Osnabrück  Zum letzten Mal ist Dagmar Manzel an der Seite von Fabian Hinrichs im Franken-Tatort: „Trotzdem“ zu sehen

Frank Jürgens
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Von Frank Jürgens
| 05.10.2024 12:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Zum letzten Mal ermittelt Dagmar Manzel als Kommissarin Ringelhahn an der Seite von Fabian Hinrichs. „Tatort: Trotzdem“, Sonntag, 6. Oktober, 20.15 im Ersten und in der ARD Mediathek. Foto: BR/Hager Moss Film GmbH/Bernd Schuller
Zum letzten Mal ermittelt Dagmar Manzel als Kommissarin Ringelhahn an der Seite von Fabian Hinrichs. „Tatort: Trotzdem“, Sonntag, 6. Oktober, 20.15 im Ersten und in der ARD Mediathek. Foto: BR/Hager Moss Film GmbH/Bernd Schuller
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Schon wieder muss eine „Tatort“-Kommissarin gehen. Ob Dagmar Manzel in ihrem letzten Fall mit dem Titel „Trotzdem“ als Kommissarin Ringelhahn den Serientod stirbt, verraten wir natürlich nicht.

Lenni (Neil Körger) ist tot. Drei Jahre saß der 25-jährige eine Strafe für eine Tat ab, die er nicht begangen haben will. Jetzt hat er sich aus Verzweiflung das Leben genommen. Tatsächlich glauben alle an Lennis Unschuld. Seine Mithäftlinge und die Wärter im Knast. Lennis Schwestern Lisa und Maria (Mercedes Müller und Anne Haug). Und sogar Dr. Kaiser (Stefan Merki), Chef der Nürnberger Polizei, ist felsenfest davon überzeugt, dass Lenni nicht für den Tod seiner Ex-Freundin verantwortlich ist.

Deshalb lässt er den Fall nun auch wieder neu aufrollen. Während die Kommissare Ringelhahn (Dagmar Manzel) und Voss (Fabian Hinrichs) noch einmal alle Verdächtigen von damals unter die Lupe nehmen, statten Lisa und Maria dem Hauptverdächtigen einen Überraschungsbesuch ab.

Allen Indizien zum Trotz musste jener Stephan Dellmann (Justus Johanssen) vor drei Jahren aufgrund dubioser Zeugenaussagen, mutmaßlich gekauft von Dellmanns stinkreichen Vater Karl (Fritz Karl), freigesprochen werden. Die beiden Schwestern wollen nun ein Geständnis erzwingen. Dabei setzen sie eine teuflische Spirale mörderischer Ereignisse in Gang. Anstatt zu ermitteln, haben Ringelhahn und Voss bald alle Hände voll damit zu tun, eine Blutfehde zu verhindern und geraten dabei zwischen die Fronten.

Schon wieder heißt es Abschied nehmen in einem „Tatort“. Nachdem der grandiose letzte Frankfurt-„Tatort“ mit Margarita Broich und Wolfram Koch die beiden Schauspieler etwas unsanft aus ihren Rollen scheiden ließ, markiert der Franken-„Tatort“ mit der Episode „Trotzdem“ den letzten Auftritt von Manzel in ihrer Rolle der Kommissarin Ringelhahn. Ob es ein blutiger Abgang wird, wird hier freilich nicht verraten. Aber Regisseur Max Färberböck (gemeinsam mit Danny Rosness), der auch gemeinsam mit Stefan Betz das Drehbuch erarbeitet hat, gelingt ein würdevoller Ausstieg für Manzel.

Dabei geht es in der Episode „Trotzdem“ nicht um die klassische Suche nach Mörder und Motiv. Vielmehr dreht sich alles darum, eine Eskalation der Ereignisse zu verhindern oder zumindest zu minimieren. Es geht um „Schmerz und Hass“, wie es an einer Stelle formuliert wird, um blinden, mörderischen Zorn. Färberböck rückt Gefühle in den Mittelpunkt des Geschehens, die keine vernünftigen Entscheidungen mehr zulassen. Am Ende kann es nur Verlierer geben.

Die interessanteste Figur in diesem bösen Spiel ist Karl Dellmann, Patriarch und Chef eines Unternehmensimperiums, das er scheinbar aus dem Nichts aufgebaut hat. Der Mann saß in jungen Jahren selber im Knast, wo er sich den Titel gebenden Begriff „Trotzdem“ einst an die Zellenwand geschrieben hat. Seitdem ist dieses „Trotzdem“ sein Lebensmotto. Aber jetzt drohen Unvernunft und seine beiden jüngeren Söhne alles kaputt zu machen.

Leider bleiben die Charaktere etwas schwach, wirken mitunter gar ein wenig hölzern. Aber das tut der Spannung nur wenig Abbruch. Und dann möchte man ja auch noch wissen, wie es denn mit Kommissarin Ringelhahn zu Ende geht.

Darstellerin Dagmar Manzel äußert sich relativ zurückhaltend zu ihrer Entscheidung, nach zehn Jahren und Episoden auszusteigen. „Wenn’s am schönsten ist, soll man aufhören“, wird sie in einer BR-Pressenotiz zitiert. Sie sei dankbar und froh, die Rolle gespielt haben zu dürfen. Aber nun sei es Zeit, sich anderen Dingen zu widmen. „Zum Beispiel Oper inszenieren, mit den Enkelkindern spielen oder mehrere Wochen am Stück Urlaub machen“, wie sie sagt. Dabei standen die Dreharbeiten unter keinem guten Stern. Im realen Leben musste das Team leider Abschied nehmen von Produzentin Stephanie Heckner, deren Tod auch Einfluss auf die Dreharbeiten hatte.

Tatort: „Trotzdem“. Das Erste, Sonntag, 06. Oktober, 20.15 Uhr und in der ARD Mediathek.

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