Gastronomie Sandhorster Krug baut sein Angebot aus
Wegen Personalmangels konnte der sanierte Sandhorster Krug nicht wie ursprünglich geplant öffnen. Das ändert sich jetzt. Auch ein Angebot an den neuen Dorfverein gibt es.
Aurich - Vor zwei Jahren wurde der Sandhorster Krug vom neuen Eigentümer Bernhard Böden wieder eröffnet. Vorangegangen war eine umfangreiche Sanierung samt neuem Anbau im hinteren Bereich. Das Problem bei der Eröffnung war nur, dass es nicht genug Personal gab für einen umfassenden Betrieb. Daher fanden im Sandhorster Krug bislang nur geschlossene Gesellschaften statt. Taufen, Hochzeiten, Geburtstage.
Das hat sich seit ein paar Monaten geändert, wie Böden im Gespräch mit unserer Redaktion sagt. Einen Restaurantbetrieb mit Gerichten à la Carte werde es zwar in absehbarer Zeit nicht geben. Dafür aber seien zahlreiche Themenabende geplant, zu denen jedermann willkommen sei. Als Beispiel nennt Böden Wildgrillen, einen spanischen Abend oder einen Burgerabend kann er sich vorstellen. Bereits seit einigen Wochen öffnet sonntags der Biergarten.
Boßler statt Schützen
Böden greift auch die Kritik des neu gegründeten Dorfvereins Sandhorst auf. Dieser hatte kürzlich ein eigenes Dorfgemeinschaftshaus gefordert, weil es weder für den Ortsrat Sandhorst noch für Vereine die Möglichkeit gebe, sich im Ort zu treffen. Der Ortsrat müsse für seine Sitzungen gar auf das Energie-Erlebnis-Zentrum ausweichen. Selbstverständlich, so Böden, könne man sich auch im Sandhorster Krug treffen. „Das passiert ja auch schon.“
Er verweist auf das Gebäude des ehemaligen Schützenvereins Sandhorst, der im August 2020 aufgelöst worden ist. Böden hat das Schützenhaus von der Stadt Aurich gepachtet. Der ehemalige Schießstand ist nun ein Lager. Der vordere Bereich dient dem Boßelverein „Free ut de Hand“ Sandhorst als Vereinsheim. Die Boßler haben sich den Raum laut Böden selbst hergerichtet. „Man kann über alles reden.“
Regelmäßig Live-Musik
Böden hat nichts gegen ein Dorfgemeinschaftshaus. Er sieht darin keine Konkurrenz zur Gastronomie. Denn auch ein solches Gebäude koste Geld. „Die Frage ist nur, wer bezahlt dafür?“ Bei Dorfgemeinschaftshäusern sei das oft die Allgemeinheit.
Regelmäßig stattfinden sollen im Sandhorster Krug künftig Veranstaltungen auf der eigens im neuen Bereich eingerichteten Bühne. „Ich habe einen Hang zur Livemusik“, sagt Böden. Erste Konzerte habe es bereits im Mai gegeben. Sein Plan sei es, jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat etwas gegen einen kleinen Eintrittspreis anzubieten. Das müsse nicht unbedingt Musik sein. Vorstellbar seien auch Theatervorführungen oder Chorabende.
Alte Räume stehen auch zur Verfügung
Zumindest zu diesen Terminen soll auch die Kneipe wieder öffnen. „Der alte Sandhorster Krug ist ja noch da“, sagt Böden und führt durch die Räume, die sich fast unverändert im vorderen Bereich des denkmalgeschützten Gebäudes befinden. Sogar der Sparschrank hängt noch an der Wand. Bis zum Beginn der Corona-Pandemie sei auch noch fleißig gespart worden, erzählt Böden. „Eine Kneipe alleine wäre aber nur ein Hobby.“ Das würde sich alleine nicht rechnen. Aber zusammen mit den Veranstaltungen kann Böden sich durchaus vorstellen, an drei Tagen pro Woche wieder regelmäßig zu öffnen.
Auch der alte Saal des Sandhorster Krugs steht für Gesellschaften zur Verfügung. Er werde auch regelmäßig genutzt. Ein besonderes Erlebnis sei die Diamantene Hochzeit eines Paares gewesen, das 60 Jahre zuvor an derselben Stelle die Hochzeit gefeiert habe, erzählt Böden. Ganz bewusst seien die alten Möbel weiter im Einsatz in diesem historischen Bereich des Sandhorster Krugs. So könne man viele Wünsche erfüllen – von der Feier im alten Saal bis zur Veranstaltung im neuen, lichtdurchfluteten Bereich. Sogar im Garten mit dem alten Baumbestand habe es bereits zwei freie Trauungen gegeben. „Es ist wieder Leben im Sandhorster Krug“, schließt Böden.