Emden/Hamburg Niedersachsens Wirtschaftsminister: Bernard Meyer hat Weltunternehmen geschaffen
Bundeskanzler Olaf Scholz wird am heutigen Donnerstag zur Belegschaft der Meyer Werft in Papenburg sprechen. Erwartet wird, dass der Kanzler sich zur staatlichen Rettung des Unternehmens äußert. Bereits im Vorfeld gab es lobende Worte für Noch-Werftbesitzer Bernard Meyer.
Um 13 Uhr werden am heutigen Donnerstag auf der Meyer Werft in Papenburg die meisten Arbeiten eingestellt. Kanzler Olaf Scholz wird in Halle 4 zur Belegschaft des Schiffsbauunternehmens sprechen. Erwartet wird, dass er sich zur staatlichen Rettung der finanziell angeschlagenen Werft äußert. Mit ihm auf dem Podium: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil.
Zuvor war bekannt geworden, dass der Rettungsplan für die Meyer Werft weitgehend steht. Der Bund und das Land Niedersachsen werden mit etwa 400 Millionen Euro in das Unternehmen einsteigen und damit zum Mehrheitseigner. Die bisherige Eigentümerfamilie Meyer soll weiter eine Minderheitsbeteiligung halten.
Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) betonte am Mittwochabend in Emden bei einem Treffen des Wirtschaftsverbundes „Ems-Achse“ die Leistung der Meyers. Ohne deren Einsatz hätte sich der Betrieb nicht derart entwickelt. Besonders hob Lies die Leistung des bisherigen Seniorchefs hervor: „Bernard Meyer hat ein Weltunternehmen geschaffen.“
Es gelte nun, Wertschätzung für den Unternehmer und Hilfe durch den Staat zu verbinden, denn andernfalls sei die Zukunft der Werft nicht gegeben, sagte der Minister. Seinen Angaben zufolge hingen im Emsland und dem angrenzenden Ostfriesland 10.000 Arbeitsplätze an dem Unternehmen, bundesweit seien es 22.000.
Neben Bernard Meyer lobte Lies auch Olaf Scholz: „Ich bin dem Bundeskanzler sehr dankbar – sein Einsatz hat geholfen, auch in den Gesprächen mit den Bundesministerien.“ Scholz hatte zuvor in der Bundespressekonferenz auf Nachfrage unserer Redaktion zugesagt, die Werft unterstützen zu wollen. Niedersachsens Wirtschaftsminister Lies verwies am Mittwoch darauf, dass es nicht viele Unternehmen gebe, für die sich der Kanzler öffentlich einsetze.
Jenseits der finanziellen Probleme attestierte Lies dem Werftenkonzern eine positive Zukunftsprognose. Man habe mit allen Reederei-Präsidenten gesprochen, so Lies. Sie hätten großes Interesse an den Schiffen aus Papenburg. Mit Blick auf das volle Auftragsbuch betonte Lies: „Die Werft hat zukunftsfähige Aufträge.“
Ungeachtet dessen war die Meyer Werft in den vergangenen Wochen aber in erhebliche finanzielle Schieflage geraten. Nach Unternehmensangaben geht der Werft am 15. September das Geld aus, sollte sie keine frischen Kredite erhalten. Der Staat soll nun das Eigenkapital des Unternehmens erhöhen und im nächsten Schritt für neue Kredite bürgen, damit in Papenburg weiter neue Schiffe gebaut werden können.
Unsere Redaktion wird am Donnerstag in einem Liveticker vom Kanzlerbesuch auf der Werft berichten. Hier können Sie ab Mittags mitlesen.