Kinderbetreuung in Aurich Plötzlich viele Grundstücksangebote für die neue Kita
Die Stadt Aurich will eine neue Kindertagesstätte bauen. Gab es zunächst nur einen möglichen Standort in Rahe, so ist die Auswahl jetzt deutlich größer.
Aurich - Es schien ein klarer Fall zu sein: Die neue Kita für Extum, Haxtum und Rahe sollte an der Oldersumer Straße gebaut werden. Denn nur dort, an der Raher Straße, gebe es ein geeignetes Grundstück. Das war der Tenor der Auricher Stadtverwaltung und auch von Antje Harms, Ortsbürgermeisterin von Extum, Haxtum, Kirchdorf und Rahe noch in der bislang letzten Sitzung des Finanzausschusses der Stadt Aurich. Durch die Berichterstattung unserer Redaktion hat sich die Lage aber geändert, wie Fachdienstleiterin Brigitte Weber, zuständig auch für Kindertagesstätten, auf Anfrage bestätigt.
Es seien einige Angebote gekommen. Die Verwaltung prüfe nun Grundstücke in Extum, Haxtum und Rahe. Dabei gehe es vor allem darum, wie schnell auf den Grundstücken gebaut werden könne. Es müsse, so Weber, bereits ein Bebauungsplan vorhanden sein. Denn es dauere mindestens zwei Jahre, ein Bauleitverfahren zu durchlaufen. Die zusätzlichen Kita-Plätze würden aber deutlich früher benötigt.
Angebote werden gesammelt und bewertet
Nicht alles, was angeboten wird, muss geprüft werden. Denn nicht nur unbebaute Grundstücke, auch Gebäude werden als Standort für die neue Kita vorgeschlagen. Solche Altbauten aber würden in den meisten Fällen nicht den Anforderungen des niedersächsischen Kitagesetzes entsprechen. „Wir brauchen unter anderem eine Küche, einen Speiseraum und Kleingruppenräume“, sagt Weber. Ganz abgesehen davon sei der Energieverbrauch in solchen Altbauten in den meisten Fällen auch viel zu hoch. Es würde daher auf einen Neubau hinauslaufen.
Aber auch bei Baugrundstücken beziehungsweise bei Grundstücken, deren Bebauung abgerissen werden könnte, gibt es laut Weber mittlerweile eine größere Auswahl. Alle Angebote würden nun gesammelt und vom Bauamt bewertet. Immer im Blick habe man dabei, wie schnell ein Neubau für eine Kita entstehen könnte. Auch die Kosten spielten eine Rolle. Dazu gebe es bei den neuen Angeboten bislang noch gar keine Angaben.
Einrichtungen sollen Abstand voneinander haben
Der Kaufpreis hat bislang verhindert, dass die neue Kita am großen Baugebiet „Im Timp“ entstehen kann. Denn dort würde allenfalls die Hofstelle an der Straße „Im Timp“ in Frage kommen. Für die Gebäude, die abgerissen werden müssten, sowie für das 3500 Quadratmeter große Grundstück sollte die Stadt 1,2 Millionen Euro zahlen. Zum Vergleich: Für das Abrisshaus an der Oldersumer Straße samt 6200 Quadratmeter großem Grundstück sind bislang 215.000 Euro plus Abrisskosten eingeplant. Gerüchten, es gebe bereits einen Kaufvertrag für das Grundstück an der Oldersumer Straße, widerspricht Brigitte Weber. „Ohne einen politischen Beschluss dürfen wir keine Grundstücke kaufen.“
Im Gespräch ist auch eine alte Hofstelle am Rahester Postweg. Dieser Standort liegt laut Weber aber relativ nah an der Kita Upstalsboom. Die neue Einrichtung soll aber die Container-Krippengruppen sowie die Kindergartengruppe „Extumer Drachenstube“ ersetzen. „Wir müssen auch ein bisschen auf die Einzugsgebiete achten.“ Es bringe nichts, in Haxtum zwei Kitas nebeneinander zu bauen und Eltern aus Extum deswegen weit fahren zu lassen.
Plätze werden dringend gebraucht
Im besten Fall entstehen mit der neuen Kindertagesstätte drei Kindergarten- und zwei Krippengruppen. Mehr erlaubt das niedersächsische Kitagesetz auch nicht. Höchstens fünf Gruppen gleichzeitig sollen demnach in einer Einrichtung betreut werden. „Sonst wird es für die Kinder zu unübersichtlich“, sagt Brigitte Weber.
Die neue Kita muss aus zwei Gründen so schnell wie möglich gebaut werden. Zum einen werden schlicht die Plätze benötigt. Schon in diesem Jahr konnten nur knapp alle Kinder versorgt werden. Noch vor zwei Wochen hoffte Brigitte Weber darauf, dass Kinder um ein Jahr zurückgestellt würden, damit andere einen Platz bekommen könnten. Zum anderen kosten die Container der Extumer Krippe auch Geld. Und sie sind vom Landesjugendamt nur befristet genehmigt. Vorerst darf die Krippe in Extum nur bis Sommer kommenden Jahres auf diese Weise betrieben werden. Wahrscheinlich würde aber eine Verlängerung um zwei Jahre genehmigt. Schließlich aber wird auch der Platz, auf dem die Container stehen, anderweitig benötig. Denn dort steht normalerweise Ende April der Extumer Maibaum.
Im Grunde hätte die neue Krippe im großen Baugebiet „Im Timp“ gebaut werden müssen. Es wurde aber versäumt, im Bebauungsplan oder im städtebaulichen Vertrag mit dem Erschließungsträger festzuhalten, dass ein Grundstück für eine Kita reserviert werden muss. Daher ist die Stadt Aurich nun gezwungen, woanders nach einem Baugrundstück zu suchen.
Entscheidung über Kita-Grundstück vertagt
Platz für neue Kita in Aurich gesucht
Eine neue Kindertagesstätte für Rahe