Krankenhäuser CDU und FDP fordern Verbesserungen bei den Notaufnahmen
Laut CDU und FDP gab es vermehrt Patientenbeschwerden über die Notaufnahmen in den Kliniken. Die Parteien fordern nun Verbesserungen.
Aurich - Zu viele Beschwerden und Kritik gibt es an den Notaufnahmen der Krankenhäuser im Landkreis Aurich. Das zumindest sieht die CDU/FDP-Gruppe im Kreistag so, die sich in einer Mitteilung mit der Situation der Kliniken in Aurich, Emden und Norden befasst. „Leider müssen wir feststellen, dass es über die Arbeit in den Notaufnahmeabteilungen in unseren beiden Krankenhäusern nach wie vor viele, zu viele Beschwerden und Kritik unserer Patienten gibt“, schreiben Hilko Gerdes (CDU), Mitglied im Aufsichtsrat der Trägergesellschaft der Kliniken, sowie Sven Behrens, Vorsitzender der CDU/FDP-Gruppe. Es gebe erhebliches Verbesserungspotenzial, auch wenn ein Großteil der Patienten die Notaufnahme auch ohne echten Notfall aufsuche, weil zu bestimmten Zeiten, insbesondere am Wochenende, ihr Hausarzt keine Sprechstunde habe.
Wie viele Beschwerden es sind, ob es mehr werden und was genau von den Patienten kritisiert wird, wird in der Mitteilung nicht gesagt. Eine Anfrage unserer Redaktion bei der Trägergesellschaft blieb bis Freitagnachmittag unbeantwortet.
Defizit belastet Kreishaushalt
Fakt sei, so Gerdes und Behrens, dass die Krankenhäuser in Aurich, Emden und Norden eine kaum tragbare Belastung für den Haushalt des Landkreises Aurich darstellen würden. Die Kreistagsgruppe blicke mit großer Sorge in die finanzielle Zukunft der Krankenhäuser und eine qualifizierte Gesundheitsversorgung auf dem Lande. „Unsere Kliniken sind durch Bund und Land chronisch unterfinanziert und weisen strukturelle Probleme auf.“ Mit einem Rekord-Minus und schlechter als zunächst erwartet hat der Konzern der Kliniken Aurich-Emden-Norden das Jahr 2023 abgeschlossen. Das Defizit der Jahresabschlüsse liege bei insgesamt 28,8 Millionen Euro, hatte die Trägergesellschaft im September dieses Jahres mitgeteilt.
Zu der finanziellen Misere beigetragen hätten die fehlenden Erträge aus den Corona-Ausgleichszahlungen im Jahr 2023. CDU und FDP hätten zudem schon viel früher mit Ergebnisverbesserungen der Defizite in den Krankenhäusern gerechnet. Das sei nicht geschehen. In der Folge würde der Kreishaushalt durch die Defizite der Kliniken so stark belastet, dass der Politik so gut wie keine Möglichkeiten mehr blieben für dringend erforderliche Investitionen in die Zukunft und freiwillige soziale Aufgaben.
Kritik an Krankenkassen
Völlig unzureichend sei die Finanzierung der Krankenhausleistungen durch Bund und Land. Das habe dazu geführt, dass deutlich mehr als 50 Prozent aller Krankenhäuser in Deutschland mit zum Teil sehr hohen Defiziten arbeiten müssten und teilweise Insolvenzen nicht mehr auszuschließen seien, wenn nicht die Kommunen als Träger der Kliniken die Fehlbeträge ausgleichen würden.
„Abstrus und nicht nachvollziehbar“ sei es zudem, dass die Krankenhäuser die unverständliche Regelung treffe, dass die Kostenträger nicht bereit seien, die Minderleistungen im Krankenhaus Norden mit den Mehrleistungen der Krankenhäuser in Aurich und Emden zu verrechnen. Auch die besonders deutlich angestiegenen Kosten für Honorarkräfte im ärztlichen Dienst sowie im Pflegebereich hätten zum hohen Defizit beigetragen.
CDU/FDP: Patienten haben Vertrauen gewonnen
Es gibt nach Ansicht von CDU und FDP aber auch positive Signale von den Klinken. So seien die Mehrausgaben in Folge der Schließung der UEK Norden nur einmalige Ausgaben gewesen. Außerdem würden die deutlich gestiegenen und weiterhin steigenden Leistungen an den Standorten Aurich und Emden das Defizit 2024 und den kommenden Jahren deutlich reduzieren. Die Halbjahreszahlen seien sogar besser als die optimistisch angesetzten Planzahlen.
Die besseren Erträge führen Behrens und Gerdes darauf zurück, dass die Patienten ein größeres Vertrauen in die Häuser hätten, da deren Qualitätsstandards sich in zahlreichen Abteilungen und Fachbereichen deutlich verbessert hätten, wie entsprechende Auszeichnungen belegen würden. Besonders im Fachbereich Kardiologie habe man eine sehr gute Leistungsentwicklung zu verzeichnen, die sich mit dem Ausbau der Elektrophysiologie noch verstärken wird. „Als besonders erfreulich ist festzuhalten, dass der Standort in Aurich mit dem MVZ von Dr. Wunsch gestärkt wird und eine medizinische Strahlkraft über den Landkreis Aurich hinaus entwickelt hat.“ Dr. Mario Wunsch war lange Zeit Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe in der UEK, später eröffnete er sein MVZ in der Auricher Burgstraße.
Forderung: Nicht nur Zentralklinik im Blick haben
Laut CDU und FDP gibt es Möglichkeiten, Geld einzusparen. Das gelte vor allem für die Verwaltung der drei Häuser, die bis zum Umzug in die Zentralklinik nach Uthwerdum sowieso eine harmonisierte Struktur haben müssten. Zugleich müsse man sich aber um junge Ärzte und medizinisches Fachpersonal bemühen. „Darüber hinaus stellt die CDU/FDP-Kreistagsgruppe fest, dass unsere Mitarbeiter in den Kliniken unser höchstes Gut sind und wir ohne sie die Zentralklinik nicht verwirklichen können“, heißt es in der Mitteilung.
Gleichzeitig bleibe es eine zentrale Aufgabe der Klinikgeschäftsführung, sich nicht nur um die neue Klinik in Uthwerdum zu kümmern, sondern in der Zeit bis zur Fertigstellung der Zentralklinik auch in den Krankenhäusern Aurich und Emden den Bürgern die bestmögliche Versorgung anzubieten.
Die CDU/FDP-Kreistagsgruppe habe großes Vertrauen zur jetzigen Geschäftsführung um Dirk Balster, zu den Ärzten, dem Fachpersonal und allen Mitarbeitern. Man sei sich sicher, dass alle Beteiligten sich im Rahmen der sehr engen finanziellen Möglichkeiten mit vollem Einsatz und hoher Motivation für die Zentralklinik und die bestmögliche medizinische Versorgung einsetzen würden.