Emden/Hannover  So will Niedersachsen das „Wasserstoff-Land Nummer 1“ werden

Stefan Idel
|
Von Stefan Idel
| 30.09.2024 15:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Von den Investitionen profitieren Kommunen im ganzen Bundesland. Foto: dpa/Hauke-Christian Dittrich
Von den Investitionen profitieren Kommunen im ganzen Bundesland. Foto: dpa/Hauke-Christian Dittrich
Artikel teilen:

Bei Emden überreichte Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) kürzlich Förderbescheide für Wasserstoff-Projekte. Aber wie viel Geld fließt überhaupt für die H2-Vorhaben im Land? Wir geben eine Übersicht.

Starkes Signal für den Klimaschutz: Noch in diesem Jahr will der heimische Versorger EWE in Emden mit dem Bau einer der größten Wasserstofferzeugungsanlagen Europas starten. Auf dem Baufeld im Borssumer Hammrich überreichte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) kürzlich symbolisch die Fördermittelbescheide für die deutschen Projekte zum Aufbau einer europäischen Wasserstoffwirtschaft. Doch mit welchen Summen werden die Wasserstoff-Projekte in Niedersachsens gefördert? Dazu lieferte Umwelt- und Energieminister Christian Meyer (Grüne) nun im Landtag einen Überblick.

„Niedersachsen wird das Wasserstoffland Nummer 1“, sagt Meyer. 50 Prozent der über IPCEI („Important Projects of Common European Interest“) geförderten Elektrolyseure und 40 Prozent der Leitungskilometer des Wasserstoffkernnetzes, das einmal 10.000 Kilometer lang sein soll, sowie die Mehrheit der Wasserstoffspeicher werden im Nordwesten errichtet.

Mit einer Milliarde Euro unterstützen Bund und Land den Aufbau von drei Großelektrolyseuren mit einer Leistung von insgesamt 720 Megawatt: Dies sind die EWE-Anlage in Emden (320 MW), eine weitere Anlage (300 MW) von RWE auf dem Gelände des Gaskraftwerks Lingen und eine dritte Anlage (100 MW) von BP bei der Raffinerie in Lingen. 30 Prozent der IPCEI-Förderung, also rund 300 Millionen Euro, kommen aus Landesmitteln. Darüber hinaus wird auch im Rahmen des sogenannten Salcos-Vorhabens der Salzgitter AG die Errichtung einer Elektrolyseanlage mit einer Leistung von 100 MW auf dem Stahlwerksgelände in Salzgitter mit rund 100 Mio. Euro von Bund und Land gefördert. Insgesamt wird das Salcos-Projekt der Salzgitter AG mit fast 1 Mrd. Euro von Bund und Land unterstützt.

Im Bereich der Transport- und Speicherinfrastruktur für Wasserstoff werden insgesamt acht IPCEI-Vorhaben bereits gefördert. Dazu zählen sieben Projekte der Unternehmen Gasunie, Gascade, Ontras, Open Grid Europe, Nowega, Thyssengas und EWE Netz mit einer Leitungslänge von 800 Kilometern. Diese Projekte werden mit knapp 430 Mio. Euro gefördert, davon 129 Mio. Euro aus Landesmitteln. Allein Gasunie errichtet mit „Hyperlink“ ein rund 1000 Kilometer umfassendes Wasserstoffnetz, das wichtige Industrieregionen im Norden und Westen Deutschlands verbindet.

Am Standort Huntorf bei Elsfleth (Wesermarsch) wird die Umrüstung eines Gas-Kavernenspeichers auf die Speicherung von Wasserstoff am Standort Huntorf gefördert. Für dieses EWE-Projekt fließen rund 45 Mio. Euro, davon 13,5 Mio. Euro aus Landesmitteln.

Bereits von 2020 bis 2022 hat das Land Unternehmen, die Pilot- oder Demonstrationsvorhaben im Bereich der Wasserstoffwirtschaft durchführen wollen, mit 8 Mio. Euro unterstützt.

Für große Wasserstoff-Projekte in Niedersachsen stellt das Land im Sondervermögen Wirtschaftsförderfonds insgesamt 840,5 Mio. Euro zur Verfügung. Im Rahmen von „IPCEI Wasserstoff“ könnten, bei entsprechender Beteiligung des Bundes, bis zu 2,8 Milliarden Euro an staatlicher Beihilfe organisiert werden, erklärt Meyer. „Die Unternehmen werden nochmals viel Milliarden Euro draufpacken.“

Ähnliche Artikel