Berlin  Harry Potter: Darum hat J. K. Rowling in jedem Band einen Geheimsatz versteckt

Daniel Benedict
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Von Daniel Benedict
| 06.09.2024 09:47 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
J. K. Rowling hat ein Easter Egg für Stephen Fry in die Potter-Romane eingebaut. Foto: dpa/picture alliance/Invision/AP
J. K. Rowling hat ein Easter Egg für Stephen Fry in die Potter-Romane eingebaut. Foto: dpa/picture alliance/Invision/AP
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Stephen Fry deckt ein sogenanntes „Easter Egg“ (Osterei) in den „Harry Potter“-Romanen auf. Einen Zungenbrecher, den der Schauspieler beim Lesen nicht aussprechen konnte, habe J. K. Rowling als Gag in jeden weiteren Band eingebaut.

Stephen Fry (67), Filmstar und Sprecher der britischen Potter-Hörbücher, ist Auslöser für einen versteckten Gag in allen Potter-Romanen. Weil ihm ein Zungenbrecher nicht über die Lippen kam, habe J. K. Rowling den Satz in alle weiteren Bücher eingebaut, verriet Fry im Gespräch mit unserer Redaktion.

„In einem der ersten zwei Bücher steht der Satz: ‚Harry pocketed it – Harry steckte es in seine Tasche.‘ Das kann ich einfach nicht lesen, diese doppelte Silbe: Harry pocketetititit. Der Tontechniker hat sich hinter seiner Glasscheibe totgelacht. Rowling war an dem Tag nicht im Tonstudio, also habe ich sie angerufen“, sagte Fry.

Telefonisch habe er die Autorin gebeten, nur diesen einen Satz für ihn zu ändern – ohne Erfolg: „Mit einem breiten Grinsen in der Stimme hat sie mir geantwortet: Leider geht das nicht. Also habe ich geübt und geübt und es am Ende aus mir rausgepresst. Ab dann hat sie in jedem einzelnen Band, der folgen sollte, den Satz ‚Harry pocketed it‘ versteckt – als kleines Osterei für mich.“

Dass Rowling vom Wortlaut des Manuskripts nicht abweichen wollte, habe einen pädagogischen Hintergrund, so Stephen Fry weiter: „Eine der Bedingungen für das Hörbuch war: Es musste Wort für Wort der Vorlage folgen. Manchmal wird gekürzt oder eine Vokabel ersetzt, die Kinder nicht verstehen. Aber Rowling hatte sich vorgestellt, dass Kinder beim Zuhören mit dem Buch auf dem Schoß stumm mitlesen; deshalb musste alles exakt sein.“

Hier sehen Sie den Trailer zu Stephen Frys neuem Film „Treasure“:

Allen Eltern, die ihren Kindern die Harry-Potter-Geschichten vorlesen, gab Fry einen Tipp mit auf den Weg. Demnach solle man nicht übertreiben, wenn man den Figuren unterschiedliche Stimmen verleihe: „Ändern Sie Ihre Stimme ein bisschen – aber bloß nicht so stark, dass Ihre Kinder Sie fragend angucken. Das muss man behutsam machen, so wie man beim Tennis ganz leicht den Ball ablenkt: Anschneiden, nicht Schmettern. Und dann: Langsam machen. Erleben Sie die Geschichte. Genießen Sie sie. Solange Sie es nicht übertreiben, werden alle viel Spaß dabei haben.“

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