Berlin  Neuaufstellung bei den Grünen: Schwarz-Grün könnte wieder eine Option sein

Rena Lehmann
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Von Rena Lehmann
| 26.09.2024 14:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Selten zusammen auf einem Foto zu sehen: Der grüne Vizekanzler Robert Habeck (links) und CDU-Chef Friedrich Merz schüttteln Hände im Bundestag. Foto: IMAGO/F. Kern/Future Image
Selten zusammen auf einem Foto zu sehen: Der grüne Vizekanzler Robert Habeck (links) und CDU-Chef Friedrich Merz schüttteln Hände im Bundestag. Foto: IMAGO/F. Kern/Future Image
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Nach dem personellen Erdbeben bei den Grünen könnte Schwarz-Grün wieder möglich werden. Ausgerechnet Friedrich Merz muss sich mit dem Gedanken anfreunden.

Zuletzt konnte man den Eindruck haben, die Grünen stünden der früheren Kanzlerin Angela Merkel näher als ihre eigene Partei, die CDU. Lobreden für den Alt-Grünen Jürgen Trittin hielt sie, aber nicht einmal ein Kurzbesuch beim CDU-Parteitag war drin.

Es ist kein Geheimnis, dass Merkel mit den Grünen kann und 2017 entschlossen war, die erste Koalition der CDU mit der Öko-Partei auf Bundesebene einzugehen. Bekanntlich scheiterte das Vorhaben an der Erkenntnis von FDP-Chef Christian Lindner, lieber nicht als schlecht regieren zu wollen. Inzwischen aber ist nicht mehr die Zeit der Wunschkonzerte in Sachen Koalition. 

Wer hätte gedacht, dass die CDU sich mit dem BSW an einen Tisch setzt? Auch die Ampel ist und war bekanntlich nie eine Wunschkoalition der drei ungleichen Partner. Ausgerechnet Friedrich Merz, der die nach links gerückte Merkel CDU wieder in Richtung Mitte-Rechts geführt und Merkels Flüchtlingspolitik im neuen Grundsatzprogramm zu einer Fußnote in der CDU-Geschichte gemacht hat, könnte die Grünen im nächsten Jahr als Koalitionspartner brauchen.

Damit das klappt, müssten die Grünen Robert Habeck folgen. Er will mit einem pragmatischen Mitte-Kurs an die Erfolgszeiten vor der letzten Bundestagswahl anknüpfen. Ob das gelingt und die Partei sich dabei nicht zerreibt, steht noch in den Sternen. Möglich wäre es.

Merz wiederum darf den Bogen nicht überspannen und in seiner Kritik an der Ampel und insbesondere den Grünen nicht klingen wie eine AfD light. Schrille Töne stehen der CDU nicht gut zu Gesicht, will sie an frühere Erfolge anknüpfen. Angela Merkel hat das immer beherzigt. 

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