Der SV Wallinghausen vor dem Saisonstart Neuer Trainer und viel Talent
Jerzy Klukowski möchte mit der jungen Mannschaft des SV Wallinghausen attraktiven Fußball spielen und die Abstiegsregion meiden – mit leichten Änderungen im System.
Wallinghausen – Der SV Wallinghausen bleibt sich auch in dieser Saison treu. Mit einer jungen Mannschaft und ohne kostspielige Neuzugänge wollen die Auricher in der Bezirksliga eine gute Rolle spielen. In den vergangenen beiden Jahren war dies unter Trainer Ewald Mühlenbrock gelungen. Im ersten Jahr unter seiner Regie schaffte die Mannschaft den Sprung auf Platz drei, anschließend folgte der Gewinn des Ostfriesland-Cups und Platz sieben in der abgelaufenen Saison.
Das Projekt „Jugend forscht“ litt allerdings unter dem straffen Programm in der Rückrunde. Die Wallinghausener Studenten konnten nicht immer zu den Nachholspielen in der Woche anreisen, deshalb fehlte die Konstanz in den Leistungen der Grün-Weißen.
Der Auricher Verein setzt auch bei den Neuzugängen auf Jugendlichkeit und Spieler aus der Region. Mit Malte Braun, Tammo Ackermann und Kilian Goldbeck rücken drei Spieler aus der eigenen A-Jugend in den Herren-Kader auf. Alle haben bereits in der vergangenen Saison erste Erfahrungen in der Bezirksliga-Mannschaft gesammelt. Goldbeck fällt allerdings wegen einer schweren Verletzung lange aus. Kevin Genske (TTV Neu Wulmstorf), Mirko Fröhlich (SG Egels-Popens) und Bangaly Conde (FC Norden) sollen mehr Breite in den Kader bringen. Die Abgänge der erfahrenen Spieler Max Beccard und Hendrik Schulz (beide SpVg Aurich) verjüngen die Mannschaft weiter. Der neue Trainer Jerzy Klukowski ist zufrieden. „Dieser Kader ist gut, auch wenn andere Mannschaften mehr investiert haben.
Der 57-jährige Trainerfuchs hat zweieinhalb Jahre keine Mannschaft mehr trainiert und brennt für die neue Aufgabe, die ganz in seiner Nähe liegt. „Das ist das erste Mal, dass ich in der Nähe meines Wohnzimmers trainiere. Ich brauche nur eineinhalb Minuten bis zum Sportplatz“, erzählt Jerzy Klukowski. Dafür hat sich der Trainer sogar ein Fahrrad zugelegt.
Vorne attraktiv, hinten kompromisslos
Klukowski ist in den vergangenen Jahrzehnten viel rumgekommen. Er hat den TuS Sandhorst trainiert, Germania Leer, den TuS Middels und die SG Egels-Popens in der Bezirksliga. Seine letzte Station war der SC Wiesens in der Ostfrieslandklasse. Der ehemalige Spieler von Germania Leer und der SpVg Aurich möchte attraktiven Fußball spielen, dafür hat er leichte Korrekturen am Spielsystem vorgenommen. „Ich habe in der vergangenen Saison öfters zugeschaut und mich für Umstellungen entschieden“, sagt Klukowski.
Seine technisch veranlagten Spieler sollen mehr kombinieren und weniger lange Bälle spielen. Bei Ballbesitz sollen die Außenverteidiger nach vorne marschieren. Bei allem Offensivgeist legt Klukowski gegen den Ball Wert auf eine kompromisslose Verteidigung. Das hat in der ersten Runde des Bezirkspokals schon ganz gut geklappt. Wallinghausen gewann mit 3:1 bei Klukowskis Ex-Verein TuS Middels. „Da haben wir kaum Chancen zugelassen“, sagt der 57-Jährige.
Klukowski kann den Start in die Saison kaum abwarten, mit frischer Kraft will er mit dem SV Wallinghausen eine gute Rolle spielen. Die Vorgaben des Vereins sind bescheiden – Hauptsache Fußball in der Bezirksliga. Ideal wäre die Qualifikation für den Ostfriesland-Cup, sagt Klukowski. Dafür müssten die Auricher mindestens Platz acht erreichen.
Das Talent ist allemal vorhanden, um die Ziele zu erreichen. Dem Abstiegskampf wird der SV Wallinghausen nur aus der Ferne zuschauen, dafür steckt zu viel Potenzial in der Mannschaft. Für einen Platz in der Spitzengruppe wird es dagegen wohl nicht reichen. Dafür ist der Kader nicht breit genug aufgestellt, Ausfälle kann das Team nicht so gut ersetzen, wie andere Mannschaften in der Bezirksliga.