote Dreiecke der islamistischen Hamas, waren Mitte September ausgerechnet in der Nacht vor dem Tag der offenen Tür des Landtags in roter Farbe aufgesprüht worden.

Bis heute konnten nicht alles Spuren beseitigt werden. „Insbesondere die Tafel des Hoffmann von Fallersleben-Denkmals muss noch gesondert begutachtet werden, um bei der Reinigung keine dauerhaften Schäden an dem Material zu verursachen“, heißt es von der Landtagsverwaltung. Bereits im vergangenen Jahr waren Aktivisten von Greenpeace auf das Dach des Landtags gelangt und hatten von dort Banner an der Fassade angebracht, die sich gegen geplante Gasbohrungen vor der Nordseeinsel Borkum richteten.

Auswertungen von Videoaufzeichnungen zufolge ereignete sich die Farbattacke auf das Gebäude in der Nacht vor dem Tag der offenen Tür gegen 3.40 Uhr und dauerte nur etwas mehr als zwei Minuten. Es seien sechs Vermummte zu sehen gewesen.

Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt nach den Worten einer Sprecherin gegen Unbekannt „wegen des Verdachts der gemeinschädlichen Sachbeschädigung“. Weitere Auskünfte könnten im Hinblick auf die laufenden Ermittlungen derzeit nicht erteilt werden.

Unterdessen beschäftigt sich die Landesregierung mit einer möglichen Ausweitung der Polizeipräsenz am Gebäude. Innenministerin Daniela Behrens (SPD) erklärte im Landtag, sie wolle dafür aber eine neue Gefährdungsbewertung durch das Landeskriminalamt abwarten. Diese solle Ende Oktober vorliegen. Die Opposition aus CDU und AfD dringt bereits jetzt auf einen erhöhten Polizeischutz.

Die Reinigungs- und Sanierungsarbeiten sollen laut Landtag in den kommenden Wochen fortgesetzt werden. Eine Fachfirma werde sich in der kommenden Woche die Schäden ansehen und die nächsten Schritte festlegen. Schon jetzt sei aber klar, dass die Witterung bei den anstehenden Arbeiten eine entscheidende Rolle spielen werde. Die Sanierung könne weder bei niedrigen Temperaturen noch bei zu hoher Feuchtigkeit erfolgen. Auch sei eine enge Abstimmung mit dem staatlichen Baumanagement nötig, da Aspekte des Denkmalschutzes beachtet werden müssten.

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