Berlin  Sonnensegel für Spielplätze – Friedhöfe als Kälteinseln: Die Hitzeschutzstrategie der Ampel

Tobias Schmidt
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Von Tobias Schmidt
| 28.07.2024 01:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Am Hamburger S-Bahnhof wurden vor genau einem Jahr 36 Grad gemessen. Foto: IMAGO IMAGES / Nikito
Am Hamburger S-Bahnhof wurden vor genau einem Jahr 36 Grad gemessen. Foto: IMAGO IMAGES / Nikito
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In diesem Jahr ist Deutschland eine krasse Hitzewelle bislang erspart geblieben. Aber Sommer mit Rekordtemperaturen werden sich wegen der Erderwärmung häufen. Bundesbauministerin Klara Geywitz hat deswegen eine Hitzestrategie für Städte entwickelt. So sieht sie aus.

Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) hat eine Hitzeschutz-Strategie vorgelegt, mit der sich Deutschlands Städte besser gegen die Erderwärmung wappnen sollen. „Der Klimawandel und seine Folgen werden vor allem in unseren Städten in den Sommermonaten deutlich spürbar“, sagte Geywitz im Gespräch mit unserer Redaktion.

Gerade für ältere Menschen und kleine Kinder seien tropische Nächte und schwüle Tagestemperaturen in Sommern mit Rekordhitze ein wachsendes Gesundheitsrisiko. Zu den Vorschlägen gehören Sonnensegel für Spielplätze und Friedhöfe als Kälteinseln.

Mit der Hitzeschutz-Strategie werden wirksame Maßnahmen gegen Hitzestaus vorgestellt. Sie umfasst auch Änderungen am Baugesetzbuch, um Hitzeschutz und Wassermanagement zu fördern und Kommunen mehr Handlungsspielraum bei der Umsetzung zu geben.

„Und wer frisches Geld aus unseren Förderprogrammen will, muss Klimaanpassung mitdenken und nachweisen“, betonte die Ministerin. „Dabei fördern wir zum Beispiel, dass Flüsse von Beton befreit werden und wieder kühle Luft bringen, oder das Aufgraben und Neu-Begrünen von zubetonierten, kaum genutzten Plätzen, die in der prallen Sonne niemanden zum Bleiben anregen.“

Eine Gesamtsumme, mit der der Bund im Rahmen der neuen Strategie den Städten bei der Anpassung an die Erderwärmung unter die Arme greifen will, wird nicht genannt. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat bisher 576 Millionen Euro für die Klimaanpassung urbaner und ländlicher Räume gebilligt. In der Städtebauförderung, für die 790 Millionen Euro jährlich bereitstehen, ist Klimaanpassung ein wichtiges Förderkriterium.

In Geywitz‘ Hitzeschutz-Strategie werden sechs Handlungsfelder benannt:

Geywitz bezeichnete die Vorlage der Hitzeschutz-Strategie als „gute Nachricht“. Denn sie zeige, welche Anpassungsmaßnahmen bereits gegen Hitze greifen. Und sie zeige auch auf, an welchen Stellschrauben Stadtplaner und Bauingenieure weiter drehen müssten, um Wärmestau in Städten zu vermeiden.

Vom Bund über die Länder bis hin zu den Kommunen: „Hitzeschutz bleibt ein großes Thema für Politik und Verwaltung.“

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