25 Jahre Hospiz Aurich  Verein bietet Hilfe für Trauernde

| | 31.08.2024 08:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Wie sieht eine Beerdigung aus? Das können die Kinder mit Hilfe des speziell aus den Niederlanden eingekauften Legos auch nachspielen, um sich auf eine Trauerfeier besser vorzubereiten. Foto: Christin Wetzel
Wie sieht eine Beerdigung aus? Das können die Kinder mit Hilfe des speziell aus den Niederlanden eingekauften Legos auch nachspielen, um sich auf eine Trauerfeier besser vorzubereiten. Foto: Christin Wetzel
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Der Auricher Hospizverein bietet neben der Sterbebegleitung Hilfsangebote und Gruppen an. Warum zum Beispiel Kinder anders trauern als Erwachsene und daher andere Hilfe benötigen.

Aurich - Seit 25 Jahren bietet der Verein Hospiz Aurich Sterbe- und Trauerbegleitung an. Doch neben der aktiven Begleitung durch die Koordinatorinnen und Ehrenamtlichen gibt es auch noch weitere Angebote, die der Verein in den Jahren auf die Beine gestellt hat. Ein Überblick:

Einen Platz im „Strandkorb“, das regelmäßig stattfindende Tageshospiz, gibt es für Palliativpatienten, also solche Menschen, die unheilbar erkrankt sind und deshalb unter Einsamkeit leiden. Das Tageshospiz ist ein offenes Angebot des Vereins, um Betroffene für einen Vormittag von zu Hause zu holen und Angehörige zu entlasten. Vor Ort im Vereinsgebäude wird dann ein umfangreiches Frühstück zubereitet. Es wird gelacht, sich ausgetauscht und die Betroffenen können sich gegenseitig Mut machen. „Hier wird auch mal Tacheles geredet, über Sachen, die man zu Hause nicht ansprechen kann“, beschreibt Koordinatorin Britta Baumann die Offenheit der Betroffenen, die zu Besuch im „Strandkorb“ sind. Wichtig sei auch, für die Betroffenen eine positive Erinnerung zu schaffen, bevor es nicht mehr gehe, so die Koordinatorin Klaudia Kristoffers. Und der Umgang innerhalb der Gruppe sei ein ganz besonderer: Weil die Menschen nichts mehr zu verlieren hätten, gingen sie entsprechend respektvoll miteinander um. Das Angebot gibt es nur sehr selten, wohl nur ein weiterer Verein in Deutschland biete so etwas an, so Kristoffers. Das Angebot wird aus Spenden finanziert.

Für schwer erkrankte Kinder und ihre Familien gibt es außerdem die Kinderhospizarbeit mit speziell geschulten Familienbegleitern.

Facetten der Trauer spiegeln sich in verschiedenen Gruppen wider

Doch nicht nur Sterbende finden eine weitere Anlaufstelle beim Verein. Es gibt auch weitere Gruppen, die Angehörige in ihrer Trauerarbeit begleiten. Es gibt eine Kindertrauergruppe, die die Kinder begleiten, wenn sie den Verlust etwa eines (Groß)-Elternteils zu verarbeiten haben. Denn Kinder würden laut den beiden Koordinatorinnen ganz anders trauern als Erwachsene. Mit entsprechendem Material und Kuschelecken werden die Kinder dazu eingeladen, das Thema Tod und den Umgang damit zu verarbeiten. Auch für Jugendliche gibt es ein spezielles Angebot, denn bei Jugendlichen benötige es noch einmal eine andere Ansprache als bei jüngeren Kindern.

Auch Eltern können Kinder durch den Tod verlieren, weshalb es einen Gesprächskreis für trauernde Eltern und eine Elterngruppe für sogenannte Sternenkinder gibt. Dort erfahren Eltern Halt nach einer Tot- oder Fehlgeburt.

Die Angebote werden ebenfalls beim Vereinsgeburtstag am Sonntag, 1. September, von 10 bis 17 Uhr beim Hauptsitz des Vereins an der Hasseburger Straße 1, vorgestellt.

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