Gefahr für Kleintiere  Auricher Tierschützer warnen vor Mährobotern

| | 16.10.2024 08:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Igel und andere Tiere können durch Mähroboter verletzt oder sogar getötet werden. Foto: DPA
Igel und andere Tiere können durch Mähroboter verletzt oder sogar getötet werden. Foto: DPA
Artikel teilen:

Vor Kurzem beantragten die Freien Wähler im Auricher Kreistag ein Nachtfahrverbot für Mähroboter. Auch hiesige Naturschützer sehen eine Notwendigkeit für Einschränkungen.

Aurich - Tiere werden immer wieder durch Mähroboter verletzt oder sogar getötet. Vor allem nachtaktive Tiere wie Igel trifft es häufig. Deshalb fordern viele Tierschützer ein Nachtfahrverbot für die Roboter. Sehen auch die Auricher Tierschützer eine Notwendigkeit für so eine Einschränkung?

Die kurze Antwort lautet Ja. Jan Fuchs, Leiter der Regionalgeschäftsstelle Nabu Ostfriesland, würde ein Nachtfahrverbot „definitiv begrüßen“, sagt er. Er habe auch in Aurich bereits beobachtet, dass Mähroboter in der Dämmerung aktiv waren. Das stelle vor allem für nachtaktive Tiere wie Igel eine Gefahr dar. Fuchs verweist auf eine Studie des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung. Diese Studie ergab, dass knapp die Hälfte der Igel, die von Mährobotern verletzt wurden, nicht überlebten. Das sei mit Blick auf die sinkenden Zahlen von Igeln in Deutschland ein ernsthaftes Tierschutzproblem.

Nachtfahrverbot wirkungsvollste Lösung

Ähnlich beurteilt auch Rolf Runge, Vorsitzender des BUND Ostfriesland, die Lage. Er sieht generell eine große Gefahr für Tiere durch Mähroboter. Konkrete Zahlen zu Fällen von verletzten Tieren in Aurich liegen ihm zwar nicht vor, er geht aber generell von einer hohen Dunkelziffer aus. Viele Tiere, die durch die Gartengeräte verletzt werden, werden nicht gefunden oder gemeldet.

Genau wie Fuchs ist sich auch Runge sicher, dass auch in Aurich Mähroboter nachts genutzt werden. Er wünscht sich zwar, dass die Nutzer der Geräte von sich aus auf die nächtliche Nutzung verzichten würden. Die größere Wirkung hätte aber wahrscheinlich ein Nachtfahrverbot, so Runge.

Nachtfahrverbot auf Kreisebene denkbar

Beide Naturschützer betonen, dass nicht nur Igel durch Mähroboter gefährdet werden. Auch andere Tiere wie Molche oder Kröten, Mäuse oder Schnecken können durch die Geräte verletzt oder getötet werden. Ende September war in Wiesmoor auch die Hauskatze Lucy mutmaßlich durch einen Mähroboter lebensgefährlich verletzt worden. Laut Runge ist nicht nur die heimische Fauna gefährdet. Durch Mähroboter habe außerdem „keine Blume eine Chance“, was generell schlecht für den Naturhaushalt sei.

Die Naturschützer sind nicht die Einzigen, die ein Nachtfahrverbot für Mähroboter für sinnvoll halten. Auch die Fraktion der Freien Wähler im Auricher Kreistag ist dafür. Sie haben vor Kurzem einen Antrag gestellt, um ein solches Verbot zu diskutieren. Die Fraktion nannte die Stadt Köln als Vorbild, die vor Kurzem so eine Maßnahme durchgesetzt hat. Auch in Ostfriesland wurde dies schon versucht, wenn auch bis jetzt erfolglos. Diedrich Kleen (Tierschutzpartei), Ratsherr im Wiesmoorer Stadtrat, hat auf kommunaler Ebene ebenfalls ein Nachtfahrverbot gefordert. Jetzt wird das Thema also auch in den Kreistag gebracht. Am Montag, 21.Oktober, wird es im Umweltausschuss des Landkreises behandelt.

Ähnliche Artikel