Beachsoccer am Meer SV Großefehn darf in Norden gegen die Großen ran
Die Fußballer haben am Freitag das Qualifikationsturnier gewonnen. Am Sonnabend müssen sie gegen Werder Bremen und Schalke 04 ran. Das freut einen ganz besonders.
Norden – Schöner kann man kaum Fußball spielen: Sonnenschein, mit Blick Richtung Wattenmeer und unter den Füßen warmer Sand. Vielleicht waren es auch diese Bedingungen, die den SV Großefehn am Freitag beim Ausscheidungsturnier für das Beachsoccer am Meer beflügelten. Geschadet hat es jedenfalls nicht. Der SV Großefehn gewann jedes seiner drei Spiele und siegte vor dem SV Hage, der U19 von Kickers Emden und dem Tus Strudden. Damit steht fest, neben dem gesetzten Lokalmatador FC Norden dürfen die Fehntjer am Sonnabend gegen die Traditionsmannschaften von Werder Bremen, Schalke 04, Borussia Dortmund und dem HSV antreten.
Los ging es am Strand von Norddeich allerdings direkt mit einer Stunde Verspätung. Um 17 Uhr rollte erstmals der Ball im eigens auf dem Strand aufgebauten Stadion. 500 Sitzplätze und drei Seiten mit Stehplätzen boten allen Zuschauern Platz, die die regionalen Mannschaften anfeuern wollten. Prominente Unterstützung gab es am Freitag noch von der Seitenlinie: Europameister Thomas Helmer moderierte den Auftakt gemeinsam mit Inga Graber, Marketingchefin des Tourismus-Services Norden-Norddeich – ein echtes Dream-Team, das sich mit viel Humor im übertragenen Sinne die Bälle zuwarf und für gute Stimmung und Unterhaltung sorgte.
Maximilian Beister fällt mit Fieber aus
Helmer war am Ende „total geflasht“, wie er sagte. „Die Rahmenbedingungen sind top. Das Wetter ist ein Traum. Auf dem Sand ist es zwar anstrengend zu spielen, macht aber super Spaß“, sagte Helmer. Trotzdem war er ganz froh, dass er und die alten Recken wie Olaf Thon, Ailton und Ivan Klasnic nicht ganz so lange ran müssen, wie die ostfriesischen Teams. Die spielten zwei Mal zehn Minuten bei drei Minuten Halbzeitpause. Die Traditionsmannschaften werden in der Gruppenphase nur zwei Mal sieben Minuten spielen. Erst im Finale geht es ebenfalls zwei Mal zehn Minuten. Wer genau antreten wird, stand auch einen Tag vorher noch nicht wirklich fest. Wie berichtet, hat zwar jedes Traditionsteam eine Mannschaft gemeldet. Maximilian Beister, der für den HSV antreten wollte, musste aber leider kurzfristig mit Fieber absagen. Es bleibt also spannend, wer am Sonnabend um 13 Uhr im Strand-Station einläuft.
Für Holger Wulff von SV Großefehn zählen eigentlich sowieso nur die Spieler von Werder Bremen. Er freute sich besonders auf Ailton und Ivan Klasnic. Dass er jetzt mit seinen Idolen kicken darf – damit hatten die Großefehntjer nicht gerechnet. „Wir sind hier erstmal ohne Erwartungen ran gegangen“, sagte er nach dem Turniersieg. „Dass es dann so gut mitläuft, hätten wir selber nicht gedacht.“ Zwar hätten sie nicht immer schön gespielt, gab er ehrlich zu, dafür aber effektiv. Was ihm und seinem Team sofort auffiel: Fußball auf Sand ist eine ganz andere Nummer. „Kombinationsfußball ist kaum möglich“, sagte Wulff. „Ein Pass zwischen zwei, drei Leuten ist unmöglich, deshalb haben wir uns irgendwann für lange Bälle entschieden“, sagte er. Jetzt freuen er und seine Mannschaftskameraden auf das große Beachsoccer am Meer. Dafür blieben sie auch direkt in Norddeich, übernachteten in einem Hotel in Strandnähe.
Großefehn rechnet sich Chancen aus
Was die eigenen Chancen angeht, ist Wulff selbstbewusst. „Ich glaube, wir brauchen uns nicht zu verstecken. Wir haben zwar schon drei Spiele hinter uns. Vielleicht steckt das schon in den Knochen, vielleicht haben wir dadurch aber auch mehr Erfahrung“, sagte er. Schon im Turnier hat diese Erfahrung offenbar geholfen. Denn mit dem SV Hage trafen die Fehntjer auf eine Mannschaft, die sich zuletzt am Mittwoch in der Bezirksliga getroffen hatten – allerdings mit anderem Ausgang. Während es in der Liga noch ein Unentschieden war, setzte sich Großefehn am Freitag mit 2:1 gegen Hage durch.
Holger Wulffs Ziel für den Samstag: Werder Bremen oder Schalke 04 auszuhebeln. Denn – das erfuhr Wulff schon am Sonnabend – in der Gruppenphase spielt Großefehn mit eben diesen Teams in einer Gruppe. Demnach sind in der anderen Gruppe der HSV, Borussia Mönchengladbach und der FC Norden.
Kurdirektorin: Gelungene Generalprobe
Für Inga Graber und Norddeichs neue Kurdirektorin Eva Krüger-Linzer war der Freitag eine perfekte Generalprobe für das große Beachsoccer-Turnier am Sonnabend. Für Krüger-Linzer war es der erste große öffentliche Auftritt am Strand. Neben der Begrüßung durfte sie den Teams am Ende ihre Preise übergeben. Zwar sei sie selbst kein Fußballfan, die Spiele am Strand zu beobachten hat aber auch ihr viel Spaß gemacht, sagte sie im Gespräch mit unserer Zeitung. „Die Regeln sind einfach, alle haben superfair gekämpft, das war sehr kurzweilig und sehr unterhaltsam“, sagte Krüger-Linzer. Darüber hinaus war sie sehr zufrieden mit ihrem Team. Die Organisation habe toll geklappt.
Für die Zuschauer gibt es neben dem Stadion auf dem Strand auch noch zahlreiche Foodtrucks mit Tischen und Bänken – je nach Wunsch mit Blick aufs Wattenmeer oder die Fußballarena. Da geht es am Sonnabend um 13 Uhr weiter. Gegen 19.30 Uhr soll dann der erste Sieger des Norddeicher Beachsoccer-Turniers geehrt werden.
Schon nach den Ausscheidungskämpfen war allerdings allen klar: Diese Veranstaltung darf keine Eintagsfliege bleiben. Dafür ist es einfach zu schön bei Sonnenschein, mit Blick Richtung Wattenmeer und warmem Sand unter den Füßen Spaß beim Fußball zu haben.