Berlin  Friedrich Merz will Kanzlerkandidat werden – doch wie sicher kann er sich sein?

Leon Grupe
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Von Leon Grupe
| 15.09.2024 15:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Kommt es zum öffentlichen Showdown zwischen Friedrich Merz und Markus Söder im Rennen um die Kanzlerdiktatur für die Union? Foto: dpa/Michael Kappeler
Kommt es zum öffentlichen Showdown zwischen Friedrich Merz und Markus Söder im Rennen um die Kanzlerdiktatur für die Union? Foto: dpa/Michael Kappeler
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Wer tritt für die Union bei der Bundestagswahl im Rennen ums Kanzleramt an? Friedrich Merz will es, Markus Söder will es auch. Die Situation ist nicht ohne Risiko. Am Ende könnte jemand ganz anderes profitieren.

Eigentlich ist die Situation für die Union äußerst komfortabel. In den Umfragen sind CDU und CSU stärker als das gesamte Ampel-Bündnis. 33 Prozentpunkte im jüngsten Insa-Sonntagstrend; ein Wert, von dem Volksparteien im europäischen Ausland nicht mal mehr zu träumen wagen. Mit dem Kanzleramt in greifbarer Nähe müssten Friedrich Merz und Co. eigentlich nichts anderes tun, als dabei zuzusehen, wie die rot-grün-gelbe Bundesregierung entschlossen an ihrer Abwahl arbeitet. Doch da sind wir wieder beim Wort „eigentlich“.

Denn in der Union geht die Nervosität um. Noch im Spätsommer soll geklärt sein, wer für die Christdemokraten bei der Bundestagswahl in rund einem Jahr die Kanzlerkandidatur übernimmt. CDU-Chef Friedrich Merz will es unbedingt. Auch wenn er in seiner eigenen Partei nicht gänzlich unumstritten ist, auch wenn seine Beliebtheitswerte mäßig sind, scheint ihm der Zuschlag sicher. Oder etwa nicht?

Im Hintergrund drängt mit Markus Söder jemand, der es einfach nicht lassen kann. Der hat zwar im vergangenen Sommer jegliche Ambitionen vehement zurückgewiesen, aber inzwischen ist klar, dass es für den bayerischen Ministerpräsidenten nur einen Kanzler(kandidaten) geben kann: Markus Söder. Kommt es nun zum erbitterten Kanzlerkandidaten-Duell auf offener Bühne?

Die Union sollte das tunlichst vermeiden. Am Ende könnte der lachende Dritte nämlich ein Sozialdemokrat sein. War ja schon mal so. 2021, nur zur Erinnerung, waren es neben den unvorteilhaften Bildern aus dem überschwemmten Ahrtal auch die Sticheleien des CSU-Chefs, die dazu führten, dass Armin Laschet hinter Olaf Scholz landete und die Union in die Opposition musste.

Eigentlich reicht die Fantasie kaum aus, um sich vorzustellen, wie Scholz erneut Kanzler werden möchte. Doch beim Blick auf einen möglichen Showdown zwischen Markus Söder und Friedrich Merz in aller Öffentlichkeit sind wir wieder beim Wort „eigentlich“.

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