Straßenverkehr Grüne unterstützen Eltern bei Tempo 30 am Auricher Gymnasium
Der Schulelternrat des Gymnasiums Ulricianum will Tempo 30 auf der Von-Jhering-Straße. Das wollen die Grünen auch – sowie an einer anderen Stelle.
Aurich - Tempo 30 fordert der Schulelternrat des Auricher Gymnasiums Ulricianum und hat einen entsprechenden Antrag an die Stadtverwaltung gerichtet. Dieser wurde abgelehnt. Damit ist das Thema aber noch nicht vom Tisch. Das sagt Reinhold Mohr (Grüne) im Gespräch mit unserer Redaktion. Mohr ist Vorsitzender des Umwelt- und Verkehrsausschusses der Stadt Aurich. „Das Tempolimit wird bei unserer nächsten Sitzung auf der Tagesordnung stehen.“
Dabei werde es nicht nur um das Ulricianum gehen, sagt Mohr. Er möchte auch erreichen, dass an der Wallinghausener Straße, direkt vor dem Krankenhaus, die Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer gedrosselt wird.
Erster Antrag schon vor zwei Jahren
Schon vor über zwei Jahren hatte er einen Antrag bei der Stadtverwaltung gestellt. Er wollte erreichen, dass die Stadt prüft, auf welchen Gemeinde-, Kreis-, Landes- und Bundesstraßen innerhalb des Stadtgebietes Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit eingeführt werden könnte. Das ist seit einigen Jahren nach einer Änderung der Straßenverkehrsordnung zum Beispiel vor Schulen, Altenheimen oder Krankenhäusern möglich. Über Mohrs Antrag wurde jedoch nie abgestimmt.
Nun hat sich allerdings der Schulelternrat des Gymnasiums auch an die Politik gewendet mit der Bitte, Tempo 30 auf der Von-Jhering-Straße und der Emder Straße zu prüfen. Bei den Grünen stießen die Eltern auf offene Ohren.
Stadt hat Antragsrecht bei Tempo 30
Er sei selbst jahrelang Lehrer am Ulricianum gewesen, sagt Mohr. Es habe einige Unfälle an der Von-Jhering-Straße gegeben, obwohl es dort zwei Ampeln gebe. Diese sollen laut Straßenbaubehörde mit dazu beitragen, dass der Verkehr ausgebremst wird.
Am Krankenhaus sei die Situation noch drängender. Denn dort gebe es nur einen Zebrastreifen, der vom Großparkplatz zur Ubbo-Emmius-Klinik führt. Ampeln, die den Verkehr ausbremsen könnten, gibt es an der Wallinghausener Straße nicht.
Reinhold Mohr hat kürzlich Bürgermeister Horst Feddermann auf die Thematik angesprochen. Der habe aber keine Zuständigkeit bei der Stadt Aurich gesehen, da es sich bei der Von-Jhering-Straße um eine Bundesstraße, bei der Wallinghausener Straße um eine Kreisstraße handele. Das aber ist laut Verkehrsclub Deutschland (VCD) nicht ganz korrekt. Angeordnet wird das Tempolimit von der zuständigen Straßenverkehrsbehörde, nur für ihre eigenen Straßen ist die Stadt Aurich zuständig. Aber: Die Stadt kann für alle Straßen Anträge auf ein Tempolimit stellen.
Straßenbaubehörde hat Sorge um Verkehrsfluss
Laut Straßenverkehrsordnung ist Tempo 30 seit 2016 an Schulen, Kindergärten, Seniorenheimen, Krankenhäusern und ähnlichen Einrichtungen die Regel. Eine besondere Gefahrenlage muss nicht mehr nachgewiesen werden. Es gibt aber Anforderungen. So muss der Ausgang der Einrichtung direkt zu der betreffenden Straße gehen. Oder aber es wird nachgewiesen, dass – wie am Gymnasium – zu bestimmten Zeiten besonders viele Fußgänger, Radfahrer und Autos unterwegs sind.
Bislang haben die Überlegungen von Eltern und Schulleitung weder die Stadt noch die niedersächsische Straßenbaubehörde (NLSTBV) überzeugt. Mitte September teilte die Stadt Aurich den Eltern in einem Schreiben, dass der Redaktion vorliegt, mit, dass es bei Tempo 30 keinen Sicherheitsgewinn geben würde. Denn der unmittelbare Zugang zum Gymnasium befinde sich nicht direkt an der Bundesstraße. Zudem gebe es drei Ampeln, die den Verkehr ausbremsen würden.
Die NLSTBV fürchtet um den Verkehrsfluss. Denn ein Tempolimit hätte Auswirkungen auf die Ampelschaltungen und damit den Straßenverkehr in der gesamten Innenstadt. Die Verkehrsrechner müssten neu programmiert werden, um auf 300 Metern ein Tempolimit einrichten zu können.
Die nächste turnusgemäße Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses findet laut Ratskalender am Donnerstag, 24. Oktober, ab 17 Uhr im Energie-Erlebnis-Zentrum Sandhorst statt.