Kampf gegen Regenmassen  Schöpfwerk – Ihlow investiert in neue Pumpe

| | 09.09.2024 16:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Bagger sind schon angerückt am Schöpfwerk Blitz. Foto: Christin Wetzel
Die Bagger sind schon angerückt am Schöpfwerk Blitz. Foto: Christin Wetzel
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Die Pumpen im Schöpfwerk Blitz an der Grenze zu Moormerland reichten nicht mehr aus. Die Gemeinde Ihlow unterstützt den Entwässerungsverband bei der Sanierung – aus gutem Grund.

Ihlow - Das Gewerbegebiet in Riepe wächst - ebenso wie die Möglichkeit, dass Ihlow erneut von einem Starkregenereignis wie im Juli ereilt wird. Daher fiel es den Ratspolitikern nicht schwer, im Ausschuss für Wirtschaft, Umwelt und Tourismus Geld für eine neue Schöpfwerkspumpe zu empfehlen. Die Gemeinde unterstützt damit in den kommenden zehn Jahren den Entwässerungsverband Oldersum finanziell. Im Schöpfwerk Blitz südlich von Simonswolde wird nämlich derzeit eine neue sogenannte Schneckenpumpe eingebaut. So soll auch in Zukunft, trotz größerem Gewerbegebiet, Kläranlage und unberechenbarerem Wetter die Entwässerung in einem großen Teil Ihlows sicher gestellt werden.

Die Bagger sind bereits angerückt am Schöpfwerk. Bis voraussichtlich Oktober werden dort die Arbeiten laufen, bestätigt Udo Gronewold vom Entwässerungsverband. Die vorhandene Pumptechnik ist erneuert worden. Derzeit laufen die Arbeiten für den Neubau der Schneckenpumpe. Damit hat das Schöpfwerk dann drei Pumpen. 3030 Hektar Fläche muss das Schöpfwerk Blitz entwässern. Es liegt direkt an dem gleichnamigen Gewässer im Grenzgebiet zwischen den Gemeinden Ihlow und Moormerland. Laut Gronewold wird die Sanierung seit 2021 geplant - und soll in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Riepe vom Schöpfwerk abhängig

Vor allem der Riepster Teil der Gemeinde ist von dem Schöpfwerk abhängig. Mit dem immer größer werdenden Gewerbegebiet, steigenden Kläranlagenkapazitäten, dem neuen Baugebiet und den jüngsten Wetterextremen hat das Schöpfwerk eine wichtige Bedeutung gewonnen. Das Schöpfwerk Blitz stammt aus dem Jahr 1962. Die Sanierung war dringend nötig. Denn laut Beschlussvorlage aus der Ihlower Gemeindeverwaltung habe sich ein Leistungsdefizit von 1,0 Kubikmetern Wasser pro Sekunde als Förderleistung ergeben.

Blick auf die Baustelle am Schöpfwerk Blitz. Foto: Christin Wetzel
Blick auf die Baustelle am Schöpfwerk Blitz. Foto: Christin Wetzel
Bereits im Jahr 2022 hatte der Entwässerungsverband die Situation dem Fachgremium in Ihlow präsentiert. Nun stimmten die Ihlower zu, dass sie sich finanziell beteiligen wollen. Auch wenn es ein dicker zusätzlicher Brocken ist, seien sich alle einig gewesen, dass es nötig ist, erklärte Bürgermeister Arno Ulrichs auf Nachfrage. Die Gemeinde konnte die finanzielle Belastung aufteilen. Über zehn Jahre hinweg zahlt Ihlow an den Entwässerungsverband jedes Jahr 18.000 Euro, also insgesamt 180.000 Euro. Die gesamte Maßnahme kostet laut Beschlussvorlage rund 1,2 Millionen Euro. 70 Prozent davon konnte der Entwässerungsverband über Fördergelder stemmen. 30 Prozent bleiben am Verband hängen, weshalb der um Hilfe bat.

Ihlower Bürgermeister will Zeichen setzen

Es habe auch Stimmen im Ausschuss gegeben, die fragten, warum der Verband das nicht alleine zahlt, so Ulrichs. Doch letztlich hätte das bedeutet, dass der Verband an die Gebühren ran muss und die Ihlower auf diesem Weg die Schöpfwerksanierung mitbezahlen würden, gibt der Bürgermeister zu bedenken. Ulrichs sei es auch wichtig gewesen, ein Zeichen zu setzen, dass die Gemeinde aktiv etwas für die Entwässerung tut und sich auf künftige Extremwetterereignisse vorbereitet.

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Die Schöpfwerke spielten in den vergangenen Monaten immer wieder eine große Rolle. Im nassen Herbst/Winter 2023/2024 mussten die Entwässerungsverbände Oldersum und Emden (beide betreuen Teile des Ihlower Gebiets) immer wieder pumpen. Die Böden waren vom Dauerregen nass und konnten das Wasser nicht mehr aufnehmen. Besondere Wetterbedingungen machten das Pumpen auch erforderlich, weil das Sielen nicht immer möglich war. Die Verbände wiesen deshalb schon darauf hin, dass die Pumpleistung in Zukunft erhöht werden muss und dafür Gelder her müssten.