Wohnungsnot in Aurich  Frau darf auf Zuhause für drei Hunde und sich selbst hoffen

Gabriele Boschbach
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Von Gabriele Boschbach
| 11.10.2024 15:22 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Für Sabrine Driftmann sind ihre drei Hunde so etwas wie eine Familie. Foto: Archiv/Ortgies
Für Sabrine Driftmann sind ihre drei Hunde so etwas wie eine Familie. Foto: Archiv/Ortgies
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Noch vor einer Woche sah es so aus, als würde Sabrina Driftmann wegen ihrer drei Hunde keine Wohnung in Aurich und umzu finden. Nach einem Artikel hat sich das Blatt gewendet.

Aurich - Aufatmen! Endlich. Bei Sabrina Driftmann stellt sich in diesen Tagen ein inneres Gefühl der Entspannung ein. Hinter der Bückeburgerin liegen fünf Monate intensiver vergeblicher Wohnungssuche. Aus beruflichen Gründen musste die 34-Jährige zum 1. September 2024 nach Aurich ziehen. Das Handikap bei der Suche nach einem geeigneten Zuhause: Die Wahl-Ostfriesin hat drei Hunde, zwei eigene und einen Pflegehund. Diese Zeitung hatte über ihre Situation berichtet. Bereits kurz nach Erscheinen des Artikels am Sonnabend, 7. Oktober 2024, meldeten sich die ersten Vermieter in der Redaktion, um Unterstützung anzubieten.

Das erste Angebot sei von einem Auricher gekommen, der in Sandhorst ein Haus besitzt. Dort habe er ihr eine Wohnung in Aussicht gestellt, sagt Sabrina Driftmann im Gespräch mit der Redaktion. Der Vorteil: Diese befinde sich nur wenige Fahrminuten von ihrem Arbeitsplatz entfernt. Das sei positiv. Jetzt muss die Hundebesitzerin nämlich täglich nach Tettens, ins Wangerland, fahren. Dort hat sie übergangsweise für sich und ihre Tiere eine Wohnung gefunden. Der Nachteil: Die angebotene Wohnung in Sandhorst verfügt nur über ein Gemeinschaftsbad. Das empfinde sie nicht als ideal.

Wohnung ist noch vermietet

Außerdem hat Sabrina Driftmann ein Angebot von einer Südbrookmerlanderin bekommen, die ihr im Parterre ihres Hauses eine 3- bis 4-Zimmer-Wohnung zur Verfügung stellen würde. „Noch ist die Wohnung zwar vermietet, sie wird jedoch in einigen Monaten frei“, sagt Silke Redenius. Die Vermieterin hatte den Artikel über Sabrina Driftmann in der Zeitung gelesen. Sofort habe sie den Wunsch gehabt, Unterstützung zu leisten, sagt die Südbrookmerlanderin im Gespräch mit der Redaktion. Sie habe keine Bedenken dagegen, an eine Frau mit drei Hunden zu vermieten. Im Gegenteil. Sie habe immer gute Erfahrungen mit Menschen gemacht, die tierlieb seien. „Mieter ohne Hunde können eine Wohnung auch verkurmeln“, ist Silke Redenius überzeugt. Man müsse nur an Berichte von Messis oder Mietnomaden denken.

Ein Vermieter aus Spekendorf hat ebenfalls keine Vorbehalte gegen Mieter mit Hunden. Der Mann möchte anonym bleiben, sagt er im Gespräch mit der Redaktion. Er selbst habe auch eine Hündin. „Deshalb haben wir die Flure mit Fliesen ausgelegt und den Rest mit Laminat, damit alles pflegeleicht ist“, sagt er. Er habe vor Jahren ein Gebäude in Spekendorf gekauft, das er saniert habe. Deshalb könne er Sabrina Driftmann jetzt ein ganzes Haus mit Küche, Wohnzimmer und Bad anbieten. Der Mietpreis ist mit 740 Euro kalt noch moderat. Der Vorteil: Das Haus liegt quasi im Grünen. Als Hundebesitzer ist man schnell in der Natur und kann mit seinen Tieren ausgedehnte Spaziergänge machen. Der Nachteil laut Sabrina Driftmann: Der Rotweiler, den sie in Pflege hat, ist mit fremden Hunden nicht immer verträglich. Deshalb könne es Probleme geben.

Gerührt von Hilfsbereitschaft

Die Wahl-Ostfriesin aus Bückeburg hat allerdings noch ein anderes Eisen im Feuer. Über eine Kollegin habe sie vor wenigen Tagen erfahren, dass sie ab März 2025 in einen umgebauten Resthof in Upschört ziehen könnte. Dort habe sie fünf Räume zur Verfügung. Auch die anderen Bedingungen seien ideal. Upschört ist ein nördlich von Wiesede liegendes Dorf, eine ehemalige Moorkolonie und gehört zur Gemeinde Friedeburg.

Unabhängig davon ist Sabrina Driftmann gerührt über die Hilfsbereitschaft einiger Menschen. Dass es doch noch etliche hundefreundliche Vermieter gibt, hätte sie fast nicht mehr zu hoffen gewagt. Auch von professioneller Seite war die Chance als gering eingestuft worden, im Landkreis Aurich mit drei Hunden eine Wohnung zu finden. Immobilienmakler, mit denen die Redaktion gesprochen hatte, sahen die Wahrscheinlichkeit als niedrig an, dass jemand die Bereitschaft haben könnte, ein solches Wagnis einzugehen. Offenbar gibt es, was das anbelangt, noch andere Perspektiven.

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