Derbys sollen Spannung bringen Revolution beim Ostfriesland-Cup
Die Organisatoren führen für das kommende Turnier eine Gruppenphase mit vielen Derbys ein. So funktioniert der neue Modus.
Ostfriesland - Jedes Jahr entschädigen Manfred Bloem und Ewald Adden ihre Ehefrauen mit einer kleinen Reise für die Entbehrungen während des Ostfriesland-Cups. Auf Norderney verfolgten die beiden Organisatoren die Fernsehsendung „Doppelpass“, in der fleißig über die Championsleague-Reform diskutiert wurde. „Da kam uns die Idee, dass wir unser Turnier auch grundlegend verändern wollen“, erzählt Bloem. Gesagt, getan: Nach reiflichen Überlegungen haben beide nun verkündet, dass für das Turnier 2025 eine Gruppenphase eingeführt wird, in der zunächst nur Mannschaften aus einer bestimmten Region Ostfrieslands aufeinandertreffen. „Es wird deutlich attraktiver, wir haben nun mehr Derbys“, freut sich Bloem.
Veränderungen für das große Vorbereitungsturnier sind dringend nötig gewesen. Bloem erinnert sich an einen frustrierenden Achtelfinal-Abend, als sich nur 87 zahlende Zuschauer die Begegnung zwischen Bunde und Middels ansehen wollten. „Da haben wir uns als Ehrenamtliche schon gefragt, ob sich der Aufwand noch lohnt. Schließlich brauchen wir die Zuschauer auch zur Finanzierung“, gesteht Bloem. Mit der Einführung einer kleinen Gruppenphase glauben Bloem und Adden, zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen zu haben. Ein frühes Ausscheiden nach dem ersten Spiel sei nun ausgeschlossen, außerdem dürfte sich nun jede teilnehmende Mannschaft auf mindestens ein Heimspiel freuen.
Jede Mannschaft hat ein Heimspiel
Denn so funktioniert der Modus: Für die Einteilung der Mannschaften, hat Bloem die Vereine in die Kategorien Nord, Süd, Ost und West eingeteilt. In vier Vierergruppen bestreitet jede Mannschaft nun zunächst zwei Spiele – eine Partie auf dem heimischen Sportplatz und eine auswärts. Die vier Gruppensieger qualifizieren sich für das Halbfinale. Das garantierte Heimspiel hat für die Vereine einen großen Vorteil. Sie profitieren von den Eintrittspreisen und den Einnahmen aus dem Catering. Im Anschluss an jedes Gruppenspiel wird es nun immer ein abschließendes Elfmeterschießen der jeweiligen Gegner geben. Dieser kleine Eingriff soll nicht nur die Attraktivität steigern. „Es ist ein Instrument, das wir nur zurate ziehen, wenn zwei Mannschaften am Ende punkt- und torgleich sind“, erklärt Bloem.
Die Trainer und Verantwortlichen begrüßen den neuen Modus, wie Bloem versichert. Der beinhaltet nun auch, dass der Gründerverein GW Firrel ab 2025 nicht mehr automatisch das Heimrecht erhält. „Alle glauben, dass es künftig spannender und gerechter zugehen wird“, sagt Bloem.
Viele Ideen in sechsJahren Ostfriesland-Cup
2018 hatten Bloem und Adden zum ersten Mal zum Ostfriesland-Cup eingeladen. Damals ahnten sie nicht im Ansatz, wie sich das Turnier entwickeln würde. Jedes Jahr schraubten Bloem und Adden weiter an ihrer Idee – und dabei waren sie sogar sehr kreativ. Mehr Preisgelder, mehr Mannschaften, Ballkinder, eine eigene Turnierhymne und sogar ein Maskottchen: Das Turnier hat sich lange etabliert und von einigen Bezirksliga-Trainern wird mittlerweile als Saisonziel die Qualifikation für den Ostfriesland-Cup angegeben. „Wir haben zum Beispiel die Bezirksliga wieder spannend gemacht. Jetzt geht es darum, mindestens Achter zu werden, um sich für unser Turnier zu qualifizieren“, sagt Bloem.
Und kommt Bayern-Boss Jan-Christian Dreesen wieder zu Besuch? Da muss Bloem lachen. Der gebürtige Auricher war sehr angetan von seinem Besuch des diesjährigen Finales am Ellernfeld. „Wenn Aurich sich dieses Mal qualifizieren sollte, schaut er wieder vorbei“, sagt Bloem. Die Schirmherrschaft wechselt aber jedes Jahr, und so sind Bloem und Adden auf der Suche nach einem anderen prominenten Gesicht für das Turnier. „Die Fans dürfen gespannt sein. Es könnte gut sein, dass wir einen echten Knaller präsentieren“, so Bloem.