Stadtfest Aurich Buntes Treiben beim Flohmarkt am Georgswall
Der traditionelle Stadtfest-Flohmarkt war schon früh gut besucht. Der besondere Charakter der Veranstaltung entwickelte sich aber erst, als die Besucher aus der Region kamen.
Aurich - Wind und Wetter spielten nicht nur dem Auftakt des Stadtfestes am Freitagabend, sondern auch dem Flohmarkt am Sonnabendvormittag in die Karten. Ab vier Uhr in der Frühe bauten die Anbieter ihre Tische auf und warteten auf die ersten Kunden, die Schnäppchen aller Art suchten. Doch wie schon in den vergangenen Jahren, waren zunächst professionelle Händler unterwegs, die ausschließlich an Schmuck, Uhren und ähnlichen Wertgegenständen für kleines Geld interessiert waren.
Der wahre Charakter dieses traditionellen Marktes entwickelte sich mit Eintreffen der vielen Besucher aus der Region und von auswärts, wenn Waren aus Privathaushalten nach intensiven Verhandlungen den Besitzer wechseln. Was aber treibt die Menschen auf die Flohmärkte? „Die Faszination Flohmarkt ist seit Jahren ungebrochen. Das Stöbern in alten Gegenständen und gebrauchten Klamotten macht einfach Spaß“, begeistert sich Buten-Ostfriesin Franziska, jetzt wohnhaft in München, für das bunte Treiben auf dem Georgswall, sagte sie im Gespräch mit dieser Zeitung. Sie hat, wie ihre beiden Freundinnen Ina, jetzt Osnabrück, und Wiebke (Hamburg), vor Jahren Ostfriesland für ein Studium verlassen und ist am Studienort hängengeblieben. „Das Stadtfest mit seinem wunderschönen Flohmarkt ist jedes Jahr eine gute Gelegenheit sich zu treffen“, ergänzte Wiebke.
Nur private Händler erlaubt
Diese drei jungen Frauen gehören exakt zu der Zielgruppe der Anbieter, die dem vorgegebenen Profil der Stadt Aurich entsprechen. Nur Gebrauchtes darf auf dem Flohmarkt von privaten Haushalten verkauft werden. Als Verkaufsstände waren nur Tische erlaubt. Professionelle Händler, von denen es laut Marktorganisator Kurt Graf, in diesem Jahr nur einen gab, wurden mit ihren Anhängern nicht auf den Platz gelassen.
„Bereits am Freitag um 15 Uhr waren wir hier am Georgswall und haben den ersten Anbietern ihre Plätze zugewiesen“, sagte Graf auf ON-Nachfrage. Ab Sonnabendmorgen 4 Uhr rollten dann kontinuierlich die Fahrzeuge an. „Von den rund 125 privaten Händlern waren ungefähr die Hälfte zum ersten Mal bei diesem Markt, dafür lief alles sehr geordnet ab“, lobte der erfahrene Graf, der den Stadtfestmarkt seit nunmehr elf Jahren betreut.
Kritik an Parkplatzregelung
Kritik gab es vonseiten eines Händlers an der Parkplatzregelung direkt am Georgswall. Matthias Dieken aus Aurich beklagte, dass die Stadtverwaltung konsequent Strafzettel für unerlaubtes Parken unter die Scheibenwischer steckte. „Irgendwie tragen wir als Marktbeschicker auch zum Erfolg des Stadtfestes bei und das sollte doch durch freies Parken beim Flohmarkt honoriert werden“, so Dieken.
Bis auf dieses kleine Störfeuer war die Stimmung auf dem Platz ausgezeichnet und das Angebot breit gestreut. Haushaltsgegenstände, analoge Technik und Elektronik, Schmuck, Kleidung und Kinderspielzeug wollten an den Mann oder die Frau gebracht werden. Dafür interessierten sich schon am frühen Morgen viele Besucher. So waren Theo und Erika Goldenstein schon früh von Moorhusen Richtung Aurich aufgebrochen. Und der Ehemann hatte schon eine gut erhaltene Stehlampe unter dem Arm, während seine in Remscheid geborene Frau noch nach Schlappen für den Campingurlaub suchte. „Wir kommen gerne hierher, weil es ein schöner Platz ist und die Preise noch deutlich günstiger sind als beispielsweise in Remscheid“, so Goldenstein.
Für Alice Stürmer aus Leer ist der Flohmarkt am Georgswall ein Highlight unter den Flohmärkten. Mit ihrem angebotenen Kinderspielzeug und wahlweise Kinderkleidung sind sie auf vielen Märkten in der Region unterwegs. „Ich stehe mit meinen Sachen schon seit 40 Jahren immer wieder beim Stadtfestflohmarkt und kenne alle bisherigen Standorte. Der Georgswall gefällt mit vom Platz und von der Stimmung nach wie vor am besten“, schwärmt sie auch von der diesjährigen Veranstaltung.