Washington/Winder Vier Tote nach Schüssen an Schule im US-Bundesstaat Georgia – 14-Jähriger festgenommen
Immer wieder eröffnen Schützen in den USA das Feuer – regelmäßig ereignen sich diese tödlichen Attacken auch an Schulen. Nun trifft es eine Schule im Bundesstaat Georgia.
Bei einem Schusswaffenangriff an einer Schule im US-Bundesstaat Georgia sind am Mittwoch vier Menschen getötet und neun weitere verletzt worden. Wie die örtlichen Behörden mitteilten, wurde ein Verdächtiger festgenommen. Der Angriff ereignete sich an der Apalachee-High-School in der Ortschaft Winder, rund 70 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Atlanta. Justizminister Merrick Garland sprach von einer „fürchterlichen Tragödie“.
Nach Informationen des Senders CNN war der mutmaßliche Schütze 14 Jahre alt. Rettungskräfte und Einheiten der Polizei waren im Einsatz. Die Schüler wurden nach und nach aus dem Schulgebäude evakuiert und an einem Sportplatz versammelt, wie US-Medien berichteten. Nach Informationen des Senders Fox 5 Atlanta behandelten Rettungskräfte mehrere Verletzte vor Ort.
Ein 17-jähriger Schüler berichtete dem Sender ABC, wie er und seine Mitschüler die Tür zu ihrem Klassenzimmer verriegelten und sich dort versteckt hielten, während draußen Schreie zu hören waren.
US-Präsident Joe Biden erklärte, der Tag hätte „die fröhliche Rückkehr“ ins neue Schuljahr in Winder markieren sollen. Stattdessen sei dies nun „eine weitere schreckliche Erinnerung daran, wie die Waffengewalt weiterhin unsere Gemeinschaften auseinander reißt“. „Wir können das nicht weiterhin als normal akzeptieren“, erklärte der Präsident.
Waffengewalt ist in den USA weit verbreitet, es sind mehr Schusswaffen im Umlauf als das Land Einwohner hat. An Schulen ereignen sich immer wieder tödliche Gewalttaten und Schusswaffenangriffe. Im Mai 2022 erschütterte das Massaker von Uvalde in Texas die US-Öffentlichkeit. In der dortigen Schule hatte ein 18-Jähriger mit einem legal erworbenen Sturmgewehr 19 Schüler und zwei Lehrer erschossen.
Biden hat in seiner Amtszeit immer wieder den Kongress aufgerufen, etwas gegen diese „Epidemie“ der Gewalt zu unternehmen. Alle Versuche, das Waffenrecht in den USA zu verschärfen, scheiterten bisher jedoch an massivem politischen Widerstand, unter anderem der Waffenlobby. Dabei wird auf das in der Verfassung verbriefte Recht jedes US-Bürgers zum Besitz und Tragen einer Waffe verwiesen.
Nach Angaben der Aktivistengruppe Gun Violence Archive gab es in diesem Jahr bereits 385 Schusswaffenangriffe mit vier oder mehr Opfern. Die Zahl der Todesopfer durch Waffengewalt beziffert die Organisation in diesem Jahr bisher mit 11.568. Unter jungen US-Bürgern sind Schusswaffen inzwischen die häufigste Todesursache.