Neue Trendsportart „Roundnet“ Spektakel am Rundnetz
Enno Grünefeld will den Trendsport „Roundnet“ in Aurich populär machen, beim MTV Aurich leitet er eine eigene Sparte. So funktioniert das rasante Spiel.
Aurich- Bereits am Vormittag brennt die Sonne am Großen Sett in Aurich vom Himmel. Die Stimmung ist entspannt, aus den Boxen wabert der Klang elektronischer Musik über die Wiese. Um ein kleines Rundnetz, das wie ein Minitrampolin aussieht, stehen vier junge Auricher. Enno Grünefeld schlägt den faustgroßen, weichen Ball auf das Netz. Den abspringenden Ball spielt sich das gegnerische Team zweimal zu, ehe beim dritten Kontakt auf dem Netz aufspringt und unerreichbar für Grünefeld und seine Teampartnerin wird.
Das rasante Spiel ist eine Trendsportart aus den USA und heißt passenderweise Roundnet. Seit einigen Jahren wächst die Popularität des schweißtreibenden Sports auch in Deutschland, in vielen Stadtparks deutscher Großstädte wird Roundnet gespielt, bei offiziellen Turnieren sind Hunderte Teilnehmer dabei. Selbst im beschaulichen Ostfriesland hat Enno Grünefeld ein paar junge Sportler für das Spiel begeistert. Mittlerweile haben sich die Roundnet-Spieler dem MTV Aurich mit einer eigenen Sparte angeschlossen. „Der MTV hat uns gleich herzlich aufgenommen und Bälle besorgt“, erzählt Grünefeld.
Geschicklichkeit und Teamwork
Das Prinzip ist einfach, sagt Grünefeld. „Man kann schnell mitspielen.“ Gespielt wird in Teams gegeneinander, zumeist im Zwei gegen Zwei, mit einem etwa faustgroßen, weichen Ball und einem gespannten Rundnetz. Ziel ist es, den Ball auf das Netz zu schlagen, sodass er so abspringt, dass das gegnerische Team nicht mehr an ihn herankommt. Dabei darf der Ball nicht festgehalten werden, sondern muss – ähnlich wie beim Volleyball – in der Luft gehalten werden. Drei Kontakte hat jedes Team pro Ballwechsel, dann muss der Ball wieder auf dem Netz landen, und der Gegner ist dran. Schafft ein Team das nicht, und der Ball landet auf dem Boden oder auf der Kante des Netzes, gibt es einen Punkt für den Gegner, und einen neuen Aufschlag aus der Hand.
Das Spiel auf dem 360-Grad-Feld ist spektakulär: Wuchtige Aufschläge, blitzartige Annahmen, Geschicklichkeit und Koordination, clevere Finten und Teamwork. „Ebenso wichtig ist ein gutes Auge für die richtige Situation und eine schnelle Entscheidungsfindung. Das Spielprinzip bleibt dabei aber so zugänglich, dass jeder mitmachen kann“, schwärmt der Auricher.
Nach Trainingscamp klappt es nun auch bei Turnieren
Vor knapp einem Jahr hat sich Grünefeld mit dem „Roundnet-Virus“ angesteckt. Ein Kumpel brachte einfach ein Netz und einen Ball mit. Schon nach ein paar gespielten Bällen weiß der Auricher. „Ich habe gleich gemerkt, das ist genau mein Ding.“
Seit zwei bis drei Jahren explodiert der Trend. Zu Hochzeiten spielte Grünefeld auf dem Großen Sett mit ungefähr 13 Gleichgesinnten, zurzeit gehören sechs bis acht zum Stamm, der sich einmal in der Woche zum Spielen trifft. Gemeinsam mit seinem Kumpel Yannik Schnier hat Grünefeld kürzlich an einem Trainercamp in Hessen teilgenommen und sich weitere wertvolle Tipps geholt.
Nun klappt es auch bei den Turnieren. „Beim ersten Mal in Hannover haben wir noch ziemlich Lehrgeld gezahlt, beim zweiten Turnier hat es dann besser geklappt und wir sind Zweiter geworden“, sagt Grünefeld. Es gibt sogar eine Bundesliga in dieser Sportart. „Vielleicht wird Roundnet sogar einmal olympisch. Das wäre ein Traum“, so Grünefeld. Der Auricher MTV-Sportler hofft, dass die neue Sparte mehr Zulauf erhält. Dann könnte sich Grünefeld auch Training für Kinder vorstellen.
Interessierte ab 14 Jahren dürfen gerne zum Probetraining dazukommen. Bei gutem Wetter wird am Großen Sett am Auricher Hafen gespielt. Sonst sind die MTV-Roundnet-Spieler dienstags von 18 bis 19.30 Uhr in der Sporthalle der Grundschule Upstalsboom zu finden.