OOWV baut Standort aus  Wasserverband verlagert Betriebsstelle nach Aurich

Heino Hermanns
|
Von Heino Hermanns
| 29.08.2024 17:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Es geht voran am Burenweg in Egels auf der Baustelle für die neue OOWV-Betriebsstelle. Davon überzeugten sich (von links) Ingo Haase (Anlagenkoordinator des Wasserwerks Aurich), Axel Spiekermann (verantwortlicher Projektingenieur), Michael Veh (Regionalleiter für den OOWV im Landkreis Aurich), Dieter Henkel (Leiter der Betriebsstelle Aurich) und Diana Nierenberger (Architekturbüro Diana Nierenberger, Leer). Foto: Heiko Poppen/OOWV
Es geht voran am Burenweg in Egels auf der Baustelle für die neue OOWV-Betriebsstelle. Davon überzeugten sich (von links) Ingo Haase (Anlagenkoordinator des Wasserwerks Aurich), Axel Spiekermann (verantwortlicher Projektingenieur), Michael Veh (Regionalleiter für den OOWV im Landkreis Aurich), Dieter Henkel (Leiter der Betriebsstelle Aurich) und Diana Nierenberger (Architekturbüro Diana Nierenberger, Leer). Foto: Heiko Poppen/OOWV
Artikel teilen:

In Egels befindet sich das Wasserwerk des OOWV. Nun soll der Standort erweitert werden. Davon haben vor allem die Kunden etwas.

Aurich - Erweitern will sich der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) in Aurich. Für rund 4,5 Millionen Euro soll in Egels eine neue Betriebsstelle gebaut werden. Sie wird Kunden aus Aurich, Wiesmoor, Ihlow und Großefehn sowie aus Hatshausen und Ayenwolde (beide Gemeinde Moormerland) als Anlaufstelle dienen. Hier können sie sich beispielsweise zu Hausanschlüssen beraten lassen oder Standrohre ausleihen. Im Landkreis Aurich befindet sich in Siegelsum (Samtgemeinde Brookmerland) eine weitere OOWV-Betriebsstelle. Die Fertigstellung ist laut OOWV-Sprecher Heiko Poppen im Sommer 2026 geplant. Der Neubau soll die alte Betriebsstelle in Wiesedermeer (Gemeinde Friedeburg) ersetzen. Zehn Arbeitsplätze werden mit ins neue Domizil umziehen.

Das neue Gebäude wird etwa 400 Quadratmeter groß sein. Neben dem Bereich für Kunden entstehen darin mehrere flexible Büroarbeitsplätze, Besprechungszonen, ein Besprechungs- oder Schulungsraum und der Sozialtrakt mit Aufenthaltsraum, Umkleidekabinen und sanitären Anlagen. Hinzu kommt eine rund 600 Quadratmeter große Halle mit acht Rolltoren, in der sowohl das Lager und ein Standrohr-Büro als auch die Werkstatt untergebracht sein werden. Außerdem werden dort die Betriebsstellen-Fahrzeuge abgestellt. An der Rückseite wird es eine überdachte Lagerfläche geben, die von den Mitarbeitern der Betriebsstelle und des Wasserwerks genutzt werden soll.

Seit 2018 werden Betriebsstellen saniert

Derzeit laufen die Bauvorbereitungen am Burenweg. Große Maschinen tragen auf einer 2700 Quadratmeter großen Fläche direkt neben dem Wasserwerk den Mutterboden ab, der an Ort und Stelle gesiebt wird. Hauptsächlich Wurzelwerk und kleine Steine werden bei diesem Vorgang entfernt. Auf dem Grundstück waren zuvor bereits ein älteres Wohnhaus und eine Lagerhalle abgerissen worden. Bevor die eigentliche Baumaßnahme beginnt, wird der Untergrund noch 1,30 Meter tief ausgekoffert. Der jetzt abgetragene Mutterboden kann dann wieder genutzt werden und zudem kommt tragfähiger Füllsand ins Spiel.

So wird die Betriebsstelle mit ihren Nebengebäuden nach Fertigstellung im Sommer 2026 aussehen. Grafik: Architekturbüro Diana Nierenberger
So wird die Betriebsstelle mit ihren Nebengebäuden nach Fertigstellung im Sommer 2026 aussehen. Grafik: Architekturbüro Diana Nierenberger

Im Oktober soll der symbolische Spatenstich erfolgen. Das kündigt OOWV-Projektingenieur Axel Spiekermann an. Er hat viel Erfahrung mit solchen Maßnahmen. Denn seit 2018 sind nach und nach Betriebsstellen des OOWV in Wildeshausen (Landkreis Oldenburg), Holdorf (Landkreis Vechta), Schortens (Landkreis Friesland) und Thülsfelde (Landkreis Cloppenburg) erneuert worden.

2400 Kilometer Trinkwasserleitungen

Betriebsstellenleiter ist Dieter Henkel. Er und sein neunköpfiges Team pendeln bislang für ihre Arbeit nach Wiesedermeer, wo sich die Betriebsstelle in einem kleinen, älteren Gebäude befindet. Sie freuen sich schon jetzt auf künftig deutlich kürzere Fahrtwege. Ein Aspekt, den auch Michael Veh, Regionalleiter des OOWV im Landkreis Aurich, hervorhebt. „Das ist uns als Flächenversorger im Sinne des Umwelt- und Ressourcenschutzes wichtig“, sagt er. Mit dem Gebäude in Egels werde die Betriebsstelle zukunftssicher aufgestellt, um ihre vielfältigen Aufgaben in der Daseinsvorsorge weiterhin erledigen zu können, so Veh.

Dieter Henkel und seine Mannschaft betreuen etwa 2400 Kilometer Trinkwasserleitungen und 458 Kilometer Schmutzwasserleitungen sowie rund 74.000 Hausanschlüsse und 2464 Hydranten. „Wir haben hier in der Region einiges in Schuss zu halten“, sagt er. Er und seine Kollegen sind wichtige Ansprechpartner zum Beispiel bei Bauvorhaben, rücken zu jeder Tag- und Nachtzeit bei Störungen aus und tauschen Wasserzähler.

Sechs Millionen Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr aus Aurich

Energetisch und ökologisch wird der Neubau laut Poppen alle zeitgemäßen Anforderungen an die Nachhaltigkeit erfüllen. Eine Luftwärmepumpe, die PV-Anlage, das Gründach und die Außenanlagen, die von der Stadt.Land.Grün GmbH unter anderem mit vielen blühenden Pflanzenarten gestaltet werden, um so die Artenvielfalt zu fördern, gehören daher zum Neubau dazu.

Betriebsstellenleiter Dieter Henkel wird sich zwar regelmäßig ein Bild vom Baufortschritt machen. Von seinem Zuhause in Wallinghausen ist es nicht weit. Eine Betreuung kann er von der 18 Kilometer entfernten Dienststelle in Wiesedermeer allerdings nicht leisten. „Darauf haben wir dann ein Auge“, sagt Ingo Haase. Er ist Anlagenkoordinator im direkt nebenan befindlichen Wasserwerk des OOWV. Von dort stellt er mit seinen vier Kollegen und zwei Auszubildenden die Wasserversorgung in der Region mit bis zu rund sechs Millionen Kubikmetern besten Trinkwassers pro Jahr sicher.

Ähnliche Artikel