Straßensanierung Neue Radwege für die Oldersumer Straße
Desolat ist der Zustand der Geh- und Radwege entlang der Oldersumer Straße. Im kommenden Jahr soll das geändert werden. Der ADFC sieht die Planung kritisch.
Aurich - Eine gute Nachricht gab es für Radfahrer kürzlich im Verkehrsausschuss der Stadt Aurich. Im kommenden Jahr sollen Geh- und Radwege entlang der Oldersumer Straße erneuert werden. Das kündigte Tiefbauamtsleiter Bernd Ewerth an. Es handele sich allerdings nur um ein relativ kleines Stück der Oldersumer Straße: Die sogenannten Nebenanlagen sollen nur auf einer Länge von rund 500 Metern, zwischen Julianenburger Straße und dem Kreisverkehr, saniert werden.
Das ist auch dringend notwendig. Denn in der Oldersumer Straße sind Geh- und Radweg noch, wie in der Kirchdorfer Straße auch, baulich getrennt. Der Gehweg ist gepflastert, der Radweg asphaltiert. Beide Wege sind eng und holprig.
Bei der Oldersumer Straße handelt es sich um eine Landesstraße. Daher ist die niedersächsische Straßenbaubehörde (NLSTBV) für den Radweg, die Stadt Aurich aber für den Gehweg und die Stellplätze entlang der Straße zuständig. NLSTBV-Sprecher Johannes Booken erläutert auf Anfrage unserer Redaktion die geplanten Maßnahmen in der Oldersumer Straße.
Kombinierter Geh- und Radweg geplant
Demnach soll der Bereich zwischen der Julianenburger Straße und dem Kreisverkehr nur der erste Bauabschnitt sein. Direkt im Anschluss werde die Strecke bis zur Einmündung der Straße „Hinter der Mühle“ ausgeschrieben.
Geplant ist den Angaben zu Folge, dass aus den bislang getrennten Geh- und Radwegen auf beiden Seiten kombinierte Wege gemacht werden. Entstehen soll ein zweieinhalb Meter breiter Streifen aus roten Pflastersteinen. Hinzu kommt ein 50 Zentimeter breiter Sicherheitsstreifen aus grauen Pflastersteinen. Dadurch wird der kombinierte Geh- und Radweg zur Fahrbahn hin abgegrenzt.
ADFC: Kombinierter Geh-/Radweg nicht erlaubt
Zu schmal, wie Albert Herresthal vom ADFC bereits vor einigen Jahren im Gespräch mit unserer Redaktion darlegte. Mit zweieinhalb Metern Breite erreiche der kombinierte Geh- und Radweg zwar gerade das vorgeschriebene Mindestmaß. Daneben bedürfe es aber auch eines Schutzstreifens von mindestens 75 Zentimetern Breite. Und der werde in der Oldersumer Straße nicht erreicht.
Ganz unabhängig davon seien gemeinsame Geh- und Radwege nach den amtlichen Regelwerken nur bei besonders geringem Radverkehr und bei besonders geringem Fußverkehr ohne Geschäftsbetrieb zulässig. In der Oldersumer Straße gebe es aber sowohl viele Fußgänger als auch viele Radfahrer, so Herresthal.
Helfen würde es aus seiner Sicht, wenn die Stellplätze für Autos an der Oldersumer Straße zumindest teilweise wegfallen würden. Dann könnte Fußgängern und Radfahrern mehr Platz eingeräumt werden. Herresthal betont, dass der ADFC die Stadt beim Finden einer geeigneten, vom ADFC dann auch mitgetragenen Führungsform gerne unterstützen würde. „Bisher hat uns die Verwaltung aber noch nicht in Kenntnis über ihre Pläne gesetzt.“ Ziel müsse eine regelkonforme Führungsform für Fußgänger und auch für Radfahrer sein, die den Bedürfnissen beider Nutzergruppen gerecht und von diesen unterstützt werde.
Radweg war schon 2011 Thema in der Politik
Veranschlagt sind für den ersten Bauabschnitt Ausgaben in Höhe von rund 165.000 Euro. Davon wird die Stadt Aurich wegen ihrer Zuständigkeit einen Teil übernehmen. Booken rechnet mit einer Bauzeit von zwei bis drei Monaten für den ersten Bauabschnitt.
Schon vor 13 Jahren war der schlechte Zustand vor allem der asphaltierten Radwege ein Thema in der Stadtpolitik. Mehrfach hatte damals der Ortsrat Extum/Haxtum/Kirchdorf/Rahe darauf hingewiesen, dass der Asphalt aufgeplatzt und voller Schlaglöcher war. Er stellte eine Gefahr für Schulkinder wie auch für ältere Menschen dar. Damals erhielt der schmale Radweg lediglich eine dünne neue Asphaltschicht. Diese ist heute wieder in einem ähnlichen Zustand, weswegen nun eine grundlegende Sanierung notwendig ist.