Hamburg  Polarlichter am Wochenende erwartet: Wann sich der Himmel bunt färben könnte

Patrick Kern
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Von Patrick Kern
| 04.10.2024 20:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Im Mai waren Polarlichter sogar auf dem Brocken zu sehen. Das könnte sich an diesem Wochenende wiederholen. Foto: dpa/Matthias Bein
Im Mai waren Polarlichter sogar auf dem Brocken zu sehen. Das könnte sich an diesem Wochenende wiederholen. Foto: dpa/Matthias Bein
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Am Wochenende lohnt es sich womöglich, etwas länger wach zu bleiben: Wegen starker Sonnenstürme könnte sich der Nachthimmel wieder bunt färben, vielleicht sogar wieder in weiten Teilen Deutschlands. Wann ist mit den Polarlichtern zu rechnen?

Bereits im Mai hatten wir in Deutschland das Vergnügen, Polarlichter beobachten zu können. Der Sonnensturm, der die bunten Farben am Himmel verursachte, war damals so stark, dass das Phänomen sogar bis in den Süden zu sehen war.

Mit etwas Glück kommen die Polarlichter nun ähnlich kraftvoll zurück: Wie die US-Wetterbehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) und die Europäische Weltraumorganisation (Esa) mitteilten, ist es erneut zu starken Sonneneruptionen gekommen.

Der Sonneneruption-Chronik von SpaceWeatherLive.com zufolge ist am Donnerstag mit der Stärkeklassifizierung X-9,0 der höchste Wert seit 2017 gemessen worden. Kurz zuvor kam es bereits zu einer Eruption der Kategorie X-7,1. Die Eruption im Mai, der Polarlichter in ganz Deutschland mit sich brachte, hatte die Stärkeklassifizierung X-8,79.

Die ausgelösten Sonnenstürme könnten in den kommenden Nächten Polarlichter bei uns verursachen. Diese koronalen Massenauswürfe, also riesige Wolken aus Sonnenplasma, werden in den frühen Morgen- und Abendstunden des Samstags erwartet. „Wir wissen aber nicht, ob es einen direkten Treffer gibt oder einen Streifschuss“, erklärte Sami Solanki, Direktor am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung.

Sollte es also Polarlichter geben, bekommt man sie in der Nacht zu Samstag und in der Nacht zu Sonntag zu Gesicht – vorausgesetzt, das Wetter lässt es zu.

Wo und um wie viel Uhr die Polarlichter sichtbar werden, ist noch schwierig vorherzusagen. Solanki erklärte, dass man auch bei Massenauswürfen, die sich in Richtung Erde ausbreiten, im Voraus nur sehr ungenau sagen könne, wie stark sie ausfallen oder wie schnell sie sich ausbreiten. Genaueres sei erst etwa eine halbe Stunde vor dem Eintreffen der Plasmateilchen auf der Erde klar.

Ob die Polarlichter in ganz Deutschland zu sehen wären, bleibt also abzuwarten. Zwar ist die Sonneneruption von Donnerstag stärker gewesen als die im Mai. Dennoch erwartet die NOAA nun Stürme der Kategorie G3., während die Polarlichter im Mai von einem Sturm der Kategorie G5 ausgelöst wurden.

Für das beste Polarlicht-Erlebnis sollte man sich in einer dunklen Umgebung, weit weg von jeglichen Lichtquellen, aufhalten. Nutzt man eine Kamera oder ein Handy mit langer Belichtungszeit, sind die Polarlichter oftmals noch besser zu erkennen.

Der Sonnensturm kann aber auch eine Schattenseite haben. Die elektrisch geladenen Teilchen können das Magnetfeld beeinflussen, was beispielsweise Auswirkungen auf das Stromnetz haben kann, erklärt das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung.

Satelliten, die sich außerhalb dieses Magnetfeldes befinden, sind dem Sonnensturm ungeschützt ausgesetzt. Es kann zu Einschränkungen von GPS-Systemen kommen. Im Extremfall kann auch der Radiofunk und das Mobilfunknetz betroffen sein.

Mit Material der dpa

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