Ehrenamt fehlt Personal Auricher Verkehrswacht droht ohne Nachwuchs das Aus
Fehlendes Personal ist eines der großen Themen bei der Auricher Verkehrswacht. Einige Angebote wurden bereits gekürzt, eine Auflösung des Vereins ist möglich.
Aurich - Stück für Stück schrumpft der Kreis der ehrenamtlichen Helfer bei der Auricher Verkehrswacht. Und damit verschwinden langsam, aber sicher einige Angebote. Man komme der Auflösung des Vereins immer näher, sagt Hans-Friedel Walther, der Vorsitzende der Auricher Verkehrswacht. Elf aktive Mitglieder böten derzeit noch Programme für Sicherheit im Verkehr an. Drei von ihnen würden geplant bis 2027 aufhören – Austritte in den kommenden Jahren seien bereits untereinander abgesprochen worden. Das Alter mache sich bei den Mitgliedern immer stärker bemerkbar. Auch wer eigentlich bleiben will, könnte ungeplant sein Engagement einstellen. „Irgendwann ist einfach Schluss“, so der 68-jährige Walther. Es sei nicht alles planbar.
Dieses Jahr wurden bereits Messeauftritte abgesagt, erklärt der Vorsitzende. Der zeitliche Aufwand sei zu hoch, um ihn auf so wenige Mitglieder aufteilen zu können. Der Personalmangel sei neben Verkehrssicherheit das große Thema in der Verkehrswacht. Die beiden jüngsten aktiven Mitglieder sind 68 Jahre alt. Manche jedoch haben die 70 längst überschritten und gehen langsam auf die 80 zu.
Pensionierte Polizisten sollen eine Lösung sein
Die Suche nach hilfsbereiten Menschen hat der Vorstand noch nicht aufgegeben. Bei der Suche nach Unterstützung gibt es eine Strategie: Man will pensionierte Polizisten ansprechen und überzeugen, in dem Verein aktiv zu werden. Auffällig viele aktive Mitglieder der Verkehrswacht kommen aus genau dieser Berufsgruppe. Den Verkehr haben sie im Berufsleben aktiv begleitet. „Wir haben das Elend lange Zeit miterlebt“, so Walther. Deshalb sei bei ihnen der Wunsch groß, Prävention zu betreiben – mit den Kindern im Fokus.
Die Wahrscheinlichkeit, in diesem Bereich jemanden zu finden, der Kinder und Erwachsene im Verkehr schützen möchte, sei besonders hoch, so die Hoffnung. „Aber wir heißen jeden willkommen, der nicht gerade mit 100 innerorts oder 200 auf der Landstraße fährt“, witzelt der Vorsitzende des Vereins mit Bezug auf ein Straßenrennen vor Kurzem in Aurich. Ein sauberes Führungszeugnis und ein starkes Bewusstsein für den Verkehr seien wichtig. Schließlich arbeite man häufig mit Kindern zusammen.
Die Freude ist da, doch die Zeit fehlt
„Wir können einfach nicht so viel machen“, sagt Heinz Kleemann. Er ist eines der aktiven Mitglieder der Verkehrswacht und früher als Fahrlehrer beim Bund aktiv gewesen. Mit Freude würden er und seine Vereinskollegen ihre Zeit und Kraft für die Sicherheit der Menschen opfern. Doch private Umstände würden einige der Kollegen einschränken. „Manche haben eine Partnerin mit Pflegestufe zu Hause.“ Das koste Zeit. Darauf müsse man Rücksicht nehmen.
Nach abgesagten Messeauftritten in diesem Jahr würden im nächsten Schritt die Programme der Verkehrswacht für Senioren eingestellt werden, erklärt Hans-Friedel Walther. Der Fokus liege auf den Kindern. Angebote für ältere Menschen, wie „Fit im Auto“ oder „Fit auf dem Pedelec“, seien mit der voraussichtlichen Personalsituation nicht mehr lange leistbar.