Riesenflohmarkt Simonswolde Für diesen Termin werden Hochzeiten verschoben
In Simonswolde ist es in zwei Wochen so weit. Der Riesenflohmarkt findet statt. Was die Besucher erwartet und was den Markt so besonders macht.
Ihlow - In einem Ihlower Dorf steigt die Spannung: Viele Simonswoldmer haben sich das Wochenende 24. und 25. August bereits dick im Kalender angestrichen. Dann findet der Riesenflohmarkt statt, der bekannt dafür ist, auch nachts Schnäppchenjäger anzulocken. Eine einmalige Veranstaltung in der Region, die auch von der Größenordnung zumindest im Kreis Aurich und Umgebung selten zu finden ist. Wie das Simonswoldmer Großereignis gestemmt wird, dafür wurden am Mittwoch im Ihlower Rathaus die Planungen vorgestellt.
Den Flohmarkt gibt es schon seit mehr als 40 Jahren, wie Ortsbürgermeister Hinrich Päben sagt. Doch nicht immer sei es so selbstverständlich gewesen, dass der Markt auch stattfindet. Mit den Jahren gewachsen, bereitete der Riesenflohmarkt Verkehrsplanern und verschiedenen Organisatoren Kopfzerbrechen. Ein jahrelanger Partner verstarb und eine Suche nach einem kompetenten Nachfolger und die Frage, wie man im engen Ortskern alles sicher aufgebaut bekommt: Das waren die Sorgen. „Früher war es so, dass man im Mai gefragt hat, findet der Flohmarkt statt? Nun sind wir zwei Wochen vor dem Termin da“, sagt Päben. „Endlich ist es eine Selbstverständlichkeit“, sagt auch Marianne Gronewold von der Dorf-AG Simonswolde.
„100 Prozent Simonswolde“: Ein Dorf steht hinter dem Markt
Inzwischen läuft es, wie der Veranstalter Horst Harms sagt. Er organisiert seit einigen Jahren den Flohmarkt, ist sogar über die Jahre selbst Simonswoldmer geworden. Harms rechnet mit 400 Ständen. 23.000 bis 25.000 Besucher werden erwartet.
Er selbst ist seit Monaten unterwegs, telefoniert mit verschiedenen Anbietern. Teils aus Hamburg und Nordrhein-Westfalen kommen die Anfragen von Beschickern. Daneben gibt es die Simonswoldmer selbst, die natürlich aufbauen wollen. Schon seit Mitte Juni sind die ersten Stellplätze mit Flatterband, im Simonswoldmer-Jargon: Abflattern, gekennzeichnet. Der Markt wird zu 100 Prozent von Simonswolde verkörpert, sagt Harms. Das gesamte Dorf stehe dahinter. Ein Großteil der Anwohner aus den Flohmarktstraßen im Ortskern, stelle selbst auf den Auffahrten aus. Die Standgebühren sind für Dorfbewohner günstiger und seien trotz Preissteigerungen nicht erhöht worden, so Harms. Die Feuerwehr Simonswolde sorge für Sicherheit, 20 Leute von Harms Flohmärkte sperren Straßen mit Flatterband gegen Wildparker ab. Verkehrsschilder werden ab Freitagfrüh vor dem Flohmarkt aufgebaut. Kurz vor Veranstaltungsbeginn kontrolliert der Landkreis mit Polizei, ob alle Straßenschilder, etwa 300 Stück, ordnungsgemäß aufgebaut sind. Auf zwei Ländereien werden für drei Euro pro Auto Stellplätze für Autos angeboten, so Harms. Bei Regenwetter werde man auf Straßen kurzfristig ausweichen. Erstmals wird es außerdem einen Schwerbehindertenparkplatz auf dem Dorfplatz geben.
Schwerpunkt bleibt der Flohmarkt
Beim Angebot soll alles typisch Flohmarkt sein. Rahmenprogramm gibt es nicht, auch der Hubschrauber kommt dieses Jahr nicht. Überwiegend private Händler und nur eine Handvoll Neuware-Stände soll es geben. Dazu gibt es Gastrostände mit Imbiss, Asia, Eis, Crêpes, Berliner und natürlich Kaltgetränke. Anwohner dürfen Kaffee und Kuchen verkaufen. Der Verkauf startet offiziell am Sonnabend, 24. August, ab 14 Uhr und endet Sonntagnachmittag. Auch nachts darf verkauft werden und dann beginnt für die Simonswoldmer die magische Zeit, wo auch gefeiert wird. Die Kirche verlegt sogar ihren Gottesdienst vor auf den Sonnabend, 17 Uhr, bei Haus Kampen. Und es soll Simonswoldmer geben, die Harms angerufen hätten, wann genau der Flohmarkt stattfindet. Nach der Info hätten diese sogar ihren Hochzeitstermin verschoben. Simonswolde ist eben ein Wochenende lang im Ausnahmezustand.