Feuerwehr Aurich Stadtrat folgt dem Standort-Wunsch
Am Donnerstag entschied der Auricher Rat über den künftigen Standort der Ortsfeuerwehr Aurich. Dem Wunsch der Einsatzkräfte wurde entsprochen.
Aurich - Nun ist es beschlossene Sache: Die Freiwillige Feuerwehr Aurich soll an der Egelser Straße ihr neues Gerätehaus bekommen. Der Standort an der Bundesstraße 72, im Bereich der Diere, wurde vom Rat am Donnerstag verworfen. Nicht alle waren der Ansicht, dass es sich um die richtige Entscheidung handelt: Es gab 25 Ja-Stimmen, aber auch drei Nein-Stimmen sowie fünf Enthaltungen bei der Abstimmung. Von den eigentlich 41 Ratsmitgliedern waren am Donnerstag nur 33 anwesend.
Offen gegen die Egelser Straße sprach sich Reinhard Warmulla (Linke) aus. Denn aus städtebaulicher Sicht sei das Grundstück neben dem Krankenhaus zu wertvoll. Statt einer Feuerwehr mit Waschanlage und Lagerflächen sollte man besser überlegen, dort ein Wohnquartier zu entwickeln. Die Ubbo-Emmius-Klinik werde sicher eine Nachnutzung im Gesundheitsbereich erhalten. Daher würden sich Seniorenwohnungen mit Betreuung oder Ähnliches anbieten. Er forderte einen neuen Brandschutzbedarfsplan, ehe an der Egelser Straße zehn Millionen Euro investiert würden.
Politik entspricht dem Wunsch der Auricher Wehr
Sonst sprach niemand gegen den neuen Standort an der Egelser Straße, was nach der Abstimmung von den anwesenden Feuerwehrleuten mit Applaus honoriert wurde. Sie waren mit fünf Fahrzeugen inklusive Drehleiter auf dem Platz vor dem Rathaus vorgefahren.
Gunnar Ott (Grüne) brachte den Hintergrund für die Entscheidung auf den Punkt. Alle hätten fachlich die beiden möglichen Standorte abgewogen. „Aber die Leute halten für uns ihren Kopf hin, und wenn die an die Egelser Straße wollen, dann machen wir das.“ Auch Sarah Buss (FDP), Vorsitzende des Feuerwehrausschusses, hat ihre Ansicht geändert. Auf dem Papier sei der Standort an der Diere besser, sagte sie. „Aber die Feuerwehrleute haben ihren Wohnort nach der Wache ausgerichtet.“ Deswegen stimmte auch sie für die Egelser Straße.
Bürgermeister möchte Beschluss prüfen lassen
Für die CDU beklagte Bodo Bargmann, ehemaliger Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Aurich, dass in der Diskussion um den richtigen Standort eine Front aufgemacht worden sei zwischen Politik und Feuerwehr auf der einen und der Auricher Stadtverwaltung auf der anderen Seite. Das sei nicht korrekt. „Viele aus der Verwaltung wollen auch die Egelser Straße“, so Bargmann.
Unausgesprochen blieb, dass Bargmann damit die von ihm beklagte Front nur verschob – in Richtung von Bürgermeister Horst Feddermann, dem Chef der Stadtverwaltung. Er ist immer noch nicht überzeugt vom Standort an der Egelser Straße, wie er auf Nachfrage unserer Redaktion sagte. Denn der Brandschutzgutachter Manfred Fennen, der eine Standortanalyse durchgeführt hat, hatte in seinem Gutachten von einem möglichen Organisationsverschulden gesprochen, das der Stadt Aurich angelastet werden könnte. Das könnte dann der Fall sein, wenn die Feuerwehr wegen des falschen Standortes nicht rechtzeitig genug zu einem Einsatz nach Schirum kommen würde. „Dieses Wort hat der Gutachter benutzt, und das kann man nicht einfach ausblenden“, so Feddermann. Deswegen werde er nun prüfen, ob der Beschluss des Rates der Kommunalaufsicht des Landkreises Aurich vorgelegt werden müsse.
Feuerwehr-Wünschen wird nicht immer entsprochen
Feddermann betonte, dass es beim künftigen Standort der Auricher Feuerwehr verschiedene Auffassungen gebe. „Das ist ein demokratischer Prozess, keine Spaltung.“ Feddermann machte in der Ratssitzung deutlich, dass die Feuerwehr auf allen Seiten sehr wertgeschätzt werde. In der gesamten Debatte über den Standort sei die Ausgabe von zehn Millionen Euro für einen Neubau nie in Frage gestellt worden. Eine öffentliche Diskussion über den Standort aber müsse erlaubt sein.
Schon einmal hatte sich eine Ortswehr der Stadt Aurich einen zentraleren Standort gewünscht, der näher an den Wohnorten der Kameraden gelegen wäre. Es handelt sich um die Feuerwehr Wallinghausen, die sich einen Neubau am Schaftrift gewünscht hatte. Es kam nicht dazu, weil der Stadt das Grundstück damals zu teuer war. Daher befindet sich die Ortsfeuerwehr Wallinghausen immer noch am Querweg in Neu-Wallinghausen. Eine Vernunftentscheidung, die vor neun Jahren getroffen worden ist.
Wann mit dem Bau des Feuerwehrhauses an der Egelser Straße begonnen werden kann, ist unklar. Denn dort gibt es noch keinen Bebauungsplan. Ein solcher ist für den Bereich „In der Diere“ immerhin schon auf den Weg gebracht worden vor einiger Zeit.