Kinderbetreuung in Aurich  DRK-Kindergarten muss wegen Schimmels abgerissen werden

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 27.08.2024 16:44 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der DRK-Kindergarten „Am Wasserturm“ muss abgerissen werden. Foto: Heino Hermanns
Der DRK-Kindergarten „Am Wasserturm“ muss abgerissen werden. Foto: Heino Hermanns
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Seit einer Woche ist der DRK-Kindergarten am Wasserturm geschlossen. Nun steht fest: Das Haus muss abgerissen werden. Wie es weitergeht, ist unklar.

Aurich - Der DRK-Kindergarten am Wasserturm muss abgerissen werden. Grund dafür ist ein massiver Schimmelbefall. Seit gut einer Woche ist die Einrichtung daher geschlossen. Das bestätigt DRK-Geschäftsführer Peter Arends auf Anfrage unserer Redaktion. In den vorhandenen Gebäuden kann der Betrieb nicht mehr aufgenommen werden.

Im DRK-Kindergarten „Am Wasserturm“ werden in drei Integrativgruppen und einer Regelgruppe 70 Kinder betreut. Sie wurden zunächst auf andere Einrichtungen verteilt. Laut Ingeborg Hartmann-Seibt, stellvertretende Vorsitzende des DRK-Kreisverbands Aurich sowie Vorsitzende des Sozialausschusses der Stadt Aurich, werden dafür die DRK-Kita „Mullewapp“ in der Schmiedestraße und der DRK-Kindergarten in Middels genutzt. Eine weitere Gruppe sollte eigentlich im Hort Sandhorst unterkommen. „Dort konnten wir aber die nötigen Betreuungszeiten nicht anbieten“, so Hartmann-Seibt.

Ersatzbau lässt seit Jahren auf sich warten

Daher werde nun mit dem ehemaligen Awo-Heim in Sandhorst, neben der Grundschule, ein weiteres Gebäude in Betracht gezogen. Am Dienstag hat das Landesjugendamt die Räume begutachtet. Das Ergebnis, ob diese geeignet sind, ist noch nicht bekannt. „Das ist auch nur die kurzfristige Lösung“, sagt Hartmann-Seibt.

Die SPD-Politikerin ist sauer. Denn es sei absehbar gewesen, dass das Gebäude irgendwann nicht mehr nutzbar sein würde. Ein Ersatz wird seit vielen Jahren geplant: Der DRK-Kindergarten soll in das Sanitätsgebäude der ehemaligen Blücherkaserne umziehen. Ein Vorhaben, das aber noch lange auf sich warten lässt, wie Stadtsprecher Johann Stromann auf Anfrage bestätigt. Denn derzeit werde erst der Bebauungsplan für das Kasernengelände aufgestellt. Und die entsprechenden Grundstücke würden immer noch der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gehören.

Starkregen hat Gebäude den Rest gegeben

Daher plant das DRK zunächst den Betrieb des Kindergartens in Containern. Diese aber müssten nun erst einmal geordert werden, so Hartmann-Seibt. Außerdem müsse dafür ein Platz gefunden werden, wahrscheinlich in Sandhorst. Denn auf dem Gelände des jetzigen Kindergartens an der Esenser Straße könne man die Container wegen der anstehenden Abrissarbeiten nicht gebrauchen. „Und wenn das mit der Kaserne noch sehr lange dauert, muss das DRK über einen Neubau nachdenken.“ Am jetzigen Standort müsste dafür wahrscheinlich nicht einmal der Bebauungsplan geändert werden. Schließlich wurde da bis zur vorigen Woche noch ein Kindergarten betrieben.

Das Gebäude des Kindergartens ist nicht mehr zu retten. Foto: Heino Hermanns
Das Gebäude des Kindergartens ist nicht mehr zu retten. Foto: Heino Hermanns

Der ältere Teil des DRK-Kindergartens ist laut Hartmann-Seibt mindestens 50 Jahre alt. Der Anbau ist deutlich jünger. „Aber dort haben wir die größten Probleme.“ Es seien zwar Gräben gezogen und Schächte angelegt worden. Dennoch hätten die Starkregenereignisse der vergangenen zwei Wochen dem Gebäude wohl den Rest gegeben. „Wir haben den Fußboden hochgenommen, darunter war alles nass.“ Luftmessungen hätten ergeben, dass in dem Haus kein Kindergarten mehr betrieben werden dürfte.

Auf dem Kasernengelände soll es zwei Kitas geben

Auch Peter Arends versichert, dass zurzeit alles Nötige veranlasst werde, um Container für einen Übergang aufzustellen. „Der DRK-Kreisverband Aurich bemüht sich mit der Stadt Aurich und dem Landesjugendamt Niedersachsen um kurzfristige Lösungen.“ Eine spontane Betreuung in eigenen Einrichtungen sowie in Kitas in der Trägerschaft der Stadt Aurich sei sichergestellt. „Ich bedanke mich bei den Eltern für das Verständnis“, so Arends. Sein Dank gilt auch den Mitarbeiterinnen, die sich jetzt mit aller Kraft ins Zeug legen würden, um eine Betreuung, wenn auch mit einigen Hürden, gewährleisten zu können.

Auf dem Gelände der ehemaligen Blücherkaserne ist neben dem DRK-Kindergarten „Am Wasserturm“ eine weitere Kindertagesstätte vorgesehen. Diese soll in Richtung des Hoheberger Weges gebaut werden. Zwischenzeitlich gab es wegen des Mangels an Kinderbetreuungsplätzen auch Überlegungen, das jetzige Gebäude des DRK-Kindergartens weiter zu nutzen. Eine Idee, die wegen der gravierenden Baumängel nun auf jeden Fall vom Tisch ist.

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