Prozess in Aurich Rentner baute Cannabis im Garten an – Geldstrafe
In seinem Garten hatte ein 66-jähriger Großefehntjer Cannabis angebaut. Dafür stand er vor Gericht. Warum er die Drogensamen pflanzte und was die Sparkasse Köln damit zu tun hat.
Aurich - Weil er die Schmerzen seiner schwerkranken Lebensgefährtin hatte lindern wollen, hatte ein 66-jähriger Rentner aus Großefehn in seinem Garten Cannabis angebaut. Am Montag fand sich das Paar deshalb wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz vor dem Auricher Amtsgericht wieder.
Auch, weil sich die Senioren bisher nichts haben zuschulden kommen lassen, wurde das Verfahren gegen eine Geldauflage in Höhe von 1500 Euro pro Person vorläufig eingestellt.
Darum mischte sich die Sparkasse Köln ein
Der 63-Jährige hatte über einen niederländischen Online-Shop Cannabissamen bestellt und in seinen Garten gepflanzt. Im Frühjahr 2023 hatten Drogenfahnder bei der Durchsuchung seines Grundstücks 24 teilweise konsumfähige Cannabispflanzen gefunden, deren Wirkstoffgehalt die vom Bundesgerichtshof festgelegte nicht geringe Menge ganz knapp überschritten hatte. Auslöser der Durchsuchung war eine Meldung der Sparkasse Köln, über die der Angeklagte das Geschäft abgewickelt hatte. Sie hatte hinter dem Deal von etwas mehr als 100 Euro Geldwäsche vermutet. Für die schwerkranke Frau sei das plötzliche Auftauchen der Beamten ein „gravierender Eingriff“ gewesen, erklärte sie vor Gericht.
In der Verhandlung gab der Angeklagte an, die Pflanzen ohne Wissen seiner Lebensgefährtin angebaut zu haben. Er sei „naiv an die Sache herangegangen“, räumte er ein. Mit der Cannabisernte habe er die Nebenwirkungen ihrer Medikamente lindern und ihr das Leben erleichtern wollen, begründete er den Drogenanbau. Über strafrechtliche Konsequenzen habe er nicht nachgedacht. Bereits bei der Durchsuchung habe er sämtliche Vorwürfe eingeräumt und darüber hinaus die Beamten auf weitere Pflanzen hingewiesen, die sie ohne sein Zutun gar nicht entdeckt hätten.