Hamburg  Nein zu Blau: So äußert sich Edeka zu seiner Kampagne gegen die AfD

Sophie Wehmeyer
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Von Sophie Wehmeyer
| 29.08.2024 18:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Edeka-Anzeige zu dem Motto „Warum bei Edeka blau nicht zur Wahl steht“ Foto: Edeka
Edeka-Anzeige zu dem Motto „Warum bei Edeka blau nicht zur Wahl steht“ Foto: Edeka
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Blau? Nicht bei Edeka: Mit einer Anzeige gegen die AfD sorgt die Supermarktkette vor den Landtagswahlen in Thüringen und Sachsen für Aufsehen. Darum geht es in der Werbekampagne und das sagt Edeka selbst dazu.

Wenn Blaubeeren zum politischen Statement werden: Edeka sorgt mit einer provokanten Kampagne gegen die AfD für Aufsehen. Auf einer ganzseitigen Anzeige, die in der Wochenzeitung „Die Zeit“ und der Tageszeitung „FAZ“ erschienen ist, positioniert sich die Supermarktkette indirekt gegen die AfD und nimmt klaren Bezug auf die anstehenden Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen.

Unter dem Motto „Warum bei Edeka blau nicht zur Wahl steht“, zeigt Deutschlands umsatzstärkster Lebensmittelhändler mit einer Auflistung von verschiedenen Obst- und Gemüsesorten, dass die Farbe Blau im Sortiment unterrepräsentiert ist. Und das hat laut Edeka einen bestimmten Grund: „In der Edeka-Obst-, und Gemüseabteilung herrscht die bunte Vielfalt. Oder etwa doch nicht? Wer genau hinsieht, sieht eine Farbe nicht: Blau. Und das ist kein Zufall“, heißt es in der Anzeige.

Ferner heißt es in dem Text, der eingebettet zwischen den gelben, roten, grünen, weißen, orange- und lilafarbenen Lebensmitteln steht: „(...) blaue Lebensmittel sind ein Warnhinweis der Natur, der uns sagt: „Achtung! Ich könnte unverträglich sein!“ Die Evolution hat uns gelehrt: Blau ist keine gute Wahl.“

Blaubeeren ordnet Edeka nicht der Farbe Blau zu und begründet das in der Anzeige folgendermaßen: „Übrigens „Blaubeeren“ (...) haben zwar „Blau...“ im Namen, aber nicht in den Farbpigmenten. Sagt jedenfalls die Wissenschaft – und auf die sollte man ja bekanntlich viel öfter hören.“

In der Anzeige betitelt Edeka Blau als natürlichen „Feind gesunder Vielfalt“ und ruft dazu auf, „Warnhinweise“ vor den Landtagswahlen richtig zu lesen.

Auf Anfrage unserer Redaktion begründet die Supermarktkette die Kampagne wie folgt: „Für den Edeka-Verbund sind Vielfalt, Toleranz und das Bekenntnis zu einer offenen Gesellschaft elementare Werte, zu denen wir uns bekennen und die in unserem Selbstverständnis verankert sind.“

Auskunft darüber, welche Position Edeka vor der Landtagswahl vertrete, gebe die Werbekampagne: „Warum „blau“ bei uns nicht zur Wahl steht, beantworten wir in dieser Woche, kurz vor den bevorstehenden Landtagswahlen in einigen Bundesländern, in großformatigen Anzeigen in der ‚Frankfurter Allgemeinen Zeitung‘ und ‚Die Zeit‘.“ Außerdem spiele der Lebensmittelhändler Postings und kurze Videos auf den eigenen Social-Media-Kanälen aus.

Diese Kampagne ist nicht der erste politische Vorstoß von Edeka. Bereits in der Vergangenheit positionierte sich der Handelsriese gegen Rechtsextremismus.

Kurz vor der Bundestagswahl 2021 hat der Getränkehersteller True Fruits Smoothie-Flaschen auf den Markt gebracht, auf denen Auszüge des Parteiprogrammes der sechs großen Parteien im Bundestag (die Linken, die Grünen, SPD, CDU, FDP, AfD) abgedruckt waren. Einige Aufdrucke waren dabei frei erfunden. Dennoch äußerte Edeka in den sozialen Netzwerken, die AfD-Flaschen wieder zurückschicken zu wollen: „Die AfD-Flaschen haben wir aber nicht bestellt, die gehen wieder zurück!“

Im Januar 2024 veröffentlichte Edeka ein mehrere Jahre altes Video mit dem Hinweis „Wir lieben Vielfalt und stehen auf gegen rechts“, in dem Kunden durch einen Supermarkt mit beinahe leeren Regalen liefen und sich beschwerten. In dem kurzen Film wurden dann der Text „Stellen Sie sich einen Supermarkt vor, in dem es nur deutsche Produkte gibt“, eingeblendet.

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