Marketing für Aurich Macherin, Maklerin, Muse – diese Frau will Aurich pushen
Maike Theesfeld ist seit dem 1. Mai 2024 für das Stadtmarketing zuständig. Sie hat schon mit einigen Aktionen für Trubel in der Innenstadt gesorgt. Lebendig soll es auch weitergehen.
Aurich - Ihr Händedruck ist fest, ihr Blick auch. Wer Maike Theesfeld begrüßt, spürt gleich: Bei dieser Begegnung wird Verbindlichkeit großgeschrieben. Dabei geht es der Fachkraft für Stadtmarketing, so ihre offizielle Berufsbezeichnung, um das, was in kompakten, mit Farbe bemalten Scrabble-Buchstaben auf einem schmalen Ecktisch in ihrem Büro liegt: um Aurich. Was dort durch ihre Aktionen an etlichen Sonnabenden schon los war, zeigen Fotos, die über dem Tisch hängen. Es sind Walking Acts in der Auricher Fußgängerzone, aber auch Kinder, die dort hinter großen Seifenblasen herjagen. Besonders gut sei die Micky-Maus-Figur angekommen, die sich an einem der Nachmittage unter die Passanten gemischt hatte. „Da konnte man richtig sehen, wie die Augen der Menschen leuchteten, quer durch alle Generationen“, sagt Maike Theesfeld.
Erlebnisse generieren, Freude entfesseln oder schlicht einfach unterhalten – wie das funktioniert, hat die City-Managerin und Veranstaltungs-Fachwirtin in Jever gezeigt. 23 Jahre lang war sie dort für das Stadtmarketing zuständig. Sie hat das Altstadtfest ausgerichtet und während der Corona-Pandemie Bündnisse geschmiedet, damit die Gastronomen aufgefangen werden und langsam wieder das Leben in die Stadt zurückkehrt. Beflügelt wurde ihre Arbeit dadurch, dass die Jeveraner ihre Stadt lieben und darauf stolz sind. Eine Empfindung, die Maike Theesfeld, bei den Aurichern vermisst. Aurich selbst habe durch seine Lage, die wunderschöne Altstadt und viele andere Dinge sehr viel zu bieten. „Die Auricher müssen wieder lernen, ihre Stadt zu lieben“, findet die 50-Jährige. Stattdessen erlebe sie oft, dass alles infrage gestellt werde, ohne dass man nach Lösungen suche.
Blick für angebliche Kleinigkeiten
Da setzt Maike Theesfeld an. Sie ist seit dem 1. Mai 2024 für das Stadtmarketing in Aurich zuständig. Bürgermeister Horst Feddermann (parteilos) hat immer betont, wie wichtig ihm diese Aufgabe ist. Und jetzt hat er einen Profi rangeholt und geliefert – zumindest vorerst. Die „Neue“ hat den Blick für angebliche Kleinigkeiten, die aber in der Gesamtheit das Stadtbild prägen. Weil sie genau hinschaut, sieht sie, dass der Schirm, der der Seehundskulptur vor dem Textilhaus H&M den letzten Pfiff gegeben hat, offenbar entfernt wurde. „Hat das etwa jemand mutwillig abgeflext?“, wirft sie eine Frage in den Raum. Sie sieht, dass die Kinder auf dem Marktplatz zu wenig Spielmöglichkeiten haben. Waren da nicht mal kleine Fahrzeuge, in denen die Kleinen rumkraxeln konnten? Wo sind die geblieben? Auf dem Gelände des Baubetriebshofs. Da gehören sie nicht hin, befindet die professionelle Kümmerin. Doch sie will mehr: Sie ist Coach, Visionärin, Maklerin, Macherin, Muse – und eigentlich immer dort, wo man sie braucht.
Sie spricht mit den Geschäftsleuten, hört sich an, wo der Schuh drückt. Manchmal ist es nur ein Blumenkübel, der zu weit in die Schaufensterzone reinragt und die Sicht auf die Produkte verdeckt. Ein Anruf beim Baubetriebshof – und das Problem ist behoben. Wesentlich schwieriger wird ein anderes Thema zu lösen sein, das weiß Maike Theesfeld jetzt schon: Die Öffnungszeiten der Geschäfte müssen nach ihrem Dafürhalten am Ladenlokal bekanntgegeben werden. „Es wird nicht zu schaffen sein, diese grundsätzlich zu vereinheitlichen. Der Besucher der Innenstadt muss aber doch wenigstens wissen, bis wann er irgendwo shoppen kann.“
Verlässlichkeit – da ist das Stichwort wieder. Maike Theesfeld ist eine solide Struktur wichtig, auf der sie künftig agieren wird. Deshalb möchte sie die Kaufleute gezielt und systematisch mit Hilfe von Fragebögen darauf ansprechen, wo es nach deren Dafürhalten in der Stadt kränkelt. Wo muss man ansetzen? „Wenn ich das nach einer sorgfältigen Auswertung der Antworten weiß, kann ich eine Strategie ausarbeiten“, sagt die 50-Jährige. Sie ist froh darüber, dass das Führungsteam im Rathaus sie derzeit laufen lässt, wie sie es formuliert. Sie darf ihren Weg gehen. Und man hat den Eindruck, dass es irgendwann läuft, wenn das passiert.