Schmalkalden  Schule in Thüringen setzt elfjährigen Jungen mit Down-Syndrom vor die Tür

Maximilian Matthies
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Von Maximilian Matthies
| 02.08.2024 16:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Martin-Luther-Schule in Schmalkalden in Thüringen muss einen Elfjährigen mit Down-Syndrom ausschließen. Foto: IMAGO/Jan Huebner
Die Martin-Luther-Schule in Schmalkalden in Thüringen muss einen Elfjährigen mit Down-Syndrom ausschließen. Foto: IMAGO/Jan Huebner
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Den Fachkräftemangel im schulischen Umfeld bekommt eine Familie aus Thüringen mit aller Härte zu spüren. Der Sohn, ein Elfjähriger mit Down-Syndrom, darf von heute auf morgen nicht mehr zum Unterricht – weil Inklusionsplätze fehlen.

Der elfjährige Thorben aus Schmalkalden in Thüringen geht gerne zur Schule – doch nach den Sommerferien kann der Junge mit Down-Syndrom dorthin nicht zurückkehren. Seine Eltern sind verzweifelt.

Kurz vor der Zeugnisabgabe habe sich die Schule bei ihnen per Whatsapp gemeldet, berichten die Eltern gegenüber der „Bild“-Zeitung, um sie zu einem Gespräch zu bitten. Dort hätten sie dann erfahren, dass nach den Sommerferien kein Platz mehr für Thorben an der evangelischen Privatschule zur Verfügung stünde.

Sie hätten ihren Sohn an der Schule angemeldet, „damit er trotz des Handicaps wie ein normaler Junge aufwächst“. Doch damit ist nun Schluss.

Vom Schulträger heißt es auf Anfrage, die Schule sei wegen Krankheitsfällen, Personalfluktuation bei Lehrkräften und Erziehern vom Fachkräftemangel betroffen, berichtet die „Bild“. Sprecher Olaf Dellit teilt demnach mit: „Zu unserem Bedauern können wir unseren hohen Ansprüchen bei der Beschulung von Kindern mit Förderbedarf nicht gerecht werden, derzeit keine weiteren Inklusionsplätze anbieten.“

Die Familie von Thorben will rechtliche Schritte prüfen. Vorerst aber kann der Elfjährige nicht an die Schule zurückkehren, wo er voll integriert war und Freunde hatte. Stattdessen besucht er nun ein Förderzentrum. Seine Mutter ist besorgt: „Er braucht Struktur und sein gewohntes Umfeld. Stattdessen werden ihm die Freunde genommen, und er weiß noch gar nicht, was los ist.“

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