Vorfälle in Auricher Bad Krawall im „De Baalje“ – Polizei wirft Pöbelgruppe raus
Eine Besuchergruppe hat im Auricher Schwimmbad „De Baalje“ die Anweisungen der Schwimmmeister missachtet. Die Polizei schritt ein. Es war nicht das erste Mal.
Aurich - Wegen pöbelnder Besucher gab es am Donnerstagnachmittag, 15. August 2024, einen Polizeieinsatz im Auricher Familien- und Freizeitbad „De Baalje“. Polizeisprecherin Nancy Rose bestätigte eine entsprechende Anfrage der Redaktion. Der Anlass des Streits: Einige Badbesucher seien wiederholt seitlich vom Beckenrand gesprungen. Der Schwimmmeister habe das aus Sicherheitsgründen untersagt, was die Gruppe ignorierte. Auch nach Eintreffen eines zweiten Schwimmmeisters und der wiederholten Aufforderung seien die seitlichen Beckensprünge fortgesetzt worden. Bei der Gruppe habe es sich um rund 14 Personen unterschiedlichen Geschlechts und Alters gehandelt.
Die Leitung des „De Baalje“ habe gegen 17 Uhr die Polizei gerufen, die mit zwei Einsatzwagen vor Ort war. „Die Gruppe ist des Bades verwiesen worden“, sagte Nancy Rose. Außerdem habe man eine Anzeige wegen Beleidigung aufgenommen. Die Ermittlungen zu dem Sachverhalt dauerten an. Nach Informationen dieser Zeitung ist einer der Schwimmmeister von einem Mitglied der Gruppe mit dem Tod bedroht worden. Außerdem sollen Mitglieder der Pöbelgruppe per Smartphone „Verstärkung“ angefordert haben.
Mitarbeiter wurde verletzt
Bereits im vergangenen Jahr war das „De Baalje“ wegen Polizeieinsätzen in die Schlagzeilen geraten. Die Einsatzkräfte waren mindestens dreimal gerufen worden, um bei Konflikten zwischen dem Personal und pöbelnden Gästen im Bad zu intervenieren. In einem Fall wurde sogar ein Mitarbeiter verletzt. Es gab mehrere einjährige Hausverbote für eine Gruppe von Besuchern.
Wie will die Stadt als Betreiberin des „De Baalje“ verhindern, dass sich ähnliche Zwischenfälle wiederholen? Das hatte die Redaktion im Mai 2024 bei der Stadt angefragt. Stadtsprecher Johann Stromann erklärte, dass die Mitarbeiter ein Verhaltenstraining durchlaufen hätten. Im Kern handele es sich um Deeskalationsschulungen. Personen, die dafür ausgebildet seien, hätten dem Personal beigebracht, wie in Konfliktsituationen zu reagieren ist. Überdies seien zwei Security-Mitarbeiter eingestellt worden. Bei Bedarf könne man weitere professionelle Unterstützung in kritischen Augenblicken anfordern.
Weigerung Badehose auszuziehen
Die Konflikte hatten sich im vergangenen Jahr unter anderem daran entzündet, dass Saunagäste sich geweigert hatten, ihre Badehosen auszuziehen. In einem anderen Fall hatte der erwachsene Sohn einer Familie im Schwimmbad fotografiert. Ein Mitarbeiter hatte den Mann darauf aufmerksam gemacht, dass dieses Verhalten gegen die Hausordnung verstoße. Der Angesprochene hielt sich aber nicht daran und machte mit seinem Smartphone weiter Bilder.
Am Freitag, 28. Juli 2023, ging es um jenes Verhalten, was auch am Donnerstag für Streit gesorgt hatte. Personen waren wiederholt seitlich vom Beckenrand ins Wasser gesprungen und hatten dadurch andere Personen in ihrer Bewegungsfreiheit beeinträchtigt. Einer aus der Gruppe war durch besonders aggressives Verhalten aufgefallen. Auf eine erneute Ermahnung reagierte der Badegast aggressiv: Er schlug den Mitarbeiter und verletzte ihn am Hals.
Wiederholt war bei den Auseinandersetzungen die Rede davon gewesen, dass es zu Kommunikationsproblemen mit den Gästen gekommen sei. Das „De Baalje“ hat daraus bereits im vergangenen Jahr Konsequenzen gezogen: Die Hausordnung wurde in deutscher, französischer, englischer, russischer, arabischer, ukrainischer und türkischer Sprache direkt am Eingang aufgehängt. Gleich der erste Punkt heißt: „Den Anweisungen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist unbedingt zu folgen.“ Zu den aktuellen Vorkommnissen will die Stadt auf Anfrage der Redaktion keine Stellung nehmen: „Es handelt sich um ein laufendes Ermittlungsverfahren, deshalb sagen wir dazu nichts“, teilt Stadtsprecher Cord Cordes mit.