Verkehrsentwicklung  Eine Vision für den Auricher Verkehr

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 09.09.2024 18:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein besserer Verkehrsmix soll in Aurich geschaffen werden – weniger Auto, mehr Rad und ÖPNV. Foto: Romuald Banik
Ein besserer Verkehrsmix soll in Aurich geschaffen werden – weniger Auto, mehr Rad und ÖPNV. Foto: Romuald Banik
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Mit einem Verkehrsentwicklungsplan soll in Aurich die Verkehrswende eingeleitet werden. Erreicht werden soll ein zukunftsfähiger Mobilitätsmix.

Aurich - Hart ins Gericht geht der Auricher Verkehrsplaner Volker Alberts mit der Stadtpolitik. Was den Verkehr in der Stadt Aurich angehe, gebe es keine klare Vision, keine Zielsetzung. „Es gibt nichts, was vom Rat mehrheitlich getragen wird“, sagt er im Umweltausschuss der Stadt.

Schön und gut sei es, dass der Rat im Jahr 2019 den „Masterplan Radverkehr 2030“ beschlossen habe. Darin wurde das Ziel festgehalten, den Radverkehr in der Stadt zu verdoppeln. „Aber was bringt das, wenn man nicht weiß, wie viele Radfahrer es gegeben hat?“ Eine unbekannte Zahl zu verdoppeln sei schwierig, der Erfolg schwer messbar.

Plan orientiert sich an europäischen Richtlinien

Auch das Leitbild „Zukunftsfähige Mobilität für Aurich“, das der Rat im Dezember 2022 beschlossen hat, habe nicht weitergeführt. Denn, so Alberts, es sei lediglich als Strategie beschlossen worden. Konkret weiterverfolgt worden sei von den vorgeschlagenen Maßnahmen seines Wissens nach nichts.

Aus diesem Grund schlägt Albers vor, einen nachhaltigen Verkehrsentwicklungsplan erstellen zu lassen. Orientieren soll sich das Werk an europäischen Richtlinien der Sustainable Urban Mobility Plans (Sump). Wichtig sei es, unterschiedliche Institutionen wie die Verkehrswacht, den ADFC oder den Stadtrat mit einzubinden. Es müsse eine klare Vision ausgearbeitet werden für den Verkehr in der Stadt, konkrete Ziele müssten beschlossen werden. „Wir wollen die Verkehrswende in Aurich dann doch mal anstoßen“, sagt Alberts. Der ÖPNV, der Radverkehr und die Fußgänger müssten gestärkt werden.

Wichtig: Stadt will Autos nicht verbannen

Gerda Küsel (SPD) beeilt sich im Umweltausschuss festzustellen, dass die Stadt nicht vorhabe, alle Autos aus der Stadt zu entfernen. Man müsse aber wenigstens nach Verbesserungen schauen. Auch Reinhold Mohr (Grüne) meint, es sei klar, da man die Autos nicht generell loswerde. „Wir wollen eine Gleichwertigkeit aller Verkehrsteilnehmer.“

Stephanie Siefken ist Leiterin des Fachdienstes Klima, Umwelt und Verkehr in der Auricher Stadtverwaltung. Sie betont, dass Aurich nicht die Autos aus der Stadt verbannen wolle. Es gehe um einen zukunftsgerechten Mobilitätsmix.

Plan soll im Sommer 2027 fertig sein

Offene Türen laufe die Verwaltung mit dem Vorhaben ein, meint Reinhard Warmulla (Linke). Allerdings werde er nie einem Plan zustimmen, wenn dort die geplante B210n enthalten sei. „Dieses Monstrum steht der Verkehrswende entgegen.“

Dem widerspricht Richard Rokicki (AWG). Es sei zu früh, um rote Linien einzuziehen. „Was würde man damit erreichen? Wir werden die Autos nicht so schnell los.“ Es müsse daher ein Kompromiss gefunden werden, mit dem alle leben könnten.

Bis zum Sommer 2027 soll nun der neue Plan ausgearbeitet werden.

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