Osnabrück Versicherungsbeiträge explodieren: So können Verbraucher trotzdem sparen
Verbraucher müssen bald tiefer in die Tasche greifen: Kfz- und Krankenversicherungen planen erhebliche Beitragserhöhungen, zum Teil von bis zu 50 Prozent. Wie Kunden dennoch bares Geld sparen können.
In den kommenden Monaten müssen Verbraucher mit erheblichen Beitragserhöhungen bei verschiedenen Versicherungen rechnen, darunter insbesondere Kfz-Versicherungen sowie private und gesetzliche Krankenversicherungen (PKV und GKV). Doch es gibt Möglichkeiten, die steigenden Kosten abzufedern.
Die Gründe für die Erhöhungen sind vielfältig, aber im Wesentlichen auf gestiegene Kosten in vielen Lebensbereichen zurückzuführen. „Die Höhe der ansteigenden Beiträge lässt sich zwar nicht exakt beziffern, weil noch nicht alle Versicherer ihre Erhöhungen bekannt gegeben haben, aber Experten rechnen mit Steigerungen im zweistelligen Prozentbereich“, sagt Versicherungsmakler Oliver Mest. In manchen Fällen könnten die Prämien sogar um 30, 40 oder gar 50 Prozent steigen.
Ein zentraler Treiber seien die gestiegenen Kosten in der Kfz-Branche. „Viele Kfz-Werkstätten haben ihre Preise aufgrund der Inflation erhöht, und diese Kostensteigerungen geben die Versicherer nun an die Kunden weiter“, erklärt Mest. Das Gleiche gilt im Bereich der privaten Krankenversicherung und der gesetzlichen Krankenversicherung. „Die Kosten steigen, und das in vielen Lebensbereichen.“
Was sollten Verbraucher tun, die mit einem erheblichen Gebührenanstieg konfrontiert sind? „Im ersten Schritt immer: Vergleichen und wechseln“, rät Mest. Besonders im Bereich der Kfz-Versicherung, aber auch bei anderen Sachversicherungen wie der Gebäudeversicherung oder der Hunde-Krankenversicherung kann der Wechsel zu einem anderen Anbieter erhebliche Einsparungen bringen. Online lassen sich schnell und unkompliziert Vergleiche einholen, oft gibt es günstigere Alternativen, die denselben Schutz wie die bestehende Versicherung bieten.
Allerdings gibt es auch Grenzen: „Je mehr Vorschäden man hat, umso schwerer wird ein Wechsel des Versicherers“, warnt Mest. Wer bereits drei oder mehr Schäden bei seinem aktuellen Anbieter gemeldet hat, wird möglicherweise Schwierigkeiten haben, einen günstigeren Vertrag bei einem anderen Versicherer zu bekommen. In diesem Fall bleibt oft nur die Möglichkeit, beim bisherigen Anbieter zu bleiben.
Ganz ähnlich verhält es sich, wenn Kunden mit Vorerkrankungen ihre private Krankenversicherung wechseln wollen. „Das ist nicht ohne Weiteres möglich“, so Mest. In solchen Fällen könne ein Tarifwechsel innerhalb der bestehenden Versicherung eine Alternative sein. Dabei behält der Versicherte seine bisherigen Rechte, etwa den Schutz vor Leistungsausschlüssen aufgrund von Vorerkrankungen, während er in einen günstigeren Tarif wechselt. Ein spezialisierter Versicherungsmakler oder -berater könne dabei helfen, damit der Tarifwechsel nicht zu einer Verschlechterung der Leistungen führt.
Auch im Bereich der Krankenzusatzversicherungen, insbesondere bei Zahnzusatzversicherungen, sollten Verbraucher genau hinschauen, bevor sie den Anbieter wechseln. Wer eine Zahnbehandlung plant, sollte einen Wechsel verschieben, denn anstehende Behandlungen sind bei einem neuen Versicherer in der Regel nicht mitversichert, erklärt der Experte.
Zudem gibt es bei Zahnzusatzversicherungen oft eine sogenannte Zahnstaffel, die die Leistungen in den ersten Vertragsjahren begrenzt. „Und wer zu einem neuen Anbieter wechselt, der bekommt die bisherigen Vertragsdaten nur bei manchen Gesellschaften angerechnet“, warnt Mest. Ein unüberlegter Wechsel kann daher zu Leistungseinbußen führen, die nicht immer durch den geringeren Beitrag aufgewogen werden.
Angesichts der steigenden Kosten fragen sich Versicherte womöglich, ob es auch wieder zu Beitragssenkungen kommen könnte. Oliver Mest sieht diese Möglichkeit eher skeptisch: „Technisch gesehen könnten Beiträge tatsächlich sinken, in der Praxis ist das jedoch nicht zu erwarten.“ Der Grund dafür liegt in den stetig steigenden Kosten, die in vielen Bereichen der Versicherungswirtschaft anfallen.
„Die Treiber für die steigenden Prämien sind steigende Kosten, und diese werden nicht auf breiter Front zurückgehen“, so Mest. Das bedeutet, dass Verbraucher auch in den kommenden Jahren eher mit weiteren Erhöhungen rechnen müssen, als auf sinkende Beiträge hoffen zu können.